Bekleidungskonzern H&M-Filiale/ Augsburg und Andere

In diesen Firmen wird gemobbt. Ich hoffe ich muss nun kein Backup einspielen!

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Bekleidungskonzern H&M-Filiale/ Augsburg und Andere

Beitragvon Tom » Fr, 29 Feb 2008 12:19 +0000

SPIEGEL online am 28.02.2008:

Die Verkäuferin Erika Glaser arbeitete in einer H&M-Filiale in Augsburg. Im Jahr 2003 wurde sie in den Betriebsrat gewählt. Ab diesem Zeitpunkt habe die Filialleitung die Kollegen gegen das dreiköpfige Gremium aufgehetzt und die Arbeitnehmervertreter unter Druck gesetzt. Einmal sei ihr bei einem Streit mit der Filialleitung sogar körperliche Gewalt angedroht worden. "Die haben jedes Geschütz gegen uns aufgefahren", sagt auch die Vorsitzende des Betriebsrates der Augsburger Filiale, Alexandra Treusch. Eine geplante Mitarbeiterversammlung wurde ihr zufolge einfach verboten. Die Filialleitung habe mehrfach Post an den Betriebsrat geöffnet und in Einzelgesprächen "erheblichen Druck" erzeugt. "Irgendwann reden manche Kollegen nicht einmal mehr mit einem, weil sie Angst haben, es könnte ihnen negativ von der Geschäftsleitung ausgelegt werden", sagt Glaser.

Die Sache mit der geöffneten Post wollten Glaser und Treusch nicht auf sich sitzen lassen. Sie zeigten die Filialleitung an. Die versuchte, daraufhin die Beiden zu kündigen. Doch die Entlassung eines Betriebsrats muss vor dem Arbeitsgericht durchgefochten werden. Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass die beiden Betriebsräte mit der Anzeige "weder wissentlich falsch noch unverhältnismäßig" gehandelt hätten.

Deutschlandweit sah es nicht besser aus: "Die Geschäftsführung wollte die Arbeitnehmervertreter von Beginn an isolieren",
Malene Volkers, die bei Ver.di deutschlandweit die H&M-Betriebsräte betreut, sagte:
"Bei H&M werden systematisch Betriebsräte behindert und diskriminiert – das geht bis hin zu Mobbing. Mitarbeiter würden gezielt gegen das Gremium aufgehetzt.“
30 Prozent der Angestellten in dessen deutschen Filialen würden in "prekären Arbeitsverhältnissen"arbeiten.
Meist agierten die Filialleiter laut Volkers allerdings "subtiler".
"In Einzelgesprächen werden Mitarbeiter, die einen Betriebsrat gründen wollen, regelrecht zermürbt." Ihnen würden mögliche Nachteile für die Karriere aufgezeigt. "Dann wird ihnen klar gemacht, dass sie nicht länger zur Familie gehören, wenn sie an ihren Plänen zur Betriebsratsgründung weiter festhalten", sagt Volkers. Wahlvorstände würden von einem Tag auf den anderen nur mehr gesiezt. "Das ist in einem Unternehmen mit vielen jungen Mitarbeitern, in dem das Du obligatorisch ist, durchaus wirkungsvoll", so Volkers. Ähnliches berichtete Orhan Akman, der bei Ver.di Bayern für H&M zuständig ist.
Dem Ver.di-Mann zufolge gibt es bei H&M Deutschland sogar einen eigenen Mitarbeiter, der nur dafür zuständig sei, Betriebsratsneugründungen zu sabotieren.
Eine in der Öffentlichkeit bislang weitgehend unbeachtete Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2006 kommt zu einem anderen Ergebnis:

Es könne "sowohl von Behinderungen als auch von einer systematischen Diskriminierung gegenüber Interessenvertretern gesprochen werden", heißt es darin.
Die in elf H&M-Filialen befragten Betriebsräte bejahten durchweg die Frage nach Behinderungen der alltäglichen Arbeit ihres Gremiums.
Zwei Drittel der Arbeitnehmervertreter berichteten, sie erlebten diese sogar "häufig" oder "sehr häufig".

"Einschüchterung, Ausgrenzung oder Diskriminierung einzelner Mitarbeiterinnen oder Betriebsräte, Beeinflussung der Stimmung in der Belegschaft gegen die Wahl eines Betriebsrates, Missachtung der Mitbestimmung"

– die Liste der in der Studie enthaltenen Vorwürfe ist lang.
Mehrere Betriebsräte schildern Fälle, in denen Mitarbeiterinnen wegen des hohen Drucks kündigen. Sie berichteten von Schlafstörungen, dem Gefühl, ausgegrenzt und stigmatisiert zu werden, wie die Probleme bei der Arbeit zu Schwierigkeiten mit dem Ehe- oder Lebenspartner führen. In zwei Filialen verloren Beschäftigte aufgrund des psychischen Drucks laut der Studie massiv an Gewicht.

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Re: Bekleidungskonzern H&M-Filiale/ Augsburg und Andere

Beitragvon Tom » Mi, 30 Jul 2008 1:08 +0000

Weitere Infos:

Die Presse online am 30.07.2008:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) wirft dem deutschen H&M gezieltes Mobbing gegenüber den Betriebsräten vor.
Betroffene Personen erzählen von Schikanen, systematischem Ausschluss und Ausgrenzung.

Den Personalvertretern werden oft elementare technische Hilfsmittel wie Internet und Telefon verweigert.
In einem Schauprozess klagte der Betriebsrat einer H&M Geschäftsstelle in Hannover die Nicht-Bereitstellung von Fax und Internetanschluss ein.
Nachdem H&M vor dem Arbeitsgericht verlor, ging der Konzern weiter bis zum Bundesarbeitsgericht, doch auch dort erfuhr der Textilriese eine Niederlage.
Dennoch lässt die Geschäftsleitung von H&M weiterhin Betriebsräte wegen der gleichen Angelegenheit vor Gericht ziehen.

In den deutschen Filialen in Unterfranken und Niedersachsen soll mehreren Personen das Gehalt gekürzt worden sein, weil sie die Teilnahme an Gewerkschaftsseminaren nicht ankündigten oder die Betriebsleitung einen Betriebsrat für gar nicht notwendig befand.
In einem Brief an einen Betriebsrat heißt es etwa ''Im Wiederholungsfall musst Du mit einer fristlosen Beendigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses rechnen.''

Marlene Volkers (Ver.di) betreute in ganz Deutschland H&M Betriebsräte.
Sie berichtet von den verschiedenen Strategien der Geschäftsführung, Betriebsräte zu mobben
So ist etwa das plötzliche Siezen, in einem Unternehmen in dem das Du obligatorisch ist, eine durchaus effiziente und diskriminierende Maßnahme.

Anmerkung:
Ich meine, Bullying, Korruption, und Arbeitsschutz muss Wahlkampfthema werden.
Wählt nicht die CDU, SPD, die Bauernpartei CSU, oder die FDP, denn diese Parteien, deren Lobbyisten, deren Beziehungsgeflechte bis in Wirtschaft und Justiz, sind es im Grunde Schuld, weil sie zu wenig gegen die Missstände in Deutschland taten, so dass solche Fälle möglich werden konnten.

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