Was tun ? Subjektives oder objektives Mobbing ?

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Was tun ? Subjektives oder objektives Mobbing ?

Beitragvon Tom » Di, 29 Jan 2008 3:10 +0000

Hier einige Ausführungen zum Ratgeber der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Umgang mit Mobbing:
Wenn aus Kollegen Feinde werden …
Der Ratgeber wurde seitens der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in der 16. Wahlperiode, unterzeichnet vom Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Herr Wolfgang Clement; online veröffentlicht.

Was hier von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geraten wird, betrifft in aller Regel das Mobbing, was die Betroffenen als (noch) subjektiv empfinden.
Wird Mobbing mit Vorsatz und als Firmenstrategie betrieben, dann sind die Vorschläge für Mobbing-Betroffene als weitgehend ungeeignet anzusehen !

Denn mit Vorsatz betriebenes Mobbing ist auffällig häufig von "mobbingtypischen Handlungen" gekennzeichnet.

Vielfach ist es für Mobbing-Betroffene nicht auseinander zu halten, ob es sich um „subjektiv empfundenes“ Mobbing oder vorsätzlich betriebenes Mobbing handelt.
Um das „subjektiv empfundene“ Mobbing heraus zu arbeiten, dafür wäre eine psychologische Beratung bei einer Psychologin oder einem Psychologen sinnvoll.

Richtig, so meine ich, wäre das Aufsuchen einer [url=http://wiki.mobbing-gegner.de/Mobbing/Links/SoliServ
]Mobbing-Selbsthilfegruppe[/url].


Hier die Vorschläge der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für Mobbing-Betroffene , die ggf. bei „subjektiv empfundenen“ Mobbing helfen können:
Es wird darauf verwiesen, dass gerade im Anfangsstadium "ein klärendes Gespräch" helfen könne.
Ein Versuch sei es Wert.
Auf jeden Fall müsse die Betroffene oder der Betroffene "aktiv bleiben", und "Feindseeligkeiten" dürften nicht erduldet werden.
Auch die "Deeskalation durch eignes Zutun" könne helfen.
Der Mobbingfall könne öffentliche gemacht werden und auch Gegenstand eines Arbeitsgerichtsprozesses werden, und dann müssten Zeugen vorher gesucht werden.
Auch eigne Aufzeichnungen könnten helfen, sowie die Beweissicherung wäre sehr wichtig.
Die gesamte Situation wäre sehr belastend, und deshalb müsse der Ausgleich für Seele und Geist gesucht werden.
Auch Ablenkung und Endspannung sei sehr wichtig.
Mobbing dürfe nicht zum beherrschenden Thema im Leben werden.
Auf keinen Fall dürften die Betroffenen alleine dastehen.
Vielmehr müssten sich die Betroffenen nach Helfern und Verbündeten (Zeugen) umsehen, da es auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gäbe, die nicht mitmobben würden, und diesen könnten die Betroffenen das Mobbing mitteilen.
Das stoppe zwar nicht das Mobbing, aber die Isolation der Mobbing-Betroffenen wäre ggf. beendet.
Und wenn dies nicht helfen würde, könnte auch der Betriebsarzt als beratende Stelle, wie auch Psychologen hinzugezogen werden, was auch helfen könne.
Auch Vorgesetzte könnten miteinbezogen werden.
Und wenn die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte mobben würde, - was in 80 % der Fall ist - , dann müsse die Geschäftsleitung oder die Personalabteilung eingeschaltet werden, da diese ein Interesse daran hätten, dass Friede und keine destruktive Zwietracht herrschen dürfe.
Und ausserdem wären Mobber-Vorgesetzte ungeeignet, was die Geschäftsleitung wissen sollte.
Das Einschalten der Mitarbeitervertretung sei wichtig, schliesslich müsse niemand alleine vor die Geschäftsleitung treten, um das (fast nie) zu beweisende Mobbing der Geschäftsleitung oder der Personalabteilung als bewiesenes Mobbing darzulegen.
Neben den betrieblichen Möglichkeiten sei das private Umfeld mit einzubeziehen.
Zudem wird geraten, den Hausarzt aufzusuchen, oder eine Psychologin oder einen Psychologen hinzuzuziehen, wie auch eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt könnte helfen, und hilfreich wären auch Mobbingberatungsstellen und Mobbingselbsthilfegruppen.
Doch am Ende des Kampfes gegen Mobbing stünde in aller Regel die Auflösung des Arbeitsvertrages, da es erwiesen sei, dass nur 20 % der Mobber mit Sanktionen zu rechnen hätten.

Anmerkung:
Was hier geraten wird, eignet sich bei vorsätzlich betriebenen Mobbing fast überhaupt nicht.
In solchen Fällen sind Vorgesetzte, Personalabteilung, Geschäftsführung, und auch die Mitarbeitervertretung am Mobbing beteiligt, oder zumindest wird nichts gegen Mobbing unternommen.
Vielfach ist es auch noch so, dass aus den zuvor genannten Gruppen leitende Personen derart lange im Betrieb verweilten, sodass Beziehungsgeflechte auf privater Basis (Schwiegersohn/Schwiegertochter/Neffen/Nichten/naher Bekanntschaftsgrad) entstanden sind.
Hinzu kommen noch Beziehungsgeflechte beruflicher Art und Weise.
Diese beiden Arten der Beziehungsgeflechte treten innerbetrieblich wie auch ausserbetrieblich auf.
Ausserbetrieblich reichen diese Beziehungsgeflechte bis in die Amtsstuben von Bund, Land, und Gemeinden.
Die Stellenkorruption lässt Grüssen.

Um dies präventiv zu erkennen, müssten die Mobbing-Opfer selbst zu diesem erlauchten Personenkreisen gehören, was aber kaum anzunehmen ist.
Dann würde ggf. auch auffallen, ob diese Personenkreise ein Führungsverhalten "gelernt" haben, dass zwar nach aussen hin als "objektiv zu betrachtendes Mobbing" zu werten wäre, aber eigentlich noch "subjektiv zu bewertendes Mobbing" ist, weil der Vorsatz und das Motiv fehlt.

Anders ist dies, wenn dieses "gelernte Führungsverhalten" dahin gehend ausufert, dass ständig arbeitsvertragliche Verpflichtungen offensichtlich mit Wissen nicht eingehalten werden, oder gar Beleidigungen nachweislich ausgesprochen werden, oder gar Körperverletzung nachweislich stattfand, oder gar ständiges gesundheitlich schädigendes Arbeiten eingefordert wird, (o. ä.) .

Aus solchen Personenkreisen unterlaufen immer wieder die gleichen Fehler, und zwar werden administrative Tätigkeiten unzulässig auf Untergebene übergeben.
An dieser Stelle wird die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte ggf. langfristig gesehen – unbewusst - zum Mobber und die Untergebenen ggf. zu Mobbing-Opfer.
Denn es stellt sich immer wieder die Frage, ob der Untergebene offiziell das Direktionsrecht ausüben darf, oder ob hier ein "Bevorzugen" vorliegt.
Dieses "Bevorzugen" führt häufig dazu, dass Untergebene als "neue Vorgesetzte" sich selbst Kompetenzen im Direktionsrecht zuspricht, obwohl dies so niemals der Fall hätte sein dürfen, was meist zu Zwietracht und Neid innerhalb einer Abteilung führt.
Ausserdem müssen die "neuen Untergebenen" die "neuen Vorgesetzten" akzeptieren, ob dies rechtens ist oder nicht, was wiederum Zwietracht auslöst.
Andererseits geben Vorgesetzte im Rahmen des Direktionsrechts unzulässig "unbequeme Arbeiten" gerne an Untergebene als "neue Vorgesetzte" ab, damit sich die Vorgesetzten selbst unzulässig entlasten können.

Was aber im Rahmen des Direktionsrechts zu delegieren ist, und was nicht, ist tatsächlich immer wieder eine schwierige arbeitsvertragliche, wie auch eine schwierige arbeitsrechtliche Frage, was besser mit einem Rechtsanwalt besprochen werden muss, - ggf. muss vor dem Arbeitsgericht eine so genannte Feststellungsklage erhoben werden - .
An dieser Stelle kann nur die Personalabteilung oder die Geschäftsabteilung tätig werden, und deshalb sind solche "seltsamen Vorkommnisse" in der Ausübung des Direktionsrechts bei den zuvor genannten Stellen geltend zu machen, bzw. als Anfrage zu Stellen.

Weitere Beiträge als Information:
Arbeitsueberlastung: Belegschaftsmobbing als Zusatzmobbingstrategie der Mobber-Firmen

Zum BAG-Urteil Az.: 8 AZR-593/06 , Sozialversicherungen forderten den Schadensersatz bei Mobbing nicht ein

Mobbing: Überhaupt vor der deutschen Arbeitsgerichtsbarkeit beweisbar ?

Mobbing: Was Tun ?

Gruss
Tom
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