Mobbingtagebuch

Alles rund um das Thema Mobbing, was nicht in die Thematik der übrigen Kategorien passt.

Moderator: Moderatoren

Mobbingtagebuch

Beitragvon Anonym am Sa, 04 Mär 2006 8:11 +0000

Hallo zusammen,

kann mir jemand von Euch sagen, wie ein Mobbing-Tagebuch aufgebaut sein muss, damit es bei Gericht als Beweismittel anerkannt wird.

Sollte man / darf man auch von Unterlagen, die man dienstlich erhält, die aber nicht die eigene Person betreffen, Kopien machen, damit man das Mobbing besser beweisen kann?

Danke für Eure Hilfe!
Anonym
 

 

Beispiel und weitere Links

Beitragvon macdet am Sa, 04 Mär 2006 8:47 +0000

Links sind meine .... naja.

http://wiki.mobbing-gegner.de/Mobbing ... r/Tagebuch

Ich hoffe es hilft. Besonders die Idee mit den Internettagebuch finde ich ziemlich genial. Über eine Umsetzung auf dieser Seite können wir gerne reden.
Benutzeravatar
macdet
Sehrvielmehrschreiber
 
Beiträge: 515
Registriert: Sa, 21 Jan 2006 9:10 +0000

Beitragvon Tom am Mi, 22 Mär 2006 2:30 +0000

Hallo !


Ein Mobbing-tagebuch ist nicht schlecht !

Besser ist aber eine Überlastungsanzeige beim Arbeitgeber eingeben.
Das hat vor dem Arbeitsgericht eher Bestand.

Wer eine Überlastungsanzeige im Rahmen des Anhörungs-/Abmahnungsmobbing eingeben möchte, hier mal ein Formularvorschlag:

"(...)
Absender:
XXX


Herr / Frau ___________
Abteilung ____________
An die Geschäftsführung
/ die Personalabteilung
/ den Vorgesetzten
im Hause


Überlastungsanzeige
Arbeitsüberlastung am _________


Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Abteilung _____________ ist es am ________ zu einer erheblichen Arbeitsüberlastung gekommen.


Dies wurde verursacht durch:
____ ungeplanten Personalausfall
____ Urlaub von Personal
____ unbesetzte Stellen in der Abteilung
____ einen akuten Notfall
____ Erhöhter Arbeitsanfall
____ Nichteinhaltung der Pausenzeiten
____ Nichteinhaltung der Arbeitszeiten gem. § 3 ArbZG.

Im Einzelnen stellte sich die Situation wie folgt dar:

(____ Bitte Fall genau schildern ___)

Aus diesem Grund war es mir nicht möglich, die anfallenden Arbeiten termingerecht zu erledigen die erforderliche Qualität meiner Arbeitsleistung sicherzustellen.

Dies betrifft im Einzelnen folgende Tätigkeiten:

(___ Bitte genau schildern ___)


Ich weise darauf hin, dass ich im Falle derartiger Überlastung Fehler bei der Erbringung meiner Arbeitsleistung nicht ausschließen kann.

Ich weise weiter auf den möglichen Eintritt von Schäden insbesondere in folgenden Bereichen hin:

(___ Bitte genau schildern ___)

Aufgrund der Tatsache, dass meine Überbelastung auf einer mangelnden Organisation der Abteilung beruht, kann ich die Verantwortung für auftretende Fehler im Rahmen meiner Arbeitsleistung nicht übernehmen.

Dies gilt insbesondere für auftretende Schadensersatzforderungen.
Ich werde auch etwaige Rügen meiner Arbeitsleistung, z.B. in Form von Ermahnungen oder Abmahnungen zurückweisen.
Des Weiteren werde ich mir die Verweigerung von Arbeitsleistungen, die über den Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, vorbehalten.
Mit freundlichem Gruß
(...)"


Ich persönlich halte von solchen Endlos-Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber nichts.
Der Arbeitgeber kann dieses Spiel beliebich lange spielen, - er bestimmt das Spiel - .

Wer die Anzeichen hat, dass ein solches "Endlos-Spiel" betrieben werden soll, sollte besser kündigen (falls das geht).

Gruss
Tom
Tom
 

Wie ist ein Mobbingtagebuch zu führen?

Beitragvon Dagmar am Mi, 30 Aug 2006 10:44 +0000

Ein Tagebuch läßt den Tag nochmal "Revue passieren".
Was ist passiert? Welche Gespräche liefen (Tag, Uhrzeit ist auch gut)? Wie haben die Beteiligten reagiert? Wichtig: Beteiligte sind neben Mobber und
Opfer auch die Zuschauer/Zuhörer - diese Gruppe wird oft ausser acht gelassen, ist aber sehr wichtig.
Neben dem rechtlichen Aspekt (es stärkt zumindest die Glaubwürdigkeit des Opfers, falls es zum Prozess kommt) kann man anhand eines solchen Tagebuchs auch analysieren, ob es Standardsituationen gibt. Welche Strategie hat der Mobber? Erkenn ich das, dann kann ich auch Gegenstrategien entwickeln.
Ich erkenn mich aber vielleicht auch selber, bewerte Situationen, nachdem ich sie z.B. einen Monat später nochmal lese, anders.
Ausserdem entlastet solch ein Tagebuch auch den Angehörigen, den Partner, die Freunde: Aussenstehende hören oft immer wieder die gleichen Klagen, wollen helfen, wissen nicht wie oder kommen mit ihren Ratschlägen beim Opfer nicht an. Für das Opfer ist natürlich seine Situation schlimm und oft rückt der Alltag in den Hintergrund - für Angehörige geht aber der Alltag weiter und irgendwann kommt vielleicht der Punkt, da "können sie die Klagen nicht mehr hören". Bei einem Tagebuch kann man sich alles von der Seele schreiben.

Ansonsten rate ich: alles (heimlich) sammeln, kopieren, verwerten (e-mails mit Lesebestätigung nutzen, ausdrucken) was mir in meiner Situation wichtig erscheint. Sollte es einmal zum Prozess kommen, dann
wird ein Rechtsanwalt schon die Verwendbarkeit im Sinne seines Mandanten bewerten.

Dagmar
Dagmar
Vielmehrschreiber
 
Beiträge: 40
Registriert: Mo, 28 Aug 2006 9:54 +0000
Wohnort: Mönchengladbach

Mobbingtagebuch oder Überlastungsanzeige

Beitragvon Dagmar am Mi, 30 Aug 2006 10:52 +0000

"Tom"
Hallo !


Ein Mobbing-Tagebuch ist nicht schlecht !

Besser ist aber eine Überlastungsanzeige beim Arbeitgeber eingeben.
Das hat vor dem Arbeitsgericht eher Bestand...

Hallo zurück,
hierzu stelle ich nur fest, dass es auf den Einzelfall ankommt.
Es gibt Mobbingopfer, die können keine Überlastungsanzeige ausstellen,
weil die Arbeitsbedingungen nicht so sind. Viele werden ja auch rausgemobbt, z.B. damit der Chef sich die Abfindung spart im Zuge von Personalfreisetzungen.
Da ist ein Tagebuch besser und die erste Möglichkeit, "anzusetzen".
Überlastungsanzeigen sind im Pflegebereich aber oft ein gutes Mittel.
Gruss,
Dagmar
Dagmar
Vielmehrschreiber
 
Beiträge: 40
Registriert: Mo, 28 Aug 2006 9:54 +0000
Wohnort: Mönchengladbach

Jörg und andere

Beitragvon macdet am Mi, 30 Aug 2006 11:58 +0000

Jörg dein Tagebuch finde ich sehr gut und besser als dieses

Willst du deines nicht ins wiki stellen?

http://wiki.mobbing-gegner.de/Mobbing/Muster/Tagebuch
Benutzeravatar
macdet
Sehrvielmehrschreiber
 
Beiträge: 515
Registriert: Sa, 21 Jan 2006 9:10 +0000

Beitragvon Sich.-Ing.J.Hensel am Do, 11 Jan 2007 3:35 +0000

Danke.

Ja, in absehbarer Zukunft. Jedoch ist das Hineinstellen meines Urteils (LAG-Kiel) erst angesagt.

Hierzu brauch ich noch das Urteil eines OLG, dass sich dazu äußert, dass Gerichte auch scharfe Kritik bez. auf ihre Urteile hinnehmen müssen.

Denn da gibt es jede Menge an dem Urteil zu kritisieren; das hätte man so wohl noch nicht erlebt.

Gruss
Sich.-Ing.J.Hensel
Sehrvielmehrschreiber
 
Beiträge: 195
Registriert: Mo, 06 Mär 2006 11:50 +0000

 

Zurück zu Mobbing

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste