Mobbing - allgemeine Info

Alles rund um das Thema Mobbing, was nicht in die Thematik der übrigen Kategorien passt.

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Mobbing - allgemeine Info

Beitragvon Tom » Fr, 01 Dez 2006 12:56 +0000

Unter dem Titel "Mobbing am Arbeitsplatz" hatte ich bereits 2003 eine zusammenfassende Erstinformation geschrieben, die ich dem Forum und seinen Usern gern zur Verfügung stelle.

Vielleicht ist sie nicht mehr ganz aktuell.
Wer sie verwenden möchte, kann das ohne weiteres tun, darf sie auch ändern, falls nötig.
Ich betrachte diesen Aufsatz sozusagen als "Textbaustein" und lege keinen Wert auf irgendwelche "Autorenrechte", denn mir geht es um die Sache.
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Re: Mobbing - allgemeine Info

Beitragvon Tom » Fr, 15 Feb 2008 2:47 +0000

Herr Gerhard Röder, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Stuttgart, resümierte im Tagesspiegel online vom 15.02.2008:

In Deutschland gibt es zwar keine Statistik über berufsbedingte Suizide. Doch Stress und Existenzängste plagen auch hierzulande immer mehr Arbeitnehmer.
Dabei ist das Wohlergehen der Beschäftigten nicht zuletzt „Chefsache“:

Denn neben der Pflicht zur Lohnzahlung und zur Bereitstellung eines Arbeitsplatzes kennt das deutsche Recht auch eine weitreichende „Fürsorgepflicht des Arbeitgebers“. Wichtige gesetzliche Grundlage dieser Verpflichtung ist Paragraf 241 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) – eine allgemeine Vorschrift, die für alle Schuldverhältnisse und damit auch für das Arbeitsverhältnis gilt. Danach ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Rechte aus dem Arbeitsverhältnis nur unter Berücksichtigung der Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Arbeitnehmers auszuüben. Weitere, sehr viel konkretere Regelungen sind zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz oder das Arbeitschutzgesetz. Einige dieser Gesetze werden wiederum durch Verordnungen wie die Arbeitsstättenverordnung oder die Bildschirmarbeitsverordnung ausgestaltet.
Sie enthalten zum Beispiel messbare Vorgaben für die Qualität der Beleuchtung am Arbeitsplatz oder die Frequenz von Computermonitoren.
Neben Leben und Gesundheit der Mitarbeiter müssen auch ihre persönliche Ehre und Integrität, ihre Privatsphäre sowie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung im Betrieb gewährleistet sein.

Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Chef seine Angestellten vor Mobbing oder bad word Belästigung bewahrt.
So ist er verpflichtet, Hinweisen auf Schikanen nachzugehen, etwa durch die Befragung von Zeugen. Bestätigt sich der Verdacht, muss er den „Mobber“ – notfalls per Abmahnung – in seine Schranken verweisen oder sogar entlassen.

In der Praxis lässt allerdings schon der Nachweis von Mobbing viele Betroffene kapitulieren. Denn die Vorgänge müssen wiederholt auftreten und exakt dokumentiert werden, das Verhalten von Vorgesetzten eingeschlossen.
Neben der Beweislast stellt auch die Frage der Ursächlichkeit ein häufiges Problem dar. So entschied beispielsweise das Bundesarbeitsgericht, dass ein Unternehmen nicht für jeden Selbstmord im Büro einstehen muss.
Eine Haftung bestehe nur, wenn der Suizid auf ein unmittelbar vorhergegangenes betriebliches Ereignis zurückzuführen sei (Az.: 5 AzR 611/77).
In diesem Fall würde er ähnlich einem Arbeitsunfall Versorgungsansprüche bei den Hinterbliebenen auslösen.

„Gegen materielle und soziale Benachteiligungen sind deutsche Arbeitnehmer umfassend geschützt“, resümierte Gerhard Röder, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Stuttgart.
Schwer messbar sei dagegen, ob eine zugespitzte betriebliche Situation tatsächlich die Ursache für stressbedingte Gesundheitsschäden darstelle.

Anmerkung:
Gesetze und Pflichten des Arbeitgebers gegen Mobbing JA!, Beweis=Null

Gruss
Tom
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Re: Mobbing - allgemeine Info

Beitragvon Tom » Fr, 15 Feb 2008 2:49 +0000

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Re: Mobbing - allgemeine Info

Beitragvon Tom » Di, 26 Feb 2008 3:06 +0000

Und immer wieder wichtig !

Personalentscheider und Vorgesetzte verlangen von Untergebenen immer wieder Unterschriften unter Dokumente !
In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder gerne über "Krankheiten gesprochen".
Niemals über die eignen Krankheiten mit dem Vorgesetzten oder mit den Personalentscheidern reden !

Niemals etwas unter Druck unterschreiben !
Bedenkzeit einfordern !
Erst einmal unterschrieben, hat der Arbeitgeber häufig das, was er wollte !

Besser ist erstmal das zu unterzeichnende Schriftstück mit nach Hause zu nehmen und ggf. einen Anwalt konsultieren.

Weil das häufig zu teuer ist, würde ich eine Mobbing-Selbsthilfegruppe aufsuchen !
Häufig haben hier die Betroffenen gleichermassen die Erfahrung machen müssen.
Hier kann dann das zu unterzeichnende Schriftstück "unter die Lupe" genommen werden !

Gruss
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Re: Mobbing - allgemeine Info

Beitragvon Tom » Di, 03 Jun 2008 1:51 +0000

DIE WELT online am 28.04.2008:

Dumme Sprüche, leere Floskeln und persönliche Beleidigungen gehören mitunter zum Berufsalltag. Wer sich solche Sprüche gefallen lässt und rhetorisch nicht gekonnt zurückschlägt, habe schlechte Karten. Man solle keine Sorge haben, denn Schlagfertigkeit könne man trainieren, so Günther Beyer, Kommunikationstrainer aus Lindlar
Beispiel aus dem Mobber-Alltag:
"Was hier richtig ist, weiß ich am besten!", sagt der Chef. "Das haben wir schon immer so gemacht", behauptet die Sachbearbeiterin, die seit 20 Jahren am selben Schreibtisch sitzt. "Völlig idiotisch!" sagt kopfschüttelnd eine Mitarbeiterin aus einer anderen Abteilung. Die Idee wird verworfen, die Mitarbeiter kehren mit gesenkten Häuptern an ihre Arbeitsplätze zurück. Konstruktive Vorschläge sind in nächster Zeit nicht mehr von ihnen zu erwarten.
Aktion gegen Mobbing:
"Schlagfertigkeit: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt" , ein solches Seminare müsse belegt werden, und schon sei eine verbesserte Lage vorhanden, meint Günther Beyer. “Wer einen verbal angreift und dabei unter die Gürtellinie schlägt, wolle nicht siegen, sondern besiegen. Man müsse auf der gleichen Ebene kontern, um zu zeigen: Mit mir kannst du das nicht machen", meint Beyer. Für das Wohlbefinden und für das berufliche Weiterkommen sei es wichtig, dass man sich nicht abbügeln oder über den Mund fahren lässt. Schließlich ginge es darum, das eigene Gesicht und auch die Position in der Öffentlichkeit zu bewahren. Einigen Zeitgenossen sei die seltene Gabe der Schlagfertigkeit in die Wiege gelegt worden, der Rest der Menschheit ärgere sich tage- und wochenlang über Verbalattacken. Doch Schlagfertigkeit liesse sich trainieren. "Wer zu scharf zurück schießt, läuft Gefahr, dass sich die anderen Anwesenden auf die Seite des Angreifers schlagen", meint Günther Beyer, deshalb sei in aller Regel die Soft-Taktik anzuwenden.
Beispiel der Meike Müller, Karrierecoach und Autorin:
Die Frage: "Welcher Dummkopf hat Ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt?"
Die Gegenfrage "Welchen Floh meinen Sie?"
Auf diesem Weg setze man den anderen unter Rechtfertigungsdruck und könne darauf hoffen, dass Worte und Argumente schnell ausgehen. Eine "Gegenfragen-Straße" aufbauen, so die Taktik des Günther Beyer.
Beispiel „Kritik an der Kleidung“ des Günther Beyer:
"Warum sagen Sie das?". "Verstehen Sie etwas von Mode?“ "Was sind denn die Trendfarben der Saison?" Höre die Meckerei nicht auf, dann müsse man sagen: "Sie sehen doch unmöglich aus.“ Und dann müsse der Strategiewechsel erfolgen, und die Wahrheit-Meinungs-Taktik Anwendung finden. Der Spruch "Das mag Ihr subjektives Empfinden sein, aber ich sehe das ganz anders!" könne helfen. Die Ex-Kanzler Schröder-Taktik könne als Steigerung bei passender Gelegenheit eingesetzt werden.
Beispiel-Vorwurf zweier Journalisten:
"Die Schwierigkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Partei fangen doch erst an. Wenn Sie Realist sind, müssen Sie das zugeben!"
Schöder-Konter:
"Das mag Ihre Wahrheit sein, das ist aber nicht die Wahrheit. Die Schwierigkeiten, die Sie sehen, sind nun mal nicht da."
Im Umgang mit notorischen Querulanten müsse die "Humor-Taktik" als Königsdisziplin Anwendung finden, meint Günther Beyer.
Man müsse dem anderen unmissverständlich erklären: "Das ist Ihr Problem!"
Beispiel von Frau Meike Müller:
Sagteein notorischer Bremser: "Ich habe das Gefühl, dass die Zeit noch nicht reif dafür ist", könne man antworten: "Vielleicht ist es an der Zeit, mal ihre eigene Gefühle zu überprüfen."
Aber das alles reiche nicht, denn die Körperhaltung müsse auch stimmen.
Tabu seien alle Gesten, die Unsicherheit oder Nervosität bekunden, wie unsicheres Kratzen am Kopf und ein hilfloses Rudern mit den Armen.
Die WELT online am 02.06.2008 meinte, dass verdeckte Intriegen zu erkennen seien und eine Abwehr bei Mobbing in der Praxis bedeute.
Wer als Einzelkämpfer ganz alleine mit dem Rest der Belegschaft ringt, ist schneller angreifbar. Man sollte keine Sonderrechte für sich selbst einfordern und sich anderen gegenüber so fair wie möglich verhalten. Der beste Schutz gegen Intrigen und Mobbing sei deshalb ein gutes und ehrliches Verhältnis zu möglichst vielen Kollegen der unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen (- also Anpassung auf der ganzen Linie -).



Anmerkung:
Na ja, wenn es um Rumgemopper geht, mögen solche Psychospielchen noch Wirkung haben, insbesondere dann ist die Wirkung vorhanden, wenn die Unternehmensführung auf ein gutes Betriebsklima zurückgreifen möchte, damit das Personal effektiv arbeitet und die Unternehmensführung selbst an einem guten Betriebsklima interessiert ist, und die Vorgesetzten dafür Sorge tragen, damit das gute Betriebsklima erhalten bleibt. Aber in vielen Unternehmen ging es in der Vergangenheit nicht um Rumgemopper, sondern um Mobbing als Strategie zur Personalreduzierung. Die “mobbbingtypischen Verhaltensweisen“ fanden Anwendung. Ob da solche oben genannten Psychospielchen hätten Abhilfe schaffen können, durfte bezweifelt werden. Selbst gerichtliche Auseinandersetzungen brachten wenig Erfolg für Mobbing-Opfer, dafür um so mehr Erfolg für Mobber. Hier einige Beispiele unter Mobbing und unter Hier wird gemobbt. Das hatte Hintergründe, einige davon können hier nachgelesen werden. Rechtliche Schritte gegen Mobbing konnten keinen Erfolg versprechen, die Ursachen sind zum Teil hier nachzulesen. Vielmehr war gegen Huschrecken, Korrupties, und deren Erfüllungsgehilfen und Verrichtungsgehilfen als Mobber kaum ein Kraut gewachsen.
Ob da die gut gemeinten Hinweise, wie sie DIE WELT online am 02.06.2008 weiter gab, hätten helfen können, durfte bezweifelt werden.
Vielmehr waren die Hinweise geeignet, präventiv gegen Mobbing vorzugehen.
Weitere Möglichkeiten auch bei Mobbing-Gegner:
… allgemein über Mobbing …
… Mobbing erkennen …
… Hilfe bei Mobbing …
… oder mal ein Praktikum …



Ich meine, Mobbing, Korruption, und Arbeitsschutz muss Wahlkampfthema werden.
Deshalb:
Wählt die SPD, die CDU, die Bauernpartei CSU, die FDP nicht mehr, - zu keinem einzigen Mandat mehr ! -

Gruss
Tom
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