Norbert Hansen Ex-Gewerkschafter bringt alle gegen sich auf

Die Bahn-Gewerkschaft GDBA

Moderator: Günter Spies

Norbert Hansen Ex-Gewerkschafter bringt alle gegen sich auf

Beitragvon Admin » Di, 20 Mai 2008 7:41 +0000

Ex-Gewerkschafter bringt alle gegen sich auf
Der neue Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn, Norbert Hansen, hat einen weiteren Personalabbau in dem Konzern angekündigt. Hansen, der bis vor wenigen Tagen Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet war, verlangt von den Beschäftigten mehr Effizienz.


Norbert Hansen hat die Seiten gewechselt. Der Ex-Gewerkschaftschef ist jetzt Manager bei der Bahn. Foto: ap
Bild vergrößernNorbert Hansen hat die Seiten gewechselt. Der Ex-Gewerkschaftschef ist jetzt Manager bei der Bahn. Foto: ap

HB BERLIN. „Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen“, wurde Hansen in der „Bild“-Zeitung zitiert.

Der Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn pfiff seinen neuen Angestellten jedoch in scharfer Form zurück. Der Bahnchef erklärte am Freitag: „Spekulationen über einen Personalabbau bei der Bahn sind an den Haaren herbei gezogen. Es gibt weder entsprechende Pläne und schon gar nicht gibt es derartige Beschlüsse. Richtig ist viel mehr, dass es im Zuge der Teilprivatisierung bis 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.“ Auch die Bundesregierung hat an die vereinbarte Beschäftigungssicherung erinnert. Dies sei für die Politik „ein zentraler Punkt, der nicht zur Disposition gestellt wird“, sagte der Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin.

Hansen berichtete der Zeitung, auch in seiner Funktion als Chef der Gewerkschaft Transnet habe er Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen müssen. Das sei kein angenehmer Job gewesen, aber es sei ihm immer gelungen, ohne Kündigungen auszukommen. „Das wird auch mein Ziel bei der Bahn sein.“

Von den Mitarbeitern der Bahn forderte der neue Arbeitsdirektor, effizienter zu werden: „Es gibt mittlerweise viele regionale Bahngesellschaften, die zeigen, wie es gehen kann. Da ist dann zum Beispiel ein Zugführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern, sondern kann in den Zugabteilungen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken.“ So etwas sei bei einem großen Konzern wie der Bahn zwar schwieriger, aber in diese Richtung müsse das Unternehmen langfristig denken.

Die Bahn-Gewerkschaft GDBA hat Hansens Forderungen energisch widersprochen. „Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter ist zwischenzeitlich so hoch, dass es für solche Überlegungen keinerlei Spielräume gibt“, sagt GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel am Freitag. „Viele Kolleginnen und Kollegen gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch, da kann kein einziger Arbeitsplatz mehr abgebaut werden.“ Hommel kündigte erheblichen Widerstand an, sollte die Bahn entsprechende Pläne ernsthaft verfolgen. „Dann droht Krach, aber richtig.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wo für Hansen bei der Privatisierung die Grenze liegt

Hansen war in der vergangenen Woche von der Spitze der Gewerkschaft Transnet zurückgetreten, um den Posten als Bahn-Arbeitsdirektor anzunehmen. Daraufhin waren Vorwürfe laut geworden, er sei für die loyale Unterstützung von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn belohnt worden. Der Gewerkschafter habe aus Eigennutz gehandelt und sei aus Karrieregründen mit seiner ganzen Organisation für eine Teilprivatisierung der Bahn eingetreten. Hansen hatte dies als „aberwitzig“ zurückgewiesen.

Mit Blick auf die weitere Privatisierung der Bahn sagte Hansen: „Für mich ist wichtig, dass der Bund weiter das Sagen hat – also die Mehrheit der Anteile besitzt.“ Die Obergrenze der Privatisierung liege für ihn bei 49,9 Prozent.

Am Donnerstag hatte der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn den Teil-Börsengang des Konzerns beschlossen: Damit können sich Investoren an 24,9 Prozent des Unternehmens beteiligen.

Hansens Nachfolger an der Transnet-Spitze ist der bisherige Stellvertreter Lothar Krauß, der am heutigen Freitag offiziell vom Beirat gewählt worden ist.

Die Initiative „Bahn von unten“ forderte den Rücktritt des gesamten Transnet-Vorstandes und die Einberufung eines außerordentlichen Gewerkschaftstages. „Die Transnet-Mitglieder müssen die Gewerkschaft wieder unter ihre Kontrolle bekommen“, sagte der Vertreter der Organisation, Hans-Gerd Oefinger, der „Berliner Zeitung“.

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