Mobbing auf höchstem Niveau im Augsburger Autohaus

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Mobbing auf höchstem Niveau im Augsburger Autohaus

Beitragvon Tom » Mo, 29 Mär 2010 6:15 +0000

Augsburger Allgeneine online am 24.03.2010:

„Das war Mobbing auf höchstem Niveau“, urteilte die Amtsrichterin Cornelia Böttcher. Im Prozess gegen seinen 23 Jahre alten Ausbilder verurteilte sie diesen zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe.
Offen blieb in dem Prozess, weshalb in dem Autohaus niemand einschritt und den Leidensweg des Lehrlings beendete. Er selbst traute sich lange nicht, den Mund aufzumachen. „Ich war ihm doch unterstellt, wollte meinen Ausbildungsplatz nicht verlieren.“
Was war geschehen ?
Schon an seinem ersten Arbeitstag im September 2008 war Matthias C. nach eigenen Angaben von seinen Arbeitskollegen klar gemacht worden, er sei jetzt der „Arsch“. Der schon äußerlich sensibel wirkende Jugendliche wurde Zielscheibe, besonders des Angeklagten.
Weil es ihm nicht gelang, mit Wucht zugeworfene, schwere Schraubenschlüssel aufzufangen, musste er diese wie ein Hund zurückbringen, worauf sie ihm erneut zugeworfen wurden.
Im Januar 2009 und Februar 2009 lief der 16-Jährige beinah täglich in der Werkstatt mit nassen Schuhen und Strümpfen herum. Auf Befehl musste er sich morgens einen Eimer kaltes Wassers über die Füße schütten. Begründung des Angeklagten: Er habe nur gewollt, dass sein Azubi wach werde.
Ein anderes Mal, als der 16-Jährige gerade auf der Leiter stand, spritze ihm sein Ausbilder Bremsflüssigkeit auf die Arbeitsschuhe. Vergeblich versuchte Matthias C., weil sich die ätzende Säure schmerzend bis auf seine Haut durchfraß, sie mit einem Hochdruckreiniger abzuspülen.
Eine der schlimmsten Demütigungen geschah, als dem jungen Mann ein Fehler unterlaufen war. Auf Befehl des Angeklagten musste er zu jedem seiner Arbeitskollegen gehen und bekennen: „ Ich bin ein Idiot.“

Matthias C., der eine Zeit lang in psychotherapeutischer Behandlung war, ging es später „viel besser“. Er hat den Beruf gewechselt und machte eine Lehre als Lagerist.
Auch der Angeklagte, nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er fristlos gefeuert, arbeitet nicht mehr als Automechaniker. Nach Angaben von Rechtsanwalt Gerd Müssig soll er bereit gewesen sein dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 3600 Euro zu zahlen. Das Gericht verpflichtete ihn außerdem zu 2000 Euro Geldbuße an eine gemeinnützige Organisation.

Gruss
Tom
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