BAG - 8 AZR 709/06 - Bundesarbeitsgericht stärkt Mobbingopfe

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BAG - 8 AZR 709/06 - Bundesarbeitsgericht stärkt Mobbingopfe

Beitragvon macdet » Do, 17 Mai 2007 11:58 +0000

BAG, Urteil vom 16.05.2007, Az. 8 AZR 709/06 - Ausschlussfrist - Schadensersatz -

AnsBundesarbeitsgericht, Urteil vom 16. Mai 2007 - 8 AZR 709/06 -
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 23. März 2006 - 8 Sa 949/05 -

Anprüche wegen "Mobbings" BAG, Urteil vom 16.05.2007, Az. 8 AZR 709/06

Zwar gilt eine wirksam vertraglich vereinbarte Ausschlussfrist grundsätzlich auch für Schadensersatz- und Entschädigungsansprüche wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und damit für Ansprüche aus mobbingbedingten Verletzungshandlungen. Dabei sind jedoch die Besonderheiten des sogenannten Mobbings insofern zu beachten, als eine Gesamtschau vorzunehmen ist, ob einzelne Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts ein übergreifendes systematisches Vorgehen darstellen. Länger zurückliegende Vorfälle sind zu berücksichtigen, soweit sie in einem Zusammenhang mit den späteren "Mobbing"-Handlungen stehen.


Bundesarbeitsgericht stärkt Mobbingopfer:

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat Mobbingopfer in Unternehmen gestärkt. Klagt ein Arbeitnehmer deswegen auf Schadenersatz, so ist nach einem am Mittwoch verkündeten Urteil der gesamte Mobbing-Prozess zu beurteilen.

Daher können Gerichte und Arbeitgeber eine Entschädigung nicht mit dem Argument ablehnen, die Anfänge lägen schon zu lange zurück. (Az: 8 AZR 709/06)

Im konkreten Fall hatte ein Maschinenbauingenieur aus Westfalen behauptet, er sei systematisch gemobbt und dadurch psychisch krank geworden. In seinem Arbeitsvertrag war geregelt, dass Ansprüche zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber innerhalb von sechs Monaten geltend gemacht werden müssen. Das Landesarbeitsgericht Hamm prüfte deshalb nur Vorfälle, die innerhalb dieser Zeit lagen.

Doch das werde den Besonderheiten des Mobbings nicht gerecht, urteilte nun das BAG. Hier sei in einer "Gesamtschau" zu beurteilen, ob einzelne Verletzungen der Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers sich zu einem "übergreifenden systematischen Vorgehen" zusammenfügen. Dabei seien auch länger zurückliegende Vorfälle zu berücksichtigen, "soweit sie in einem Zusammenhang mit den späteren Mobbing-Handlungen stehen". Den konkreten Fall muss danach das Landesarbeitsgericht erneut prüfen.

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Beitragvon Admin » Mo, 18 Feb 2008 10:43 +0000

dem ist aber nicht nachhaltig so! Ich werde berichten!
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