Immer mehr Arbeitnehmer psychisch krank

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Immer mehr Arbeitnehmer psychisch krank

Beitragvon Tom » Mo, 29 Mär 2010 6:22 +0000

heute-gesund-leben.de online am 24.03.2010:

Mobbing, Storking, Arbeitslosigkeit: Die härter gewordene Arbeitswelt fordert ihren Tribut: Immer mehr Arbeitnehmer werden psychisch krank. Die Fehlzeiten von Arbeitnehmern haben sich seit 1990 verdoppelt. Dabei ist fast jede zehnte Krankschreibung auf psychische Probleme zurückzuführen. Dies geht aus einer am gestrigen Dienstag vorgestellten Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hervor. „Als Psychotherapeuten sind wir von dieser Zunahme nicht überrascht”, bekannte Kammerpräsident Rainer Richter. Einerseits werden psychische Krankheiten von den Ärzten heute viel eher erkannt als früher. Es sind aber laut dem Kammerpräsidenten vor allem „spezifische Belastungen in der modernen Arbeitswelt“ für die Erkrankungen verantwortlich. Ganz besonders Arbeitnehmer, die in der Dienstleistungsbranche sowie in Sozial- und Gesundheitsberufen arbeiten, sind von seelischen Erkrankungen betroffen. Dabei leiden Frauen doppelt so häufig unter Depressionen als Männer. „Die Gesundheit des Menschen ist dann besonders gefährdet, wenn er an seinem Arbeitsplatz erlebt, dass er wenig oder nichts bewirkt“, erklärt Richter. Ein Ungleichgewicht zwischen Einsatz und Entlohnung könne ebenfalls zu psychosomatischen Beschwerden führen. Aber auch der Verlust des Arbeitsplatzes kann gravierende psychische Probleme verursachen: So sind Arbeitslose drei- bis viermal so häufig psychisch krank als Beschäftigte.

Gruss
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Re: Immer mehr Arbeitnehmer psychisch krank

Beitragvon Menetekel » So, 25 Apr 2010 11:19 +0000

Hallo,
ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und würde mich über Antworten freuen. Seit 1989 bin ich - nach einem geförderten Studium - Mitarbeiter bei Telekom. Ich wurde von Anfang an gemobbt, anfangs von Mitarbeitern, seit 2000 auch von Vorgesetzten. 2001 eskalierte das so, dass ich einen stillen Herzinfarkt bekam, der ¼ Jahr später zufällig entdeckt wurde. Als mein Chef mir sagte, dass man mit gezinkten Argumenten ein Disziplinarverfahren gegen andere machen kann, so dass der degradiert wird, schaltete ich den Betriebsrat ein. Dem fielen in gemeinsamen Gesprächen mit meinem mittelbaren und unmittelbaren Vorgesetzten aber nichts weiteres, als freundschaftliche Ermahnungen ein. Auf das Thema Mobbing reagierte er sehr hektisch und wollte davon nichts hören.

2003 wurde ich durch einem geschickten Schachzug mit Billigung des Betriebsrates in die Auffanggesellschaft Vivento versetzt. Hier hat man mir, wenn überhaupt, nur Sachen angeboten, die eine reine Beschäftigungsmaßnahme waren. Dann drohte man mir, mich 250 km weiter weg nach Bonn zu versetzen, obwohl da 10.000 Kräfte freigesetzt wurden. Ich hatte dann den Einfall, mich als Lehrer auszuleihen. Da ich da wider Erwarten großen Erfolg hatte, ich wurde sogar dorthin abgeordnet, hat man mich kurzerhand einfach abgemeldet und mir das lapidar per Email mitgeteilt.

Seit 2009, als man mich in ein Callcenter stecken wollte, bin ich mit Depression und Burnout krankgeschrieben. In einem Präventionsgespräch verplapperte sich die anwesende Betriebsrätin und ich erfuhr, dass meine Vermittlerin über mich falsche Sachen erzählte, die mich und meine Arbeitsmoral in ein schlechtes Licht rückten. Darauf angesprochen litt sie unter „Gedächtnisschwund“.

Ich musste alle drei Monate zum Amtsarzt, dessen Empfehlungen an Vivento wurden ignoriert. Jetzt will mich der Amtsarzt in den Vorruhestand schicken. Davon abgesehen, dass das für mich ein erheblicher finanzieller Verlust bedeuten würde, ist eigentlich die Ursache meiner Erkrankung, das permanente Mobbing, seit 1990.
Eine Umschulung bringt nichts, da ich dorthin zurückkehren würde, wo alle die Mobber sind. Die würden mit Freude da weitermachen, wo sie 2003 aufhörten.
Da mein Anwalt, der mit der Sache vertraut scheint doch sehr verhalten agiert, vielleicht hat irgendjemand ähnliches durchgemacht und eine Idee.
Menetekel
 
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