Als "Pöbel im Rathaus" hatte der Ex-Bürgermeister von Rehau und Ex-CSU-Regent, Edgar Pöpel, schon mehr als einmal Schlagzeilen gemacht.
So war unter anderem am Landratsamt Hof ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten Pöpel anhängig, in dem ihm zum Beispiel Verstöße gegen das Personalvertretungsgesetz, Beleidigung von Stadträten und Mobbing städtischer Bediensteter zur Last gelegt wurden.
Darüber hinaus musste der Bürgermeister einen Strafbefehl über 6000 Mark akzeptieren, und er wurde damit einmal mehr wegen Beleidigung verurteilt.
Er hatte dem Rehauer Personalratsvorsitzenden vorgeworfen, seine Aufgaben "unvollständig, schlampig und ohne Sachkunde" zu erfüllen - womit er auf einer Stufe mit dem SPD geführten Landratsamt Hof stehe, das "altmodisch, unwirtschaftlich und oft an der Sache und am geltenden Recht vorbei" arbeite.
Deutschland weit sorgte er für Aufsehen, als er in einem "Toilettenbrief" die lange WC-Verweildauer seiner Angestellten thematisiert hatte.
Interessant war auch die "Frühstückssemmel-Affäre":
Ein Mitarbeiter des Bauhofs soll, so lautet der Vorwurf, auf seiner frühmorgendlichen Tour zur Entleerung der Papierkörbe an einer Metzgerei halt gemacht und sich eine Brotzeit gekauft haben.
Außerhalb der gültigen Pausenregelung.
Der Bauhofleiter beobachtete den Vorfall, meldete ihn der Stadtverwaltung, die ihrerseits eine Abmahnung schickte: unentschuldigt von der Arbeit entfernt, unerlaubt ein städtisches Fahrzeug privat zweckentfremdet - so war es zu lesen.
Was nicht in der Abmahnung stand, gegen die der betroffene Mitarbeiter inzwischen Widerspruch beim Arbeitsgericht Hof eingelegt hatte, war, dass der Mann Mitglied der Personalvertretung war, und dass dieses Gremium Bürgermeister Edgar Pöpel ganz und gar nicht behagte.
Erst vor dem Landesarbeitsgericht Nürnberg hatte der wegen einer Frühstückssemmel abgemahnte Bauhof-Mitarbeiter erreicht, dass nicht mehr er allein zum Putzen öffentlicher Toiletten abgestellt wurde.
Zuvor musste er verhärtete Exkremente mit dem Schraubenzieher abkratzen.
Doch Pöpel hatte sich eine neue Strafarbeit ausgedacht:
Als einziger Stadt-Angestellter muss er in einem Tätigkeitsnachweis seine Arbeitskraft unter Beweis stellen.
Dazu habe er gekehrte Straßen abzuschreiten und zu vermessen.
*1)
Die Süddeutsche Zeitung meldete in der Ausgabe vom 12.08.2006, dass dem Ex-Mobber-Bürgermeister Edgar Pöpel in den letzten Amtsjahren, und damit für die Dauer von vier Jahren, das Gehalt um ein Siebte gekürzt wurde.
Das Verwaltungsgericht Ansbach urteilte den mehrfach vorbestraften Kommunalpolitiker ab.
Der 64-jährige durfte sich nicht weiter daneben benehmen, und er durfte Mitarbeiter nicht weiter schikanieren.
Pöpel musste mit der Entfernung aus dem Dienst rechnen.
Der Vorsitzende der Ansbacher Disziplinarkammer, Gerhard Kohler, sagte, das Stadtoberhaupt habe einen Drang, "Mitarbeiter zu mobben und schlechtest zu behandeln". Auf Kritik reagiere er mit Beleidigungen.
Die vierjährige Gehaltsreduzierung sei eine Art "Erziehungszeit".
Das Vorstrafenregister des Kleinstadt-Bürgermeisters reichte von Nötigung und Beleidigung bis hin zum Verrat von Dienstgeheimnissen.
Besonders die vielfältigen Bemühungen Pöpels, den Leiter des Rehauer Bau- und Liegenschaftsamts aus dem Amt zu drängen, erzeugten ein deutschlandweites Echo.
*2)
Unvergessen war der Fall „Helmut Auer“.
Der Leiter der Bauverwaltung, bei Pöpel in Ungnade gefallen, musste zum Beispiel Lampenmasten auf Rost überprüfen; auch seine Toilettengänge wurden bespitzelt.
Weil Auer angeblich das Licht beim Verlassen nicht gelöscht hatte, warf ihm Pöpel „verantwortungslosen Umgang mit Mitteln des Dienstherrn“ vor.
Die Stichwörter „Bademeister Opitz“ oder „Einpark-Skandal Janker“ waren weitere Mobbing-Fälle, die Pöpel produzierte.
Seine Art des Führungsstils brachte den Bürgermeister mehrfach vor den Kadi und wurde dort zum Teil mit drastischen Geldstrafen belegt.
Ein Richter bezeichnete Pöpel einmal sogar als „absolutistischen Dorfkönig“.
Die Frankenpost meldete am 03.04.2007 das Amtsende des Mobber-Bürgermeisters Pöpel.
*3)
Das Ende der 24-jährigen Amtszeit des Herrn Pöpel war eine Erlösung für die schikanierten Untergebenen.
Quelle:
*1)
17.11.2001
http://www.welt.de/print-welt/article48 ... olgen.html
*2)
http://www.gilching-aktuell.de/53222998 ... index.html
*3)
03.04.2007
http://www.frankenpost.de/nachrichten/r ... id=1108063
Gruss
Tom


