Wirtschaftskrise: Mobbing in Banken u. Telekommunikationsu.

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Wirtschaftskrise: Mobbing in Banken u. Telekommunikationsu.

Beitragvon Tom » Sa, 12 Sep 2009 12:27 +0000

Das Martyrium der studierten Betriebswirtin Gabriele Metzger* begann, als bei ihrem Arbeitgeber, einem großen Telekommunikationsunternehmen, Umstrukturierungen im großen Stil anstanden. Statistisch belegen lässt sich ein solcher Vorsatz nicht. Wer würde so etwas zugeben ? Der Arbeitsrechtler Gerhard Rieger aus München sah in dem Vorgehen Methode: "Ich beobachte eine steigende Fallzahl systematischer Schikanen."

Ihr Arbeitsverhältnis war nicht beendet. Es war nur die Frage, wann ? Gekündigt wurde es bereits – und das gleich zweimal. Einmal außerordentlich mit sofortiger Wirkung und gleichzeitig ordentlich zum 31. Januar 2010. Hintergrund:

Ständige Versetzungen, Schreiattacken von Vorgesetzten, öffentliche Bloßstellungen und am Ende sogar manipulierte Gehaltsabrechnungen waren nur die Spitzen des Einberges. Sie schwieg. Zuerst erhielt sie unlösbare Aufgaben, dann folgten Abmahnungen. Ein geradezu lehrbuchartiges Vorgehen.
Gabriele Metzger wurde im Oktober 2008 krankgeschrieben. Für sie steht fest:

Egal, wie der Arbeitsprozess, der inzwischen läuft, auch ausgehen wird. Die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz ist keine Option mehr. Sie hofft nur, dass sie überhaupt wieder arbeiten kann.

Johannes Schnell*, Mitarbeiter einer Frankfurter Bank, war sich sicher, dass er bewusst als Opfer ausgesucht wurde. Schon seit ein paar Wochen war sein Vorgesetzter und er nicht mehr einer Meinung. Er bat ihn dieser zu einem Gespräch. Die Zeiten würden schlimm, verkündete er, die Arbeitsbelastung werde massiv steigen und er wisse ja, "nicht alle Kollegen können so etwas aushalten". Wer schnell von sich aus kündige, könne der Situation entgehen, so mit Arbeit überhäuft zu werden, "dass Fehler unvermeidlich sind."

* Namen geändert

Gruss
Tom
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Wirtschaftskrise: Mobbing in Banken u. Telekommunikationsu.

Beitragvon Tom » Fr, 20 Aug 2010 3:51 +0000

BankingPortal24.de 20.08.2010


Bankberater werden von den Vertriebsabteilungen einem Finanztest-Bericht regelrecht dazu genötigt, ihre Kunden auszunehmen.

Entweder ich ziehe den Kunden ab oder die Bank schmeißt mich raus". Das hat ein Berater der Santander Bank gesagt.

Tägliche und sogar stündliche Kontrollen durch die Vorgesetzten sollen den Druck erhöhen und dazu dienen, die Erträge der Institute zu erhöhen. Die Berater berichten darüber, dass gesundheitliche Probleme an der Tagesordnung sind, weil die Arbeitsbedingungen unmenschlich seien. Neben Burn-Outs wird auch von Hörstürzen, Kopf- und Magenschmerzen und sogar Angstattacken berichtet. "Man wird angeschrien und schikaniert", sagte ein Banker.
Um ihre Mitarbeiter gefügig zu machen, nutzen Banken das gesamte Repertoire denkbarer Repressalien: Wer die (oft extrem hoch angesetzten) Verkaufsziele nicht erfüllt, wird sehr schnell unter großen Druck gesetzt. Von Gängelung, Drohungen und Mobbing ist die Rede.

Bei der Commerzbank etwa werden jeden Montag Gruppengespräche abgehalten, in denen Zielvorgaben definiert werden. Am Freitagnachmittag finden dann Einzelgespräche statt. Die Vorgesetzten stellen dann Fragen wie "Wie viele Verträge hast Du abgeschlossen - Was hast Du geschafft?"
Ein Commerzbank-Mitarbeiter berichtet davon, dass sich selbst aufgeschlossene Kunden von den ständigen (aus Sicht der Vertriebsabteilung notwendigen) Anrufen belästigt fühlten.

Bei der Targobank werden "ertragsschwache" Berater gemieden und mit Abmahnungen so lange malträtiert, bis sie von sich aus kündigen. Die Zielvorgaben sind oft derart überhöht angesetzt, dass selbst gute Verkäufer die nicht erfüllen.

Die Genobank im Baunatal verlangt angeblich sogar, dass jedes Jahr an 3 bis 4 Personen aus dem privaten Umfeld etwas verkauft werden müsse.

Gruss
Tom
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