Dokumentation der Dauerarbeitsüberlastung

Arbeitschutz ist das zentrale Thema. Die Bundesanstalt sagt:
Sichere und gesunde Arbeitsplätze leisten wichtige Beiträge, um unsere Volkswirtschaft konkurrenzfähig zu halten und den Sozialsystemen zusätzliche Lasten zu ersparen. Lassen Sie sich auf diesen Internetseiten davon überzeugen, dass gerade Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit auch in Zeiten von Globalisierung und internationalem Wettbewerb kein Luxus sind.

Als Wissensdienstleister und Serviceeinrichtung für Wirtschaft, Politik, Sozialpartner und Bürgerinnen und Bürger möchten wir Sie mit diesem Onlineangebot darin unterstützen, die Weichen für eine moderne und menschengerechte Arbeitswelt zu stellen. Für motivierte Beschäftigte, für einen niedrigen Krankenstand, für qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber und für ein Arbeitsklima, in dem Raum für innovative Ideen ist.

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Dokumentation der Dauerarbeitsüberlastung

Beitragvon Tom » Fr, 01 Jun 2007 3:12 +0000

Hallo !


Um im Rahmen des Arbeitschutzgesetzes eine Dauerarbeitsüberlastung geltend machen zu können, sollte ein Dokumentation erfolgen.

Falls möglich, sollten Kolleginnen und Kollegen den Vorgang urkundlich mit der Unterschrift bezeugen.

Hier ein Formularbeispiel:

"(...)
Absender:
XXX


Herr / Frau ___________
Abteilung ____________
An die Geschäftsführung
/ die Personalabteilung
/ den Vorgesetzten
im Hause


Überlastungsanzeige
Arbeitsüberlastung am _________


Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Abteilung _____________ ist es am ________ zu einer erheblichen Arbeitsüberlastung gekommen.


Dies wurde verursacht durch:
____ ungeplanten Personalausfall
____ Urlaub von Personal
____ unbesetzte Stellen in der Abteilung
____ einen akuten Notfall
____ Erhöhter Arbeitsanfall
____ Nichteinhaltung der Pausenzeiten
____ Nichteinhaltung der Arbeitszeiten gem. § 3 ArbZG.

Im Einzelnen stellte sich die Situation wie folgt dar:

(____ Bitte Fall genau schildern ___)

Aus diesem Grund war es mir nicht möglich, die anfallenden Arbeiten termingerecht zu erledigen die erforderliche Qualität meiner Arbeitsleistung sicherzustellen.

Dies betrifft im Einzelnen folgende Tätigkeiten:

(___ Bitte genau schildern ___)


Ich weise darauf hin, dass ich im Falle derartiger Überlastung Fehler bei der Erbringung meiner Arbeitsleistung nicht ausschließen kann.

Ich weise weiter auf den möglichen Eintritt von Schäden insbesondere in folgenden Bereichen hin:

(___ Bitte genau schildern ___)

Aufgrund der Tatsache, dass meine Überbelastung auf einer mangelnden Organisation der Abteilung beruht, kann ich die Verantwortung für auftretende Fehler im Rahmen meiner Arbeitsleistung nicht übernehmen.

Dies gilt insbesondere für auftretende Schadensersatzforderungen.
Ich werde auch etwaige Rügen meiner Arbeitsleistung, z.B. in Form von Ermahnungen oder Abmahnungen zurückweisen.
Des Weiteren werde ich mir die Verweigerung von Arbeitsleistungen, die über den Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, vorbehalten.
Mit freundlichem Gruß
(...)"


Viel Erfolg

Gruss
Tom
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Re: Dokumentation der Dauerarbeitsüberlastung

Beitragvon macdet » Di, 29 Dez 2009 11:54 +0000

Immer wieder sieht man solche Berichte im web. Hier mal ein Beispiel von Harald Bulling aus der Rundschau...

Die aktuellen Mobbingfälle in den Krankenhäusern sind nur ein kleiner Einblick in den Krieg an und um den Arbeitsplatz, der wohl in unserem Gesundheitssystem zu einer Art „Ärzteseuche“ geworden ist.

Ob es die beiden Krankenhausärzte aus Magdeburg sind, gegen die „wegen (angeblicher) Sterbehilfe“ (1) ein Prozess lief, in dessen Verlauf „wegen erwiesener Unschuld“ ein Freispruch erfolgte. Das Gericht jedoch feststellte, dass an der Klinik „eine Atmosphäre von Missgunst und Mobbing“ herrschte und herrscht, die solche unhaltbaren Vorwürfe gegen die zwei Ärzte erst möglich machten.

Oder im Fall der Frankfurter Krankenschwester, die wegen „gefährliche Körperverletzung“ gegen eine Kollegin und wohl auch mehrerer Patienten vor Gericht steht. Die ihre Taten mit dem „schlechten Arbeitsklima und von Mobbing-Aktionen auf der Station“ rechtfertigte.(2) Aber auch der Fall des gemobbten Oberarztes, der über drei Instanzen klagen musste, um als Mobbingopfer anerkannt zu werden, zeigen nur, welche Grausamkeiten Opfer heute selbst in so einem wichtigen Bereich für die Gesundheit der Bürger ertragen müssen.(3)

Und wenn man dann noch die Bemühungen unserer Nachbarn in Wien beachtet, dann muss man feststellen, Krankenhäuser sind für viele dort beschäftigte schon längst zu „Mobbinganstalten“ verkommen. Und dann darf uns Bürger als Krankenhauspatient doch vieles nicht mehr wundern, wenn selbst Gewalt als Mobbingattacke im Gesundheitswesen alltäglich ist. (4)

Was macht eigentlich unser neuer Gesundheitsminister, der Sagen umwogene und pflegeleichte „Überflieger“ (5) Herr Dr. Philipp Rösler, der schon als niedersächsischer Wirtschaftsminister bei VW und deren Mobbinopfer weggeschaut hat? Er schweigt, wie es alle Politiker tun, warum wohl?

Das Ärzteblatt zumindest hat das schon 2001 begriffen, dass es wohl schon fünf nach Zwölf ist und hat in einem wichtigen Artikel unter der Überschrift „Mobbing im Krankenhaus: Mit Bauchschmerzen zum Dienst“.(6)

>>Immer mehr Ärztinnen und Ärzte leiden unter einem schlechten Arbeitsklima im Krankenhaus. Betroffen sind nicht nur Assistenzärzte, sondern auch ältere Oberärzte. „Ich habe es geschafft. Ich konnte mich aus dem Krankenhaus verabschieden und weiß, dass ich nie wieder im Krankenhaus tätig sein möchte.“ Dies schreibt ein mittlerweile niedergelassener Arzt für Innere Medizin, der lange Jahre unter den Arbeitsbedingungen im Krankenhaus gelitten hat.<< (6)

Und dass dann so ein Gesundheitssystem unter einer Kostenexplosion leidet, darf dann auch niemand mehr verwundern. Da hilft auch keine Kopfpauschale a la Überflieger Rösler und Partei, denn Mobbing muss man dadurch bekämpfen, dass man gesetzliche Grundlagen schafft, die die Opfer schützt, die Täter strafrechtliche belangt und der gesamte Schaden sowohl für die Opfer als auch für die Solidargemeinschaft durch die Mobber erstatte werden muss.

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1)http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/22/freispruch-fur-mobbingopfer/
2)http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/27/rachte-sich-krankenschwester-an-einer-kollegin-wegen-mobbing/
3) http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/08/der-sachverhalt-oder-eine-deutsche-mobbinggeschichte/
http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/02/das-bundesarbeitsgericht-und-die-anspruche-wegen-mobbing/

http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/01/anmerkungen-zum-mobbingfall-eines-krankenhausarztes/
4) http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/27/gewalt-und-mobbing-im-krankenhaus/
5) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,657073,00.html
6) http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=26520
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