Frass der Heuschrecken: - Wann ist die Deutschland-AG pleite

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Frass der Heuschrecken: - Wann ist die Deutschland-AG pleite

Beitragvon Tom » Do, 21 Sep 2006 3:35 +0000

Die Heuschrechen sind auch für Mobbing in der Wirtschaft und die Jobsuche verantwortlich.
Der Druck am Arbeitsplatz wächst durch sie!

Hallo !

Der "Heuschrecken-Frass" geht schon lange um. Doch nun wird die Lage höchst bedrohlich. Firmen drohen durch Überschuldung pleite zu gehen.
Auch ein Börsencrash ist nicht mehr auszuschliessen. Sowas bringt massenhafte Arbeitslosigkeit und jede Menge Mobbing.


Die Bundeskanzlerin bot zum mitlesen noch am 31.12.2005 ihre Rede zum Neujahr 2006 an.
Das war unter
http://www.bundeskanzlerin.de/bk/root,did=46214.html

zu lesen.

Leider ist der Text jetzt nicht mehr

Dafür ist hier unter diesem Link ggf. etwas Information erhältlich.


Einfach mal probieren.

Die Lage war bereits verherend, Und das war so:

Zum Fall Firma GROHE:

Die einst blendend darstehende Firma GROHE hatte zu hohe Schulden und streichte über tausend Arbeitsplätze in Deutschland.
Die Investoren hatten die Übernahme der Firma durch Bankkredite finanziert.

Und die Kreditzinsen musste die gekaufte Firma aufbringen. Grohe stand unter doppeltem Druck.
Das Unternehmen musste neben den Zinsen noch den Profit für die Unternehmer erhöhen.
Den amerikanischen Investoren sind 20 % Rendite nicht genug.
Sie wollen 28 % und haben daher beschlossen, Arbeitsplätze aus Deutschland ins Ausland zu verlegen.
*1)

Grohe – das ist der Begriff für Internationalisierung, umfangreicher Stellenabbau, hohe Verschuldung, so wusste die Hans-Böckler-Stiftung im Juli 2005 zu titulieren.

Grohe, weltweit führender Hersteller von Badarmaturen, produzierte vorwiegend im sauerländischen Hemer.
Im Juni 2005 beschäftigte das Unternehmen 5.870 Arbeitnehmer, davon 4.300 in Deutschland.
Durch die Internationalisierung und eine sukzessiven Beschäftigtenabbau in den Jahren zuvor konnte das Unternehmen 2003 einen historischen Rekordgewinn erreichen.
1999 wurde das Unternehmen von der Beteiligungsgesellschaft BC Partners für 900 Mio. EUR gekauft.
Sie nahm das Unternehmen von der Börse und setzte in der Folge eine Internationalisierung des Vertriebes durch.
Brancheninsider attestierten der BC gute Arbeit, vor allem, was die internationale Ausrichtung des Geschäfts anbelangte.
Im Sommer 2004 verkaufte BC Partners Grohe an die Texas Pacific Group (TPG) und die Credit Suisse First Boston Private Equity (CSFB).
Der in den Medien gehandelte Kaufpreis schwankte zwischen 1,5 Mrd. EUR und 1,8 Mrd. EUR.
Die neuen Eigentümer zahlten 825 Mio. EUR für das Reinvermögen der Gesellschaft und übernahmen 760 Mio. EUR Schulden.
Die neuen Beteiligungsgesellschaften starteten recht schnell ein hartes Sanierungsprogramm.
Sie schalteten die Unternehmensberatung McKinsey ein, die das Programm „Fit for the Future” auflegte.
Im Jahr 2004 lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen bei 184 Mio. EUR. , der Umsatz wurde um 2,5 Prozent auf 911 Millionen EUR gesteigert; allerdings war
nach Unternehmensangaben der Verlust höher, als im Jahr 2003.
Ende Mai 2005 wurde bekannt, dass das brandenburgische Werk in Herzberg aufgegeben werden sollte.
Zahlreiche Kündigungen waren den Betroffenen bereits zugegangen.
Die Arbeitslosigkeit in Herzberg war bereits vorher sehr hoch.
Nach Ansicht der IG Metall lag ein wesentlicher Grund für die schlechte Unternehmenssituation darin, dass BC Partners dem Unternehmen in großem Umfang Kapital entzogen, bzw. Eigen- durch Fremdkapital ersetzt hat.
Für diese Kredite musste das Unternehmen nun den Kapitaldienst leisten.
Durch den Weiterverkauf von einem Finanzinvestor zum anderen haben sich einige Finanzkennzahlen deutlich verschlechtert, weil Grohe seine eigene Übernahme praktisch zwei Mal selbst finanzierten musste.
Die Süddeutsche Zeitung zog insgesamt drei Schlussfolgerungen.
Erstens:
Entgegen seiner Titulierung wurde hier ein Finanzinvestor zum Kapitalvernichter.
Zweitens:
In diesem Fall profitierte nur der Finanzinvestor und nicht das Land oder die Region.
Drittens:
Je kurzfristiger das Engagement von Finanzinvestoren, umso gravierender waren die Folgen für die Beschäftigten.
*13)


Es bahnte sich ein verheerendes Schneeballsystem an.
Die Anzeichen der Endphase einer globalen Zusammenbruchskrise lag Tag für Tag näher auf der Hand.


Fuhr MÄRKLIN mit Volldampf nach China, und damit in die Arme der "Heuschrecken" als sogenannte "Retter" ?

Es gab plötzlich den neuen "Sanierungsfall" Märklin.
Ein Britischer Investor wollte einsteigen, aber drei Gesellschafter sperrten sich zunächst.
Seit Monaten schwirrten Gerüchte durch die Gassen, Märklin solle verkauft werden.
An wen, wußte zunächst niemand.
Dann wurde ein Name bekannt: Kingsbridge Capital. Keiner in der Belegschaft hatte je von diesem Unternehmen gehört, auch nach Tagen intensiver Nachforschungen waren die Mitarbeiter nicht schlauer. Selbst wer zur Internet-Präsenz des Finanzinvestors vordrang, fand nur eine weiße Seite mit einem roten Baustellenzeichen.
Darunter der Schriftzug:
"Bitte kommen Sie bald wieder, um mehr zu erfahren."
*2)

Aber wie die Vergangenheit in solchen Fällen lehrte, musste davon ausgegangen werden, dass MÄRKLIN erst hochprofitabel geschunden und dann verkauft wurde , um dann am Ende "völlig überraschend" überschuldet darzustehen.


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Die http://www.bueso.de meldete zum 02.05.2005 "Von Heuschrecken und Höllenhunden" .


Eine besonders üble Rolle spielten in der Endphase dieser globalen Zusammenbruchskrise bestimmte internationale Finanzinvestoren, die zur "Verbesserung ihrer kurzfristigen Liquidität" rücksichtslos über rentable mittelständische Betriebe herfielen, sie gingen ihren Willen aufkauften, und dann ausschlachtenten, um deren "Filetstücke" schließlich meistbietend zu verscherbeln.
Kurzfristig orientierte Investoren wie Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften sammelten zunächst das Geld von vermögenden Personen oder anderen Fonds mit dem Auftrag, dieses Geld, auf welche Art auch immer, mit Renditen von möglichst 25 Prozent im Jahr zu vermehren.
Bei klapprigen Aktienmärkten und historisch niedrigen Anleiherenditen war das natürlich mit traditionellen Mitteln nicht zu schaffen.
Man musste also zunächst etwas finden, das trotz all der wirtschaftlichen Verheerungen und geplatzten Finanzblasen der vergangenen Jahre noch einen gewissen Wert darstellte.
Dann galt es, den finanziellen Wert dieses Objekts - bei Beteiligungsgesellschaften handelte es sich stets um Unternehmen - durch radikale Maßnahmen kurzfristig in die Höhe zu peitschen und es sodann unverzüglich zu verkaufen.
Doch eben die Maßnahmen, die den Finanzwert des Unternehmens kurzfristig erhöhten, zerstörten dauerhaft den durch das Unternehmen verkörperten und beständig erzeugten volkswirtschaftlichen Reichtum: Das Unternehmen wird zerschlagen, um sodann ein paar Filetstücke für den in wenigen Jahren erfolgenden Wiederverkauf vorzubereiten

Der Rest wurde entweder sofort dicht gemacht oder nach weitgehender Auslandsverlagerung der Arbeitsplätze und massiven erzwungenen Zugeständnissen der verbliebenen Belegschaft noch eine Weile am Leben erhalten. Investitionen, die für den langfristigen Geschäftserfolg erforderlich waren, etwa in Forschung und Entwicklung oder die Erneuerung des Maschinenparks, wurden zugunsten der kurzfristigen Gewinnabschöpfung eingestellt.
Das Unternehmen starb.
*3)


Und so wurde mit solchen zuvor genannten Betrugsmaschen das Schnellballsystem sehr schnell weiter angetrieben.


Die http://www.netzeitung.de meldete am 10.07.2006:

Das Interesse auslaendischer Finanzinvestoren an deutschen Firmen steigte.
Experten von Ernst & Young rechnten mit einem ernst gemeinten Übernahmeversuchen im Dax oder M-Dax.
*4)

Die http://www.netzeitung.de meldete am 26.07.2006 weiter:
- Finanzinvestor macht bei Tank & Rast Kasse -
Terra Firma lieferte der Heuschrecken-Kritik neue Nahrung:
Der Finanzinvestor hatte seine Raststaetten-Kette Tank & Rast kraeftig mit neuen Schulden beladen.
Damit wurde eine hohe Sonderausschuettung finanziert.
*5)




Im warnenden FAZ-Kommentar vom 31.07.2006 war zu lesen, dass angelsächsische Fonds die Unternehmen mit Schuldenbergen beladen würden, die nur in Schönwetterzeiten vertretbar wären.
Dies zeigte sich in der Autozuliefererbranche, wo gesunde Unternehmen wie die von Montagu gekaufte TMD Friction, die im Besitz von Carlyle befindliche Edscha oder die zu Permira gehörende Kiekert in die Krise geschlittert waren.
Ihre Zinslast war derart hoch, daß mitunter schon ein kleinerer Gewinneinbruch ausreichte, um in finanzielle Nöte zu kommen.
Die guten Zeiten waren vorbei, und so wurden sogenannte "Quick Flipps" der Renner bei den "Heuschrecken".
Der Weiterverkauf eines Unternehmens binnen kürzester Zeit, war die Mode.
Den versprochenen Mehrwert lieferten sie den Unternehmen dadurch zwar nicht, aber die schnelle Rendite stimmte allemal.
Die besonders finanzstarken Beteiligungsfonds schluckten weitere Konzerne in der Größenordnung von HCA .
Auch in Deutschland klopften die Finanzinvestoren schon an die Türen der Dax-Unternehmen.
Doch wehe, eine dieser riesigen Transaktionen gerät in finanzielle Schwierigkeiten.
Das könnte einen Schneeballeffekt auslösen, der das neue Zeitalter der Gier zu einem schmerzhaften Ende bringen würde.
*6)


Und das bedeutete Massenarbeitslosigkeit.
Die gerade eingesparten 450.000 Arbeitslosen im Jahr 2006 wären dann Nichts, zumal hier auch Statistiktriks zu weniger Arbeitslosen führte.


http://www.peopleanddeals.de/article/22 ... en-haenden
Etwas Hoffnung brachte da die Online-Meldung vom 31.10.2006 von People and Deals.
Die Deutsche Bank, der Hedge-Font Silver-Point, und Morgan Stanly waren nun die Hauptaktionäre von Kierkert.
Die Firma Kiekert soll nun an die Börse.
Die Heuschrecke Primera hatte die Firma Kierkert verkauft.


Die Lage für eine riesige Pleitewelle wurde dennoch immer bedrohlicher.
Laut einer S&P-Studie war die Insolvenzquote, die im Jahr 2005 den Heuschrecken-Methoden ausgesetzt waren, auf sechs Prozent und damit das Vierfache des Normalwerts angestiegen.
Die Tendenz war offenbar stark steigend.


Die http://www.wams.de meldete online, dass die Beteiligungsfirmen zudem zu Heuschrecken wider Willen wurden.
Enorme Kapitalzuflüsse drängten Private-Equity-Fonds zu zunehmend rabiaten Methoden im Umgang mit ihren Übernahmezielen.
Für die gekauften Unternehmen wurde das gefährlich.
Weil immer mehr Geld in sie strömte, stiegen die Private-Equity-Firmen mittlerweile für Summen bei Unternehmen ein, die noch vor kurzem unvorstellbar waren.
Um dabei auf ihre angepeilten Renditen zu kommen, mussten sie den Zielfirmen gewaltige Schulden aufbürden, die diese immer öfter nicht mehr bedienen konnten.
Es wurden die Kaufpreise zu einem immer höheren Anteil auf Pump finanziert, den das übernommene Unternehmen dann verbuchen musste.
Bespiel:
Den Kauf des dänischen Telekomriesen TDC Ende Januar für knapp 13 Milliarden Euro etwa finanzierten die Fonds Apax, Blackstone, KKR, Permira und Providence zu 86 Prozent mit Krediten, die TDC zurückzahlt.

Zunehmend finanzierten Investoren ihren Gewinn auch direkt aus den Schulden der Übernahmeziele.
Durch sogenannte Rekapitalisierungen wurden den Firmen Kredite aufgebrummt, von denen sie selbst nichts hatten.
Terra Firma etwa hat eine Ausschüttung in Höhe von 400 Millionen Euro an ihre Geldgeber dadurch finanziert, dass der Fonds die Schuldenlast von Tank & Rast einfach um ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro erhöhte.
Richtig problematisch wurden solche Methoden, wenn das Übernahmeziel seine Kredite nicht mehr bedienen konnte.
In einem vertraulichen Papier warnte eine große Investmentbank bereits, dass immer mehr Firmen ihre Kreditbedingungen nicht mehr einhalten könnten.
Als Beleg diente eine Auswahl von knapp zwei Dutzend Firmen, darunter der deutsche Badearmaturenhersteller Grohe, der im letzten Jahr von TPG gekauft worden war.
Laut TPG führte ein Umsatzeinbruch im Deutschlandgeschäft zu den Schwierigkeiten.
"Unter diesen Bedingungen kann ein kleiner volkswirtschaftlicher Schnupfen für das Unternehmen schnell zu einem ernsten Problem werden", warnt Peter Schwanitz, Übernahmespezialist beim Münchner Dachfonds VCM.
Aber auch zu Profit.
In London richtete die Investmentfirma Alchemy erstmals einen Spezialfonds für faule Kredite aus fehlgeschlagenen Private-Equity-Investments ein.
Die Nachfrage soll enorm sein.
*7)


"Alte" Heuschrecken beim Amaturenhersteller GROHE seien gar nicht so schlimm, dass meldete DIE Welt mit ihrem Online-Welt-Artikel.
Nachdem endlose Diskussionen um Jobabbau und Fabrikschließungen, rede man beim Armaturenhersteller nun plötzlich von Zukäufen.
Kündigungen seien zurückgenommen.
Die Branche boome nun plötzlich.
"Wachstum", sagte David Haines, "Wachstum heilt viele Wunden."
Der Engländer, der seit zwei Jahren Chef des mitten in die Heuschrecken-Debatte geratenen Armaturenherstellers Grohe war, wollte endlich nach vorne schaue, was auch angesichts der sich anbahnenden Schneballeffektes, und der sich anbahnenden Pleitewelle, höchst dringlich wurde.
Haines wollte jetzt Wunden heilen, die er mit seinen Stellenstreichungen zum Teil erst selbst aufgerissen hatte.
Das Stigma des Mannes fürs Grobe, des gnadenlosen Jobkillers, wollte er loswerden.
Der 46-Jährige wollte als Markenmacher akzeptiert werden wie bei seinen bisherigen Karriere-Stationen bei Vodafone, Coca-Cola oder Mars.
Doch davon war er noch weit entfernt.
Die Streichung von 3000 der 4000 Stellen in Deutschland stand im Raum.
Und das bei einem Mittelständler mit weltbekannter Marke, der zuvor als kerngesund gegolten hatte.
Grohe wurde zum Inbegriff des geprägten Heuschrecken-Kapitalismus, bei dem die Käufer ihre neuen Unternehmen rücksichtslos aussaugten, mit einem hohen Schuldenberg zurückliessen, um dann zur nächsten Firma weiterziehen.
Verantwortlich für dieses Image war Haines.
Haines war aber anderer Meinung.
Grohe sei kein Heuschrecken-Fall, die Investoren - Texas Pacific und Credit Suisse First Boston Private Equity - wollten das Unternehmen nicht plündern, sondern fit machen für eine Zukunft im Weltmarkt, beteuerte Haines.
Er wollte Millionen investieren.
Doch tatsächlich belasteten die Käufer das Unternehmen mit den Zinsen für die Übernahme, mit rund 20 Mio. Euro jährlich.
Wann das Unternehmen aus den roten Zahlen kommen soll, wollte Haines indes nicht sagen.
Wann die Eigentümer Kasse machen wollten, war zwei Jahre nach der Übernahme ebenfalls noch ein Geheimnis:
Für Vorbesitzer BC Partners - ebenfalls ein Finanzinvestor - war die Rechung nach fünf Jahren aufgegangen: 1999 hatten die Briten Grohe für geschätzte 900 Mio. Euro übernommen - 2004 zahlen TPG und CSFB rund 1,5 Mrd. Euro.
*8)

Haines war unglaubwürdig.
Er ging mit Vorsatz daran eine Firma plump "umzustruktuieren", anstatt sie genial zu struktuieren.
Haines "Meisterstück" war eingangs massiver Stellenabbau, und endete mit masslosem Überschulden, was aber durch Glück nicht in der fatalen Firmenpleite endete.
Denn Haines konnte überhaupt nichts dafür, dass plötzlich eine gesteigerte Nachfrage nach GROHE-Produkten entstand, es hätte genauso gut auch eine reduzierte Nachfrage geben können, und dann wäre GROHE vollends pleite gewesen, obwohl es vorher ein völlig gesundes Unternehmen war.
Haines als Glücksspekulant hätte beinahe eine renomierte Firma in den Ruin getrieben und zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet.


Auch DIE ZEIT, kam mit dem Online-Artikel vom 31.08.2006 zum Ergebnis, dass es immer schneller, immer spektakulärer vorran ging.
Das Geschäft der Finanzinvestoren liefe heiss.
Käme es zum Knall, leide die Weltwirtschaft.
Der Artikel war höchst warnend.

Inzwischen waren selbst gestandene Konzerne für die Firmenjäger in Reichweite.
Die Autovermietung Hertz, die dänische Telefongesellschaft TDC, die Halbleitersparte von Philips – sie alle fanden neue Besitzer, oft für zweistellige Milliardenbeträge.
Die Kaufkraft der Finanzinvestoren war sogar weit größer, als die Zahlen vermuten liessen.
Bei Übernahmen ergänzten sie das Eigenkapital stets um Fremdkapital, sprich um Kredite – die später dem gekauften Unternehmen aufgebürdet wurden.
Weil Kredite weltweit günstig zu haben waren, kamen im Extremfall auf einen Euro Eigenkapital vier Euro Fremdkapital.
So gerechnet, verfügten Finanzinvestoren über die geballte Macht von fast 1,5 Billionen Dollar.
Kaum ein Konzern war vor den Firmenjägern sicher.
Eine riesiegr Seifenblase, wie die Internet-Spekulationsblase, türmte sich auf.

Die Abhängigkeit von den "Heuschrecken" wuchs unaufhörlich.
Die Angst auch.
Die Anleger waren in der Abhänigkeit, weil sie ihr Geld hochverzinst sehen wollten.
Die Unternehmen, die unter den Schulden nicht in die Knie gehen durften, sie brauchten immer mehr Geld.
Die Angst bei den Banken, die im Krisenfall um ihre Kredite bangten.

Firmen schienen dabei in erster Linie nicht mehr als Güterhersteller da zu sein, sondern um diese Maschine am Laufen zu halten.

Inzwischen wurden manche Unternehmen schon nach zwei Jahren weiterverkauft; sanieren liesse sie sich in so kurzer Zeit kaum.
Dafür liessen sich Fonds von ihren Firmen Gebühren oder – schuldenfinanziert – üppige Dividenden zahlen.

Die "Maschine" lief heiss.
Das Schnellballsystem auch.
Im April 2006 warnte der Internationale Währungsfonds vor dem »aggressiveren Übernahmestil« und dem steigenden Risiko für die Stabilität der Finanzmärkte.
Die Banken zeigten sich dennoch weiter freigiebig.
»Die Situation wird sich erst ändern, wenn ein großes Unternehmen gegen die Wand fährt«, prophezeite Stefan Zuschke vom Fonds BC Partners.
Dass es bald auch mal ein großes Unternehmen erwischen könnte, hielten selbst viele der Fonds für möglich.


Die Herrscher über die Maschine waren jedoch die Firmenjäger selbst.
Längst waren Männer wie Henry Kravis (KKR) oder Stephen Schwarzman (Blackstone) Ikonen der Finanzwelt, ihre Fonds geheime Giganten der Weltwirtschaft.
Ihnen gehörten Firmen wie Toys ’R’ Us, Tommy Hilfiger, Woolworth, Europcar, Rodenstock oder Der Grüne Punkt. Blackstone allein war an 45 Firmen mit rund 350.000 Beschäftigten und 72 Milliarden Dollar Gesamtumsatz beteiligt.

Mittlerweile sorgte die Praxis vor allem amerikanischer Fonds für Ärger, die sich von gekauften Firmen großzügig Gebühren zahlen liessen – für Tätigkeiten, die doch zur Kernaufgabe gehörten.
Nachdem zum Beispiel Blackstone 2004 Celanese erworben hatte, nahm der Fonds die Chemiefirma in Deutschland von der Börse, nur um sie später in den USA wieder dorthin zu bringen.
Für eine Beratung respektive für deren Beendigung strich Blackstone von Celanese laut der US-Börsenaufsicht SEC 45 Millionen Dollar ein.

Antreiber der Maschine war eine ganze Industrie von Dienstleistern, die gut an ihr verdienten.
Sie alle hatten ein Interesse daran, dass die Maschine im Schatten der öffentlichen Kapitalmärkte weiterlief.
Und dass weiter die Intransparenz und die hohen Erwartungen vorherrschten, die höchste Renditen überhaupt erst ermöglichen sollten.
Allen voran befeuerten grosse Investmentbanken wie JP Morgan, Merrill Lynch oder Goldman Sachs die Maschine immer wieder neu.

Andere Profiteure des Booms waren Anwälte und Unternehmensberater.
Letztere verdienten insbesondere in Europa einen stattlichen Teil ihres Umsatzes mit Restrukturierungen oder der Prüfung von Kaufkandidaten für Finanzinvestoren.
Personalberatern brachten Wechsel im Chefsessel neue Aufträge ein.


Es kam die Frage auf, wann und wie die Maschine abrupt zum Stehen kommen würde.


Eine spektakuläre Firmenpleite, vielleicht verbunden mit der Entlassung von Zehntausenden, würde auch die Anleger verunsichern.
Versiegte dann neben den Krediten aber auch der Eigenkapitalstrom, könnte ein Engpass drohen, weil die Finanzinvestoren kaum mehr Käufer für ihre Investments fänden.
Die Preise würden sinken, ebenso die Renditen.
Kredite ließen sich nur noch schwer zurückzahlen. Bliebe die Börse – doch in einem solchen Szenario würde kein Börsengang gelingen.

Die Maschine käme abrupt zum Stehen.

Funken schlug die Maschine bereits.
Kleine Krisenfälle häuften sich.
Mal warfen zu hohe Schulden alle schönen Pläne über den Haufen – wie bei den Autozulieferern Honsel und Edscha.
Mal waren es unerwartete Einbrüche des Geschäfts – wie beim Autotürschlosshersteller Kiekert.


Als Warnzeichen galten die vielen Angebote für Privatanleger, mit relativ kleinen Einlagen indirekt ins große Private-Equity-Geschäft einsteigen konnten.
»Immer wenn es Produkte für den Privatanleger gibt, ist das für mich ein Signal, dass das Geschäft in einen Hype gerät und man vorsichtig sein muss«, sagte Detlef Mackewicz von Avida Advisers, einer Beratungsfirma für institutionelle Anleger.

Stärkster Indikator für das steigende Risiko war das Verhalten der Finanzinvestoren selbst.
So hatten Blackstone und Carlyle vor einiger Zeit - distressed funds - mit Hunderten Millionen Dollar aufgemacht – Fonds, die ihr Geld in notleidende Kredite und Firmen investieren.
Offenbar scheint ihnen dieses bisher Spezialisten vorbehaltene Terrain nun zukunftsträchtig.
Tatsächlich arbeiteten viele Fonds längst nicht so erfolgreich wie die wenigen Marktführer.
*9)

Die Heinz-Böckler-Stiftung führte im Jahr 2005 zu folgenden Firmen aus:
Die Stiftung titulierte für Autoteile Unger
– Geschäftsausweitung, Schaffung neuer Arbeitsplätze, hohe Verschuldung -
Der Weg zur Aufnahme von Beteiligungskapital begann damit, dass Unternehmensgründer Peter Unger die A.T.U. 2002 an die Beteiligungsgesellschaft Doughty
Hanson verkaufte, weil er keinen Nachfolger fand.
Sie versuchte zwei Jahre lang vergeblich, das Unternehmen an die Börse zu bringen. Das Vorhaben scheiterte, weil sich die Renditeerwartungen von Doughty Hanson auf diesem Wege nicht realisieren ließen, so jedenfalls die Darstellung in den Medien. Gerechnet wurde mit einem Erlös aus dem Börsengang von rund 1,2 bis 1,3 Mrd. EUR. die Beteiligungsgesellschaft
KKR kaufte A.T.U. , und seit dem seien 2.500 Arbeitsplätze geschaffen worden.
Für 1,45 Mrd. EUR wechselte das Unternehmen unmittelbar nach dem geplatzten Börsengang in das Portfolio des Investors.
Experten hielten diesen Preis für hoch.
KKR hatte im Mai 2005 einen Anteil von 80 Prozent an A.T.U. gehalten.
Die neuen Eigentümer konzentrierten sich auf die Weiterentwicklung des Unternehmens.
Doch der Eigentümerwechsel hinterließ Spuren bei A.T.U.
Da das Unternehmen zwischen mehreren Beteiligungsgesellschaften weitergereicht wurde, schnellte der Verschuldungsgrad in die Höhe.
Ende 2004 betrugen die Finanzschulden bei einem Umsatz von 1,24 Mrd. EUR 894 Mio. EUR, im Vergleich zu 490 Mio. EUR am Ende des Vorjahres.
Die Zeitschrift Finance sah große Risiken:
Der Cash flow werde immer wieder durch den Kapitaldienst für die Schulden aufgezehrt, das rasante Wachstum sei nicht durch zuhalten, die Konkurrenz werde wachsen, und nicht alle Filialen arbeiteten rentabel.


Für Wincor Nixdorf hiess es:
– Neue Arbeitsplätze, erfolgreicher Börsengang,
Abbau der hohen Verschuldung -
Bis 1999 war der Konzern eine Sparte des Siemens-Konzerns.
Siemens veräußerte sie an die amerikanischen Investoren KKR und Goldman Sachs.
Ein Drittel des Kaufpreises von 1,44 Mrd. DM bezahlten die Investoren aus ihren Fonds, zwei Drittel aus Bankkrediten, die Wincor Nixdorf übernehmen musste.
2004 brachte KKR das Unternehmen erfolgreich an die Börse.
Der Vorstandsvorsitzende, Karl Stiller, betonte, dass sich der Investor niemals in das Tagesgeschäft eingemischt habe.
Die Verschuldung sei tragbar gewesen, die Expansion der Firma nicht behindert worden.
In den ersten vier Jahren sei kein Geld aus der Firma entnommen worden.
Die Verschuldung war nach der Übernahme durch die beiden Investoren auf 516 Mio. EUR gewachsen.
Sie betrug im Mai 2005 noch 180 Mio. EUR und sollte in kurzer Zeit auf 150 Mio. EUR verringert werden.
Jeweils die Hälfte des Nettogewinns pro Jahr sollte als Dividende ausgeschüttet werden.


Für Celanese hiess es:
– Schaffung eines Großkonzerns, Stärkung des
Kerngeschäftes -
1987 erwarb das deutsche Chemie-Unternehmen Hoechst AG den US amerikanischen Vorgänger von Celanese und brachte ihn 1999 an die Frankfurter Börse.
2004 erfolgte die Übernahme durch Blackstone für 3,1 Mrd. EUR.
Der Investor nahm das Unternehmen 2005 wieder von der US-Börse.
Celanese, sprich Blackstone, wollte bei Erreichen eines Anteils von 95 Prozent an der deutschen Celanese AG dieses Tochterunternehmen delisten, d. h. von der Frankfurter nehmen.
Blackstone hat für den Streubesitz ein Abfindungsangebot von 41,92 EUR pro Celanese AG-Aktie gemacht; der Börsenkurs lag jedoch Mitte Mai 2005 mit ca. 48 EUR oberhalb dieses Angebotes.
Das New Yorker Investitionsmanagement-Unternehmen Paulson & Co. hielt direkt und indirekt 11,4 Prozent der Celanese AG-Aktien.
Es ging juristisch gegen das Angebot von Blackstone vor und sah den wahren Wert der Aktie bei 72,86 EUR.
Blackstone wollte unverändert Alleingesellschafter der Celanese AG werden.
Dabei war Blackstone dem Ziel einer weitgehenden Kontrolle der Celanese mit geschickten Strategien schon näher gerückt:
Der Konzern wurde so umgebaut, dass die AG zu einem Anhängsel degradiert wurde.
Blackstone gründete das Amerikageschäft, das etwa die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet, in eine amerikanische Blackstone-Gesellschaft aus.
Über diese und die verbleibende Celanese AG wurde schließlich die neue Celanese Corp. als Holding gestellt.
Diese Holding wiederum wurde im Januar 2005 überraschend an die Börse gebracht.
Blackstone verkaufte dort rund 38 Prozent der Anteile für 1,2 Mrd. US-Dollar.
Seitdem sind zwei Celanese-Gesellschaften börsennotiert, und die in Kronberg ansässige AG ist heute nur noch für das Europa-Geschäft zuständig.
Das Amerika-Geschäft der AG wurde für den - gemessen am anteiligen Celanese- Konzernumsatz von 50 Prozent - augenscheinlich sehr geringen Preis von 290 Mio. EUR verkauft.
Umsatz und Gewinn des Gesamtkonzerns waren im letzten Quartal 2004 deutlich gewachsen.
Trotzdem geriet die Celanese AG im ersten Quartal 2005 in die Verlustzone.


Für Symrise hiess es:
– Schöpfung eines Weltmarktunternehmens -
2002 hat die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT zwei deutsche Duft- und Geschmackstoffhersteller gekauft:
das niedersächsische Familienunternehmen Dragoco (Holzminden) und die Bayer-Tochter Haarmann & Reimer.
Anschließend fusionierte EQT die beiden Unternehmen zum neuen Konzern Symrise.
Im Herbst 2004 vereinbarten Eigentümer, Management, Betriebsrat, Gewerkschaften und Landesregierung ein Sparpaket, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Die Arbeitszeit wurde auf 40 Wochenstunden ohne Lohnausgleich heraufgesetzt.
Alle Mitarbeiter inklusive der Geschäftsführung verzichteten für zwei Jahre auf Lohnerhöhungen.
EQT will Symrise frühestens 2007 im Wege eines Börsenganges verkaufen.


Für Viterra hiess es:
– Größte Transaktion bisher, hoher Kaufpreis, extremes
Risiko -
Die Deutsche Annington, Tochter der britischen Beteiligungsgesellschaft Terra Firma, hat im Mai 2005 für sieben Mrd. EUR die Immobilientochter Viterra mit einem Bestand von 150.000 Wohnungen aus dem Anteilsbesitz des Energiekonzerns E.on erworben.
Die Strategie von Beteiligungsfirmen wie Terra Firma, die auf den Erwerb von Wohnimmobilien spezialisiert sind, besteht im Weiterverkauf der Wohnungen, einzeln oder in kleineren Paketen.
Durch die Transaktion wurde Viterra mit einem Schlag zur größten deutschen Immobiliengesellschaft.
Sie besass hier zu Lande nun 230.000 Wohnungen.
Im Kaufpreis waren drei Mrd. EUR für die Übernahme der Nettoschulden und Rückstellungen enthalten, die übrigen vier Mrd. EUR entfielen auf den Erwerb des Eigenkapitals.
Nach Angaben der Financial Times Deutschland war der Kauf zu 90 Prozent fremdfinanziert.
Die Kredite stellte die Citigroup-Bankgesellschaft zur Verfügung.
Im Rahmen dieses Geschäftes hat sie über ihre Tochter Citigroup Property Investors eine Minderheitsbeteiligung an der Annington erworben.
In Finanzkreisen wurde dieser Anteil auf 17,5 Prozent geschätzt.
Der Kauf von Viterra ist mit hohen Risiken behaftet.
Viele Wohnungen liegen in strukturschwachen Gebieten von Dortmund, Bochum, Witten und Essen.
Ein Experte vor Ort sagte, die Mieter überlegten sich sehr genau, eine Wohnung zu kaufen, auf der sie später vielleicht sitzen bleiben.
Die Mieterprivatisierung ist aber das wichtigste Standbein im Geschäftsmodell von Terra Firma.
Für die Beteiligungsgesellschaft bedeutete der Kaufpreis von 7 Mrd. EUR einen Preis von 700 EUR pro Quadratmeter.
Experten bezweifelten, dass sich auf dieser Grundlage jemals eine Rendite von 20 bis 25 Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital erzielen lässt.
Die Deutsche Bank sieht in dem Portfolio viele unverkäufliche Objekte, verbunden mit der Gefahr, dass nach Verkäufen vieler guter Objekte ein unattraktiver Restbestand entstehe.
Auch prognostizierte das Geldhaus vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunktur große Kaufzurückhaltung bei potenziellen Interessenten.
Negative Beispiele gab es bereits:
Im Dortmunder Stadtteil Eving standen achtstöckige Wohnhäuser zu einem Drittel leer.
Viterra verkaufte sie an den Finanzinvestor Mira weiter.
Seitdem finden dort keine Investitionen mehr statt, und die Finanzinvestoren kümmern sich nicht um das Wohnumfeld.
Auch bei kleineren Mehrfamilienhäusern der gleichen Siedlung erwiesen sich viele Einheiten bisher als nicht verkäuflich.


Für MTU Air Engines hiess es:
– Erfolgreicher Börsengang, hohe Verschuldung, unsichere Zukunft -
Ende 2003 verkaufte DaimlerChrysler den Flugzeugtriebwerkzulieferer MTU Air Engines für 1,45 Mrd. Dollar an die große amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR.
Unter den Kreditgebern der Finanzierung war auch DaimlerChrysler mit 200 Mio. EUR.
Das Unternehmen, bisher in der Rechtsform einer GmbH geführt, wurde in eine AG umgewandelt und im Juni 2005, also bereits anderthalb Jahre nach dem Erwerb durch KKR, an die Börse gebracht.
Vor dem Börsengang erklärte KKR, dass ein großer Teil des Erlöses aus der Kapitalerhöhung dem Unternehmen zufließen werde. 250 bis 300 Mio. EUR des Emissionsvolumens aus einem Börsengang sollen für die weitere Entschuldung von MTU eingesetzt werden.
Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte demgegenüber, dass der größte Teil der Einnahmen des Börsenganges an die Beteiligungsunternehmen abflösse und dem Unternehmen nicht für Investitionen zur Verfügung ständen.
Mit fast 30 Prozent jährlich ist die durch den Börsengang erzielte Rendite des Investors sehr hoch. Der KKR-Anteil an MTU sank im Zuge dieser Transaktion von 92 auf 29,3 Prozent.
MTU hat seit 2003 rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut.
Die Verringerung der Beschäftigtenzahl trotz gestiegener Produktivität wurde mit der Schwäche des Dollars begründet.
Die Entscheidung dazu fiel, so die Presse, bereits vor dem Verkauf an KKR.
Trotz zahlreicher Bemühungen in Entwicklung, Forschung und Vertrieb sollen in einigen Jahren aber mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Effekte eintreten.
Das Managermagazin berichtete, dass der MTU-Geschäftsführer Udo Stark in seiner Funktion als Vorstand bei seinen vorherigen Arbeitgebern, Agiv und mg technologies, für sich hohe Gehälter, Prämien und Abfindungen ausgehandelt hat.
Die Zeitschrift kommt zu dem Schluss, dass die finanziellen Interessen der beiden Partner, KKR und Stark, bei dem jetzigen Geschäft sehr gut zusammenpassten.
Durch die Fremdfinanzierung des Erwerbs hat KKR dem Unternehmen hohe Schulden aufgebürdet.
Nach Abzug des Kapitaldienstes blieb für 2004 trotz eines Betriebsgewinns von 81 Mio. EUR nur ein mageres Nettoergebnis von 200.000 EUR.
Allerdings konnte das Unternehmen aus dem hohen Cash flow Bankschulden tilgen, die sich innerhalb von 15 Monaten um 330 Mio. auf 55 Mio. EUR verringerten.
Die Finanzschulden sanken in 2004 von 930 auf 838 EUR und betrugen Ende März 2005 nur noch 621 Mio. EUR.


Für Sirona hiess es:
– Wachsende Verschuldung durch dreimaligen Verkauf -
Sirona war ein weiteres Beispiel für die wachsende Verschuldung eines Unternehmens durch mehrfachen Verkauf unter Finanzinvestoren.
Erstmals in der deutschen Industriegeschichte wurde ein Großunternehmen drei Mal hintereinander an einen Finanzinvestor veräußert.
Sirona, ehemals Dentalsparte der Siemens AG, wurde 1997 aus dem Konzern herausgelöst und für 320 Mio. EUR an die Beteiligungsgesellschaft Permira veräußert.
Im Geschäftsjahr 2003/2004 erzielte die Sirona-Gruppe mit über 1.600 Mitarbeitern einen Umsatz von 320 Mio. EUR.
Im November 2003 kauften die Beteiligungsfonds von EQT Sirona aus dem Portfolio von Permira für knapp 420 Mio. EUR. EQT wiederum verkaufte die Gesellschaft
nur 18 Monate später, im Mai 2005, an den amerikanischen Fonds Madison Dearborn für 800 Mio. EUR weiter.
Im Zuge der Verkäufe negativ entwickelt hat sich die Finanzlage des Unternehmens:
Der Verschuldungsgrad ist durch die Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften stark gewachsen.
So bürdete EQT dem Unternehmen 300 Mio. EUR zusätzliches Fremdkapital auf.
Und noch etwas zeigt der Fall beispielhaft für viele andere:
Die Beteiligungsgesellschaften halten sich immer weniger an ihre eigene Vorgabe, ein Unternehmen rund vier bis sieben Jahre weiterzuentwickeln.


Für die Bundesdruckerei hiess es
– Ruin eines vormals öffentlichen Unternehmens -
Auf dem Höhepunkt der New Economy verkaufte Bundesfinanzminister Hans Eichel im November 2000 die Bundesdruckerei für rund eine Mrd. EUR an den britischen Finanzinvestor Apax.
Die Branche schätzte den Wert des Unternehmens auf lediglich 400 Mio. EUR.
Apax beglich nur ein Viertel des Kaufpreises mit eigenem Kapital.
Der Rest stammte aus Krediten des Bundesfinanzministeriums und der Hessisch- Thüringischen Landesbank.
Die Kredite bürdete Apax der Druckerei auf.
Die Schuldenlast trug dazu bei, dass der Betrieb in die Verlustzone geriet.
Mitarbeiter wurden entlassen, die Geschäfte liefen schlechter.
Die Investoren wollten keine weiteren Mittel ins Unternehmen geben.
Die nun Authentos genannte Gesellschaft stand 2002 kurz vor der Insolvenz.
Apax verkaufte das Unternehmen für einen symbolischen EUR an eine Auffanggesellschaft der Hessischen Landesbank (Helaba).
Ursprünglich hatte die Bundesdruckerei 4.000 Beschäftigte.
Zum Schluss waren es noch 1.300.

Die ver.di publik meldete in der Oktoberausgabe 2006 zudem, dass das Unternehmen verschleudert worden wäre.
Die Journalisten Heide und Rainer Schwochow spürten dies mit kriminalistischem Spürsinn auf.
In den Konten der Bundesdruckerei fanden die Apax-Leute eine spezielle Rückstellung im Wert von 110 Millionen Euro, eine Art Sparbuch, das die vormalige Eigentümerin, also die Bundesrepublik Deutschland, wohl einfach dort vergessen hatte.
Wenig später tauchte das Gerücht auf, ein Apax-Geschäftsführer habe sich in Südfrankreich ein Anwesen im Wert von 65 Millionen Euro gekauft.
Auf eine gute Milliarde Euro schätzen die Autoren die Summe, die für Gutachten, Beratungen und Abfindungen mehrerer Geschäftsführer ausgegeben wurde.
Die Honorare an das Bankhaus Metzler und die Kanzlei Clifford Chance addieren sie auf mehr als 50 Millionen Mark. Dem Staatsminister im Auswärtigen Amt a. D., Ludger Volmer (Bündnis 90/Die Grünen), zahlte die Bundesdruckerei an Spesen und Honoraren für eine nebenberufliche Beratungstätigkeit 400000 Euro in zwei Jahren.
Hier die Absahner, auf der anderen Seite die Menschen, die mit ihrer Arbeit die Gewinne erwirtschaften, und es macht anschaulich, welche Folgen hatte, und welche die Sorgen um den Arbeitsplatz die Menschen hatten – bis zum Selbstmord aus Verzweiflung.
„Dann fehlten immer wieder Kollegen, und es hieß: Wo sind die eigentlich?
Ja, Bonnies Ranch. Bonhoeffer-Klinik.
Die waren einfach psychisch krank geworden“, berichtet eine in der Bundesdruckerei beschäftigte Frau.


Für IWKA hiess es
– Konzentration auf das Kerngeschäft um jeden Preis -
IWKA ist ein Mischkonzern im Bereich Maschinenbau mit den drei Sparten Roboter, Verpackungsmaschinen und Automobilzulieferung.
Der Roboterzweig zählte neben ABB und Fanuc zu den größten Anbietern in Europa.
Für Finanzinvestoren war das Unternehmen interessant, weil insbesondere der Roboterzweig („Kuka”) eine starke Stellung im Wettbewerb hatte und sich das Unternehmen für eine Zerlegung und autonome Stellung der drei Sparten bestens eignete.
Die im Vergleich zu anderen Finanzinvestoren aggressiv operierende Beteiligungsgesellschaft Wyser-Pratte Management Co. Inc aus den USA beteiligte sich im Oktober 2003 mit rund fünf Prozent an dem Maschinenbauer. Bereits im Januar 2004 erhöhte sie ihren Anteil auf 6,5 Prozent. Heute ist die Beteiligungsgesellschaft der zweitgrößte Aktionär des Unternehmens.
Weitere größere Eigner waren Hermes Focus Asset (5,03 Prozent), The Capital Group (4,80 Prozent), Schroders und Schroder Holding (5,05 Prozent), K Capital Partners (5,29 Prozent) und die Landesbank Baden-Württemberg (5,11 Prozent).
Interessant war, dass Investoren mit geringen Minderheitsanteilen offensichtlich auf die Strategie des Unternehmens entscheidenden Einfluss ausüben konnten.
Der Finanzvorstand des Unternehmens, Hans Lampert, kündigte rechtliche Schritte gegen den Chef des US-Investors, Guy Wyser-Pratte, an.
Dabei ging es zum einen um den Vorwurf von Wyser Pratte, der Vorstand manipuliere die Bilanz, um die Robotersparte schlechter aussehen zu lassen.
Zum anderen wirft Hans Lampert Herrn Wyser Pratte ein „Acting in concert” vor, also abgestimmtes Verhalten mit den anderen, am Unternehmen beteiligten Fonds.
Acting in concert ist nach deutschem Aktienrecht nicht zulässig.


Für die Deutsche Börse AG hiess es:
– Management scheitert an Hedge-Fonds
Auf Druck einer Gruppe angelsächsischer Investoren trat im Mai 2005 der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Börse AG, Werner Seifert, zurück.
Seifert war ehemals Unternehmensberater bei McKinsey, dann Generaldirektor der Versicherung Schweizer Rück. 1993 wurde er als Nachfolger Rüdiger von Rosens Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse.
Seifert trimmte die Börse streng auf Wachstum.
Die Deutsche Börse war vielen Investoren im Ausland nun zu mächtig und zu erfolgreich geworden.
Der Sturz des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurde geplant.
Die angelsächsischen Anteilseigner nahmen Seifert offenbar übel, dass er ihnen gegenüber arrogant auftrat und Gewinne im Unternehmen ansammelte, anstatt sie an die Aktionäre auszuschütten.
Dass es überhaupt zu der Auseinandersetzung um den Rücktritt von Seifert kam, hing auch damit zusammen, dass deutsche Altaktionäre nach und nach ihre Anteile an verschiedenen Unternehmen abgestoßen haben.
Zum Zeitpunkt der Angriffe von Hedge-Fonds hatte das Unternehmen nur noch sieben Prozent deutsche Anteilseigner.
Der entscheidende Punkt für Seiferts Entmachtung war der geplante Kauf der Londoner Börse LSE (London Stock Exchange).
Der Anführer des Widerstands, der englische Fonds TCI, stellte sich von Anfang an gegen diesen Kauf.
Der gebotene Preis von 5,30 Pfund pro Anteilsschein wurde als übertrieben hoch bezeichnet.
Die Fonds hatten verlangt, das überschüssige Kapital nach Absage des Kaufs der LSE an die Aktionäre auszuschütten.
Etwas später schlossen sie eine Fusion mit einer anderen europäischen Börse allerdings nicht mehr aus, was letztendlich Konzeptlosigkeit bedeutete.
Wichtigstes Thema der Hauptversammlung am 25. Mai 2005 wurde die strategische Ausrichtung der Deutsche Börse AG.
Vorstand und Aufsichtsrat hatten vorgeschlagen, 78 Mio. EUR an die Aktionäre auszuschütten und 149 Mio. EUR in die Rücklagen einzustellen.
Union Investment stellte den Gegenantrag, 227 Mio. EUR auszukehren.
Es mehrten sich die Befürchtungen, dass die Börse zerschlagen werden sollte.
Ob das passieren wird, war bis Juli 2005 unklar.
Am Fall Deutsche Börse AG wurde deutlich, dass die Unterscheidung zwischen Hedge-Fonds, die auf kurzfristige Gewinnmitnahmen abzielen, und klassischen Investmentfonds, wie Fidelity und Merill
Lynch, die das Management unterstützen, nicht mehr trägt.
Bis heute ist nicht öffentlich bekannt, welche Fonds am Sturz Seiferts beteiligt waren.
Gegen die ausländischen Finanzinvestoren hatte die Aufsichtsbehörde ein juristisches Verfahren wegen der Vermutung von acting in concert eingeleitet.
Lässt sich der Vorwurf nachweisen, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Stimmrechte der Investoren sperren oder sogar deren Aktien pfänden.

Es sind künftige Unternehmensübernahmen möglich.
Für Übernahmen durch Finanzinvestoren infrage kommen vor allem mittelständische
Unternehmen mit großem Entwicklungspotenzial, das sich noch nicht im Unternehmenswert niedergeschlagen hat.
Gleichfalls gefragt sind Mischkonzerne, deren Unternehmensteile keine oder geringe
Synergien aufweisen und bei denen die Wertsumme einzelner Sparten größer
ist als der Wert des Gesamtkonzerns.
Mit zunehmender Größe der Beteiligungsfonds werden aber auch Großunternehmen
mit einem hohen Streubesitzanteil interessant. Dazu gehören eine Reihe von
Unternehmen, wie z. B. Adidas, BASF, die Deutsche Börse, E.on, Henkel, MAN,
Deutsche Bank, TUI, Bayer, Allianz, Lufthansa, Continental, RWE, Siemens,
DaimlerChrysler, Hypo-Vereinsbank, Commerzbank, Schering, Münchener Rückversicherung,
ThyssenKrupp, Infineon, Linde, SAP und Volkswagen.
Konzerne schützt gegen ungewollte Übernahmen auch schlicht die Größe.
Insbesondere folgende Unternehmen gelten aktuell als Übernahmeobjekte:
Karstadt-Quelle
Das Unternehmen war weiterhin gefährdet, übernommen und zerschlagen
zu werden.
Eine Sanierungsmöglichkeit konnte in der Aufnahme einer Beteiligungsgesellschaft
bestehen, die einzelne Konzernteile verkauft.
Dabei dürfte das Immobilienvermögen von besonderem Interesse für einen möglichen Käufersein.
TUI
Mitte 2004 geriet Europas größter Touristikkonzern in die Gefahr, mit Hilfe von
Hedge-Fonds zerschlagen zu werden.
Vor allem an der Container-Linien-Tochter Hapag Lloyd AG waren mehrere Investoren interessiert.

MAN
Auch MAN ist ein komplexer Mischkonzern, der aus einigen großen und teilweise
sehr wettbewerbsfähigen Sparten und aus vielen kleinen, ebenfalls teilweise profitablen
Zweigen besteht.
Linde
Das Unternehmen besteht aus zwei großen Geschäftsfeldern: Gabelstapler und
Industriegase.
Einen gewissen Schutz bietet noch die Beteiligung der drei Großaktionäre Allianz
(12,3 Prozent), Deutsche Bank und Commerzbank (je zehn Prozent). Marktbeobachter
vermuten aber, dass sie ihre Anteile bald abstoßen werden.

Stadtwerke und Krankenhäuser
Zahlreiche Kommunen sind im Besitz von Stadtwerken, zu denen teilweise die
Energieerzeugung und -verteilung gehört. Die Energiemärkte werden sich in nächster Zeit erheblich wandeln (Stichwort: Unbundling).
Zu rechnen ist mit Fusionen und Verkäufen von Stadtwerken.
Auch im Krankenhaussektor läuft eine Konsolidierungswelle.
Angetrieben durch die Gesundheitsreform wurden bereits viele Krankhäuser privatisiert bzw. in größere
Konzerne eingegliedert.
Auch hier winkt für Investoren ein lohnendes Geschäftsfeld.
Die Beteiligungsgesellschaft Terra Firma beabsichtigt nach Angaben
ihres Geschäftsführers, Georg Kulenkampff,in Deutschland größere Stadtwerke und Krankenhäuser zu kaufen.
Interessant seien vor allem Stadtwerke in der Größenordnung von Köln, Düsseldorf oder Leipzig. Außerdem will sich der Investor an
Krankenhausketten mit mindestens zehn Kliniken beteiligen.
*13)


Der Artikel vom 14.09.2006 bei http://www.lexonline.info gab her, dass nunmehr Gesetze und Bürokratie als Insektenvertilgungsmittel gegen die Heuschrecken wirken sollten.
Die Frage war, ob das gesetzlich auch rückwirkend möglich ist.

Der (derzeitige) Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wollte die Existenz Wohnungsgesellschaften sichern, die von Opportunity und Private Equity Fonds übernommenen wurden.
Ein Gesetz solle verhindern, dass die Wohnungsunternehmen nach der Übernahme mit hohen Schulden belastet würden.
Die Technische Universität München sei beauftragt worden, eine Handlungsempfehlung für ein mögliches Gesetz zu entwickeln.
Speziell angelsächsische Investoren hätten in den vergangenen Jahren auf dem deutschen Markt investiert und Wohnungs- und Immobilienunternehmen übernommen.
Diese Gefährdung von gesunden Unternehmen sei nicht länger zu dulden, die Investitionsfähigkeit von Wohnungsgesellschaften müsse erhalten werden, hiess es aus Kreisen des Finanzministeriums.
*10)

Schade, dass andere gesunde Unternehmen von Heuschrecken überschuldet wurden, die Frage war nur, wann sie die Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten.
Eine Liste von "befallenden" Firmen kann am Ende des Beitrags nachgelesen werden.
Das nur Wohnungsbaugesellschaften geschützt werden sollten, dass reichte bei weitem nicht aus, und schon gar nicht, wenn die Bürokratie der Heuschreckenvertilger werden sollte.

Da war in Thailand seit Jahren weiter.
In Thailand konnte eine Heuschrecke nur 49% einer Firma oder Aktiengesellschaft erwerben.
Das war Gesetz.
Auf diese Weise konnte eine Heuschrecke "nur" Vorstandsmitglied oder stellvertretender Firmenbesitzer werden, und die Heuschrecke konnte so dem Wohl der Firma oder dem Wohl des Landes dienen.
Eine vorsätzliche Überschuldung einer Firma war so gesetzlich erst gar nicht möglich.

Der Gesetzgeber war in Deutschland so weit noch nicht.
Deutschland war im Kampf gegen die Heuschrecken ein Entwicklungsland.



Das Abendblatt.de gab am 29.09.2006 ein Interview zum Jahrestag deutsche Einheit mit dem Wirtschaftsforscher Ulrich Blum.
16 Jahre nach dem Mauerfall und und immer noch keine blühenden Landschaften, das war genug..

"Der Osten braucht Heuschrecken", so der Tenor des Wirtschaftsforschers Ulrich Blum.
Altbundeskanzler Helmut Kohl hat einst blühende Landschaften für den Osten versprochen.
Doch trotz Milliarden hoher Transferzahlungen ist die Arbeitslosigkeit hoch und die Wirtschaftskraft schwach.
Nun muss das Experiment "Heuschrecke" her, damit der Aufbau Ost wirtschaftlich wird, und endlich in Gang kommt.
Blum meinte, dass Ostdeutschland nur 50 Jahre aus der wirtschaftlichen Weiterentwicklung draussen war.
Doch die Ost-Bürger seien depressiv.
Man müsse den Kopf nicht so in den Sand stecken.
Die Politik könne helfen.
Die einzige Chance sehe Blum darin, den Mittelstand in seinem Wachstum zu unterstützen.
Dazu bräuchten die Firmen mehr Finanzierungskapital - also Venture Capital - .
Firmen bräuchten vernünftige "Heuschrecken", da viele Unternehmen - trotz kreativer Ideen - zu wenig Eigenkapital haben.
*14)


Die Überschuldung von gesunden Firmen ging aber weiter.
Die Gefahr wuchs, dass Firmen reihenweise durch die Überschuldung pleite machten.


Die von Heuschrecken befallenen Banken stiessen "faule" Kredite ab, dass führte dazu, dass mittelständische Unternehmen "auf fremdes Kapital" zurückgreifen mussten.
Die Inhaber mittelständischer Unternehmen in Deutschland, die fremdem Kapital bislang stets misstrauisch begegneten, mussten sich wegen des Rückzugs der deutschen Banken nun daran gewöhnen - so der Tenor der Fitch-Studie -, daß ausländische Fonds zunehmend Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit nahmen.
Das Erfolgsmodell des deutschen Mittelstands, das die beständige Rückinvestition des Gewinns in langfristig produktivitäts steigernde Anlagen und Technologien einschloss, wurde dadurch unweigerlich zerstört.
Desgleichen galt für die Produktweiterentwicklung.
*3)

Und so dann meldete die Financial Times Deutschland am 27.08.2006 online, dass Permira den Fischstäbchen-Hersteller Iglo übernommen hatte.
Kapitän IGLO hatte nichts mehr zu sagen.
*11)


Es ging also munter weiter, nur ein "Insektenvertilgungsmittel für Heuschrecken" , die gesunde Firmen überschuldeten, das gab es nicht.
Stattdessen wurde mit Bürokratie und einer Studie zur Handlungsempfehlung den Heuschrecken entgegen getreten.

Dafür zeigte die Berichterstattung in den Medien Wirkung.
Plötzlich sei alles nicht so schlimm.
Die Heuschrecken seien jetzt die Retter.


Am 19.09.2006 meldete die WELT online, dass im Mai der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital Advisors die Spielzeugmarke übernahm, und drei Monate später mache Märklin wieder mehr Umsatz, und zwar gegen den Branchentrend.
Das Umsatzplus zeige, dass Märklin Wachstumsmöglichkeiten habe und sich erfolgreich gegen den Branchentrend absetzen könne, meinte Paul Adams, Vorsitzender der Märklin-Geschäftsführung.
Seit dem Eigentümerwechsel sei unter anderem die Finanzierung „auf eine längerfristige und günstigere Basis gestellt“ worden, so Adams.
Das Management habe 20 wichtige Projekte angeschoben, „mit denen Märklin seine Kosten weiter nachhaltig reduzieren und den Umsatz anhaltend stärken wird“, sagte Adams.
Kingsbridge habe Investitionen insbesondere in den Ausbau von Vertrieb und Marke zugesagt.
Paul Adams werde seinen Posten zum 30. September auf eignen Wunsch aufgeben.
"Jetzt ist die Sanierung des Unternehmens weiter auf Kurs, und ich werde diesen Prozess bis Mitte nächsten Jahres als Berater begleiten.“ , meinte Adams.
*12)


Das Märklin im September 2006 mehr Umsatz machte, durfte nicht sonderlich verwundern, denn es nahte das Weihnachtsgeschäft, und zu diesem Termin steigen grundsätzlich die Umsätze und die Auftragslage im Konsumbereich.
Viel interessanter wäre zu erfahren gewesen, wie die Heuschrecke als Retter den Umsatz weltweit ankurbeln wollte, sodass der Produktionsstandort in Deutschland gerettet werden konnte, - aber hierzu gab es keine Informationen - .
Die Frage war, weshalb nicht ?
Und wenn alles bei Märklin so toll gewesen sein soll, weshalb gab Adams seinen Job auf eignen Wunsch auf ?
Verlies er das sinkende Schiff ?


Und so kam es, wie es kommen musste, http://www.abendblatt.de am 11.01.2007:
GOEPPINGEN: Märklin streicht 310 Arbeitsplätze

Die 1859 im schwäbischen Göppingen gegründete "Fabrik feiner Metallspielwaren" war nach drohender Insolvenz im Mai 2006 von der britischen Investorengruppe Kingsbridge übernommen worden.
2005 hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 123 Millionen Euro einen Verlust von 14 Millionen Euro verbucht.
Das Jahr 2007 sollte Märklin die schwarze Null bringen, und im Jahr 2008 müsse "ein vernünftiges Ergebnis" erzielt werden.

Der Modellbahnbauer Märklin wollte mit einem drastischen Stellenabbau zurück in die Gewinnzone.
310 der 1350 Arbeitsplätze sollten gestrichen werden.
Für das Das Werk im thüringischen Sonneberg mit 221 Beschäftigten war die Schliessung im Jahr 2007 beschlossene Sache.
Zugleich sei aber geplant gewesen, die Investitionen 2007 um 50 Prozent auf 15 Millionen Euro aufzustocken.
"Wir wollen uns auf die Standorte Göppingen und Györ in Ungarn konzentrieren", sagt Ulrich Wlecke, Sprecher der Geschäftsführung,
"Das rechnet sich aber nur, wenn wir die Kostenstruktur nachhaltig anpassen und Produktionskosten in Deutschland senken.
Wettbewerber haben das schon lange gemacht und können 50 Prozent billiger anbieten."
Neben dem 1991 erbauten Werk in Sonneberg trifft es 30 der 63 Mitarbeiter in Nürnberg und weitere 60 in Göppingen.
"Wir wissen, dass hinter jeder Kündigung ein Schicksal steckt. Doch wir können die Verluste so nicht mehr tragen", sagt Wlecke.
*30)


BenQ Mobile Deutschland ist pleite:
http://www.rp-online.de/public/article/ ... men/354957
Bei der Sanierung von BenQ Mobile hat der Insolvenzverwalter den rund 3.000 Beschäftigten neue Hoffnung gemacht. Nicht alle Patente seien beim Verkauf von Siemens auf BenQ übertragen worden. "An der Patentsituation wird die Unternehmensfortführung aus heutiger Sicht nicht scheitern", stellte Insolvenzverwalter Martin Prager in München klar.


http://www.dieneueepoche.com/articles/2 ... 56830.html
Auf einer Betriebsversammlung sind die Beschäftigten des insolventen Handyherstellers BenQ in München am Donnerstag über den Stand der Suche nach einem Investor informiert worden. Sorge löste die Mitteilung von Siemens aus, dass der Kern der Patente beim Mutterkonzern BenQ in Taiwan sei. «Ohne Lizenzen bleibt am 1.1. 2007 wohl nichts anderes übrig, als das Licht auszumachen», sagte der bayerische IG-Metall-Sprecher Matthias Jena.


http://www.stern.de/wirtschaft/unterneh ... 73266.html
Der Insolvenzverwalter von BenQ Mobile hat den 3.000 Beschäftigten neue Hoffnung gemacht. Die deutsche Tochter des BenQ-Konzerns habe wohl doch genug Patente zur Fortführung der Handyproduktion.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,441022,00.html
Heute Morgen war der Vorwurf gegen den taiwanesischen BenQ-Konzern laut geworden, sämtliche Patente der deutschen Tochter BenQ-Mobile abgezweigt zu haben. Ganz so schlimm ist es nach Auskunft von Insolvenzverwalter Martin Prager nicht. Doch welchen Wert haben die übrig gebliebenen Patente?


Die nächste Pleite drohte, EURO AM SONNTAG meldete am 01.10.2006, dass BALDA



http://focus.msn.de/finanzen/aktien/gab ... 38701.html
FOKUS-Money Online meldete am 06.11.06, dass Linde die Gabelstablersparte an die Heuschrecken Goldman-Sachs und an KKR verkauft hatte.
Die Finanzinvestoren erklärten, sie wollten die Wachstums- und Ertragsmöglichkeiten von Kion nutzen und den Unternehmenswert steigern. „Unser mittelfristiges Ziel ist dabei ein Börsengang.“
Die Standortsicherung sei festgeschrieben.


Die Standortsicherung mit einer fundamentierten Sicherheit für den Arbeitsplatz war für die KAMPA-AG Mitarbeiter nicht mehr geben.
Ein "tolles" Weihnachtsgeschenk.
Die Frage war, wie viel Mitarbeiter ihr (KAMPA ?)-Eigenheim oder die Eigentumswohnung verloren hatten.

http://www.manager-magazin.de,
Minden am 01.11.2006:
Der in Deutschland als gebrandmarkte Heuschrecke bekannte Private-Equity-Investor Triton hat sich die Mehrheit am Fertighaushersteller Kampa gesichert, weil die Heuschrecke 55,33 Prozent des Bestands des Mehrheitsaktionärs Wilfried Kampa übernommen hatte.
Und auch am Rest scheint das Unternehmen interessiert -
Triton sah für Kampa gute Wachstumschancen.
Kampa hatte im ersten Halbjahr 2006 Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro eingefahren.
Der Finanzinvestor, der das Engagement bei Kampa über seine hundertprozentige Tochter Blitz F05- 417 abwickelt, war in der deutschen Baubranche bereits beim Fensterbauer Weru engagiert.
*23)


http://www.n-tv.de online am 27.11.2006:
Die Heuschrecken entdeckten Soziales und KKR wollte die soziale Verantwortung stärken.
Immerhin: die Einsicht nahte.

Angesichts der Heuschrecken-Debatte hatte der Europa-Chef eines großen Finanzinvestors die Branche aufgefordert, ihre soziale Verantwortung stärker in den Vordergrund zu rücken.
Dazu zählten zum Beispiel Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung, sagte Johannes Huth, Managing Director bei Kohlberg Kravis Roberts (KKR), am Montag auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt.

Huth betonte, dass entgegen des allgemeinen Eindrucks die von Finanzinvestoren kontrollierten Unternehmen im Schnitt zusätzliche Arbeitsplätze schaffen würden.
Der Manager räumte aber auch ein, dass Kostensenkungen -also unter anderem Personalabbau -eines der wichtigsten Mittel seien, um mit den erworbenen Unternehmen höhere Gewinne zu erwirtschaften.
Huth rechnete für die Branche mit weiterem Wachstum vor allem bei so genannten Mega-Deals.
"Die Größe der Fonds und die weiter vorhandene Liquidität bei Fremdkapital lässt die Transaktionen immer größer werden", meinte er.
*25)

Huth hätte sich mal durch den Kopf gehen lassen müssen, an wie viel Firmen KKR mittlerweile beteiligt war.
Hier in diesem Beitrag waren dies folgende Betriebe:
- Europcar
- Rodenstock
- Der Grüne Punkt
- Auto Unger (A.T.U)
- Wincor Nixdorf
- MTU Air Engines
- von Linde die Gabelstablersparte
- Demag Holding
- Dynamit Nobel Chemie
- Lecom Telekommunikation von Bosch

Seltsamer Weise muss die Beschäftigungstendenz negativ gewesen sein, jeden falls wurde keine positive Beschäftigungsbilanz seitens KKR präsentiert.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Und wo war denn die "soziale Verantwortung" hinsichtlich der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren ?
Hätte KKR nicht schon viel früher bei den eignen Firmenbeteiligungen eingreifen sollen ?
Aber immer hin: die Einsicht kommt (zu spät ?).


[code]http://www.freiepresse.de [/code]
Sachsen: Neukirch am 07.12.2006
Das Weihnachtsfest nahte.
Die geplante Schließung des Biria-Fahrradwerks in Neukirch stand an.
Hier kam die Einsicht zu spät.
Die US-amerikanische Fondsgesellschaft und Heuschrecke, Lone Star, schockte so zu sagen über Nacht ca. 250 Menschen mit dem Entzug der Lebensgrundlage.
Die Amerikaner hatten die Biria GmbH vor einem Jahr vom damaligen Geschäftsinhaber Mehdi Biria übernommen, weil sich dieser in den Ruhestand zurückzog.
Damals hatten die Amerikaner dem Bericht nach keinerlei Schließungsabsichten verlauten lassen.
Biria rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro bei 300 000 verkauften Rädern.
Allerdings sei die Zahl der Aufträge zuletzt gesunken.
Ohne vorangehende Gespräche mit der Staatsregierung des Freistaats Sachsen, der das Unternehmen maßgeblich unterstützt habe, um die Arbeitsplätze in der Region zu halten, wurde Lone Star tätig.
Nach einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» (Donnerstagausgabe) waren auch Zulieferer und Geschäftspartner gefährdet.
*26)



http://www.web.de am 15.12.2006 :

Die Heuschrecken KKR/Permira übernahmen ProSiebenSat.1, und es wurde beteuert, dass keine Arbeitsplätze abgebaut würden.
Die britische Permira und der US-Fonds KKR hatten den Kauf der Mehrheitsbeteiligung an ProSiebenSat1 in der vom 14.12.2006 offiziell bestätigt.
Beide gehörten zu den weltweit größen Private-Equity-Firmen, spezialisiert auf Übernahme, Umbau und Wiederverkauf von Firmen.
Es gebe keinerlei Abbaupläne, versicherte der Deutschlandchef des Finanzinvestors Permira, Thomas Krenz, am Freitag während einer Telefonkonferenz.
Permira und der Finanzinvestor KKR erwarben nach eigenen Angaben für etwa drei Milliarden Euro insgesamt rund 50,5 Prozent am Grundkapital der ProSiebenSat.1 Media.
Der Medienkonzern SBS sollte mit dutzenden Fernseh- und Radiosendern in ganz Europa zusammengeschlossen werden.
Es sollten dabei Synergieeffekte entstehen.
Ziel sei es , Europas größtes Fernseh- und Rundfunkunternehmen RTL einzuholen, "wenn nicht zu überholen", sagte Krenz.
*27)


http://www.focus.online am 19.12.2006:
Der umstrittene Verkauf von Immobilien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die private Investmentgesellschaft Cerberus war perfekt.
Zu dem Paket gehörten Gewerkschaftshäuser in den neuen Ländern sowie in Hannover.
Konkret wechseln im Osten laut DGB Sachsen Gewerkschaftshäuser in Leipzig, Dresden, Zwickau, Bautzen, Chemnitz, Magdeburg, Jena und Suhl den Besitzer. Zum Portfolio gehören außerdem 19 Bankfilialen der ehemaligen Bank für Gemeinwirtschaft (heute SEB) in westdeutschen Großstädten.

Sachsens Gewerkschaftschef Hanjo Lucassen kritisierte den Verkauf, der der klammen Gewerkschaft Geld in die Kassen spülen sollte.
Ein solcher Verkauf an eine Heuschrecke mache die Gewerkschaft unglaubwürdig.
*28)

Das zeigte nichts Gutes zu Weihnachten 2006 an.
So hatte sich Cerberus doch schon Beteiligungen bei:
- Berliner Wohnungsgesellschaft GSW
- Autozulieferer Peguform
- Handelskreditbank (HKB)
- die Blutplasma-Sparte von Bayer
- Flugzeug-Leasingfirma Debis Air Finance
- Versicherungskonzern Gerling
Hierzu wurde keine Nachricht bekannt, dass Arbeitsplätze entstanden wären.
Und wie sehen die Mietpreise in der Zukunft aus ? Etwa niedriger ?


Wie schon zuvor berichtet wurde, wurde Rodenstock vom KKR aufgekauft, dann an Permira weiterverkauft, und es erfolgte der Kauf durch Bridgepoint .
Nur Arbeitsplätze wurden bisher nicht mehr.

Financial Times Deutschland am 22.12.2006:

Permira war 2003 bei dem damals wirtschaftlich angeschlagenen Brillenkonzern Rodenstock eingestiegen und hatte seinen Anteil 2004 auf 85 Prozent erhöht.
Die Familie Rodenstock ist noch mit zehn Prozent beteiligt, das Management mit fünf Prozent.
Zuvor hatte das Rodenstock-Management unter der Führung von Giancarlo Galli über deutliche Umsatzverbesserungen, Marktanteilsgewinne und zweistellige Renditemargen berichtet.
2005 stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 345 Mio. Euro.
2006 kletterte der Umsatz weiter.
Den Zuschlag erhielt der in London ansässige Finanzinvestor Bridgepoint.
Für Bridepoint, das hauptsächlich in mittelständische Firmen investiert und daraus grenzüberschreitende Strategien in Europa entwickelt, war es eine der bislang größten Übernahmen.

Mit der Entscheidung zu Gunsten von Bridgepoint ist für Rodenstock mit rund 4300 Beschäftigten sei die Gefahr gebannt, dass ein Konkurrent das Unternehmen aufkaufen könnte und möglicherweise zerschlägt. Wie Rodenstock-Chef Galli erklärte, wird Bridepoint "die bisherige strategische Ausrichtung des Unternehmens mittragen". Unternehmenskenner meinten hingegen, dass Bridgepoint in einigen Jahren über einen Börsengang aus Rodenstock aussteigen könnte.
*29)

Wegen Überlänge geht es unten weiter.


Gruss
Tom
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Registriert: Fr, 07 Apr 2006 11:03 +0000

Hier gehts weiter !

Beitragvon Tom » Fr, 06 Okt 2006 12:02 +0000

Hallo !

Ich aktualisierte den Beitrag sehr umfangreich.

Der 90-seitige Bericht;
"Die Aktivitäten von Finanzinvestoren in Deutschland"
"Hintergründe und Orientierungen"
"Hans-Böckler-Stiftung"
"Juli 2005"
von Lothar Kamp / Alexandra Krieger gaben weitere wichtige Informationen preis, und diese Informationen arbeitete ich u. a. in den Beitrag ein.

Aus dem Vorwort:
"(...)
Debatten um die Rolle des Finanzkapitals in unserer Gesellschaft gab es in der Geschichte häufig.
Meist ging es dabei nicht nur um rein ökonomische Probleme.
Die Auseinandersetzungen berührten vielmehr grundsätzliche Fragen der Wirtschaftsordnung und der ethischen Bewertung von Finanzierungsgeschäften.
Deshalb wurden sie oft sehr emotional geführt.
Das mag außerdem daran liegen, dass der Finanzsektor vielen Menschen aufgrund seiner Abstraktheit fremd und bedrohlich erscheint und Kapitalbesitz häufig mit Macht und Einfluss assoziiert wird.
Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass der energische und bisher ungebremste Eintritt internationaler Finanzinvestoren in den deutschen Markt zu heftigen Diskussionen geführt hat.
(...)
Insbesondere spektakuläre Aktionen von Hedge-Fonds hatten die Auseinandersetzung angeheizt.
Entwicklungen wie bei der Deutsche Börse AG und IWKA, wo sie
erstmals in Deutschland in größeren Unternehmen den Rücktritt von Vorständen und Aufsichtratsmitgliedern erzwangen, oder bei Grohe, Hersteller von Sanitäranlagen, wo nach dem Einstieg mehrerer Finanzinvestoren große Teile der Belegschaft entlassen werden sollen, schaffen eine konkrete Verbindung zu den häufig sehr abstrakten Wirkungsketten des modernen Kapitalismus´ und erzeugen in der Gesellschaft neue Ängste.
So geriet die Diskussion zur Grundsatzfrage über „guten” und „schlechten”
Kapitalismus.
(...)"
Quelle:



Auf der anderen Seite wurde das Treiben der Heuschrecken auch erleichtert.
Es wurde zu wenig gegen Wirtschaftskriminalität unternommen.

Das Bundeskriminalamt veröffentlichte auf der Internet-Seite die Statistik der Wirtschaftskriminalität, wie Betrug, Insolvenzstraftaten, Wirtschaftskriminalität im Anlage- und Finanzierungsbereich pp. , Wettbewerbsdelikte, Wirtschaftskriminalität i.Z.m Arbeitsverhältnissen, Betrug und Untreue i.Z.m. Beteiligungen und Kapitalanlagen.
Es waren folgende erfasste Fälle im Jahr:
1997 = 167345
1998 = 86232
1999 = 108890
2000 = 90706
2001 = 111627
2002 = 86030
2003 = 86149
2004 = 81135
2005 = 89224

Auffällig war hier der Zeitraum von 2000 bis 2005, in dem die Anzahl der Fälle in etwa konstant geblieben sein sollen.
Es war der Zeitraum, in dem Heuschrecken und „Korrupties“ sich mittels Anteilszukäufe über die Firmen hermachten, sie z. T. ausschlachteten, und Patente in das Ausland verfrachteten.

Über diese annähernde Konstanz an Fällen darf spekuliert werden.
Vermutlich lag es daran, dass nicht genügend Personal zur Korruptionsbekämpfung zur Verfügung stand, und somit konnten auch nicht mehr Fälle bearbeitet werden.

Hätte es hier frühzeitig eine Aufstockung des Fachpersonals gegeben, dann hätten unter Umstanden viele Insolvenzen nicht stattfinden können.
Denn wer begeht schon gerne Wirtschaftskriminalität und Insolvenzbetrug, wenn klar ist, dass der Betrug etc. auffallen wird ?



Klar war, dass die Heuschrecken ein solches "schwarzes Loch der Wirtschaftskriminalität" zu nutzen wussten.
Zudem war das Wirken der Heuschrecken auf dem Kapitalmarkt weitgehend in Deutschland ungeregelt.

Wenn es aber möglich war unbehelligt Wirtschaftkriminalität, wie Korruption und Insolvenzbetrug, zu betreiben, und dass das ungeregelte Wirken der Heuschrecken auf dem Kapitalmarkt weitgehend in Deutschland möglich war, durfte es nicht verwundern, dass die Firmeninsolvenzen stetig stiegen.


Das Statistische Bundesamt stellte den Anstieg der Firmeninsolvenzen fest.

1989 waren es noch 9.590 Unternehmens- insolvenzen, und im Jahr 2005 waren es schon 36.843 Unternehmens-insolvenzen.
Das Jahr 2006 lief besser, hier konnte die Behörde "nur" 25.720 Unternehmens-insolvenzen melden.
Zum Vergleich zu "alten Zeiten":
1960 waren es noch 2.358 Unternehmensinsolvenzen, und im Jahr 1980 waren es schon 6.315 Unternehmensinsolvenzen.
Quelle: Statistische Bundesamt unter:
http://www.destatis.de/indicators/d/lrins01ad.htm
http://www.destatis.de/indicators/d/ins110ad.htm


Egon W. Kreutzer listete die Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland, die Insolvenzen, den angekündigten und absehbaren Stellenabbau seit 02.10.2002 auf seiner Web-Seite auf.
Er zählte in etwa 3.681.000 Stellen, die zunächst dem Raubbau seit 02.10.2002 zum Opfer fielen.
Quelle:
http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/1 ... hiv22.html

Interessant war, dass seit 2000 die Heuschrecken mit ihren "Entscheidungshilfen", die "Korrupties", die Personalentscheider, mit ihren mobbenden Verrichtungshilfen, konsequent in den Betrieben zu Werke gingen, um Personal abzubauen.
Im Gegenzug wurden aber kaum neue Stellen geschaffen, und wenn, dann war mit dem Job in aller Regel nicht sonderlich mehr als HartzIV zu verdienen, sodass ca. 8 Mio. Menschen mit einem solchen niedrigen Lohn wie etwas mehr als HartzIV auskommen mussten.


Wenn das weiter geht, wird die arbeitsfähige Bevölkerung weitgehend auswandern müssen.


Die Produktion von Massenarbeitslosigkeit durch Heuschrecken, durch "Korrupties" als "Könige der Korruption", durch Vorgesetzte und Personalentscheider als Mobber, fand kein Ende.



Nicht so recht nachvollziehbar wirkte da Frau Dorothea Schäfer, Finanzexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.
Frau Schäfer gab am 10.02.2007 ein Interview beim Spiegel.
Ihre Arbeitsschwerpunkte: Unternehmensfinanzierung, Banken und Venture Capital.

Frau Schäfer meinte, je mehr Hedgefonds es gäbe, desto gefährlicher werden sie.
Das Problem sei, dass sie einen Großteil ihres Geldes von Banken bekommen.
Wenn sie ins Trudeln kommen, könnten sie den ganzen Finanzsektor mit nach unten ziehen, und dann krache es in der gesamten Wirtschaft.
Hedgefonds seien in der Anlagestrategie völlig frei.
Sie könnten mit Derivaten handeln oder in Währungen einsteigen.
Sogar Schulden dürften sie machen, um ihre riskanten Geschäfte zu finanzieren.
Hedgefonds, die vor allem als Heuschrecken bekannt wurden, die Unternehmen kauften, aussaugten und sich schnell wieder zurückzogen, diese Hedgefonds bezeichnet Frau Schäfer als Private-Equity-Fonds.
Frau Schäfer differenziert hier sehr scharf.
Es gäbe auch nützliche Hedgefonds.
Oft wurden die Unternehmen aber auch zerschlagen,
was aus der Sicht von Frau Schäfer aber nicht immer schlecht gewesen sei.
Kleine Einheiten seien oft wirtschaftlicher als große Konglomerate.
Behäbigen Firmen täte es meist ganz gut, wenn sie von einem agilen Fonds übernommen würden. Das steigere die Effizienz und damit den Wert des Unternehmens.
Für die Beschäftigten könne das starke Anpassungszwänge bedeuten.
Natürlich könnten Private-Equity-Fonds auch Schaden anrichten, wenn sie das Unternehmen zu schnell wieder verlassen.
In der Regel würden sie aber zur Wertentwicklung beitragen , und das sei für die Volkswirtschaft im Ganzen zu begrüßen.


Und hier gleich der bereits genannte "Sanierungsfall" IGLO aus Reken bei Hamburg, der "volkswirtschaftlich im Grossen und Ganzen begrüssenswert" zu sanieren wäre.

Capital Online am 11.01.2007:
Im November 2006 hatte der britisch- niederländische Lebensmittelkonzern Unilever seine Tiefkühlsparte Iglo mit Gemüse- und Fischgerichten für 1,73 Milliarden Euro an den internationalen Finanzinvestor Permira verkauft.

Und nun das !

Der Tiefkühlkost-Hersteller Iglo GmbH strich 60 von 600 Stellen im münsterländischen Werk Reken.
Der zweite deutsche Standort in Bremerhaven sei nicht betroffen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit.
Iglo begründete den Stellenabbau damit, die Kostenstrukturen verbessern zu müssen. «Wir müssen sicherstellen, dass wir konkurrenzfähig sind», sagte der Rekener Werksleiter, Reinier Tilanus.

«Mit einem Abbau in diesem Ausmaß haben wir nicht gerechnet», kritisierte der Betriebsratsvorsitzende des Rekener Werkes, Hermann Soggeberg.
Wir haben immer gehofft, dass Permira sich nicht als klassische Heuschrecke zeigt», sagte Soggeberg.
*31)


Die Heuschrecken produzierten weitere Übernahmen im Jahr 2007, obwohl das Jahr 2006 schon das Jahr der Heuschrecken gewesen sein soll.

Interessant wurde die Frage, ob die Heuschrecken mehr Jobs und weniger Massenarbeitslosigkeit produzieren würden, oder ob das Jahr 2007 das Jahr der Firmenpleiten, verursacht durch Heuschrecken, sein wird.

Einige Startschüsse gab es schon im Jahr 2005.


OpenPr online am 17.06.2005:
Vor 19 Jahren wurde Herhof-Umwelttechnik im Lahn-Dill-Kreis gegründet, avancierte zum deutschen Marktführer für Kompostierungsanlagen und mit dem so genannten Stabilatverfahren zu einem der führenden Anbieter von MBA-Anlagen, der Alternative zur Müllverbrennung und zum teuren Grünen-Punkt-Kartell.
Die mittelständische Firma Herhof-Umwelttechnik, tätig im Bereich mechanisch-biologischen Abfallverwertungsanlagen (MBA), wurde vom Stromversorgers EAM an die irische Private Equity-Firma Treasury Holdings Ende 2003 verkauft.
Herhof kam in einen Finanzstrudel und musste eine Baustelle stilllegen.
Das notleidende Unternehmen hatte volle Auftragsbüchern für angeblich 20 Millionen Euro.
Zu dieser Zeit blickte Herhof auf vier Jahre zurück, in denen vier Trockenstabilatwerke fertig wurden.
Die Taktzahl hat sich seitdem erhöht.
Allein 2005 sollten fünf neue Werke in Trier, Osnabrück, Nordhessen, Brandenburg und im belgischen Geel den Betrieb aufnehmen.
Treasury hatte sich vor allem bei der Projektfinanzierung und der Verwertung des Ersatzbrennstoffes Trockenstabilat erheblich verschätzt, so berichten Brancheninsider.
Am 11. Januar 2005 fuhr Treasury den Mittelständler an die Wand, angeblich wegen eines vorübergehenden Liquiditätsengpasses.
Im Dezember 2004 wurde bekannt, dass die Treasury-Eigner John Ronan und Richard Barrett ein 11 Kilometer langes Inselgrundstück nördlich von Shanghai erwerben wollte.
Das Gesamtinvestment in diese Immobilie wurde mit 1,2 Milliarden Euro beziffert.
Acht Tage nach der Herhof-Insolvenz war der Deal perfekt.
Strittig blieb der Verbleib der Herhof-Patente.
Der Insolvenzverwalter sollte die Firma Herhof-Umwelttechnik verscherbeln.
*32)


Die Linke online im August 2005:

Sudamin-MHD - Skandal-Insolvenz -
Im Jahr 2002 übernahm die Sudamin-Gesellschaft die angeschlagene Metallhütte Duisburg (MHD) von der Betreibergesellschaft, der australischen MIM.
Statt eines Kaufpreises zahlte MIM an die Muttergesellschaft der Sudamin, die Safeguard International, noch 30 Mio. Euro hinzu.
Eine Stillegung wäre weitaus teurer gekommen, im Wesentlichen wegen der in seit jahrzehntelanger Betriebszeit angehäuften giftigen Altlasten.
Im August 2005 folgte das böse Erwachen:
Die Sudamin meldete Insolvenz an, offenbar soweit verschleppt, dass nicht einmal mehr die Mittel für die nötigsten Sicherungsmaßnahmen vorhanden waren.
Diese wurden als sog. Ersatzvornahme durch die Bezirksregierung und das Staatliche Umweltamt eingeleitet:
Auf Kosten der Steuerzahler, bis Ende Oktober stolze 2,9 Mio. Euro.
Es lagerten fast 2.500 Fässer dioxinverseuchter Aktivkohle aus den Filtern der Anlage auf dem Werksgelände, weil angeblich die Kapazität geeigneter Verbrennungsanlagen nicht ausreicht haben sollen.
*33)



Und wo war die BaFin im Fall Cewe Color ?
Was hier betrieben wurde stank nach „Acting in Concert“ , was in Deutschland nicht erlaubt war, und wogegen die BaFin zu ermitteln hatte.



http://www.net-tribune am 30.01.2007:

Europas größter Fotoentwickler Cewe Color in Oldenburg kämpft gegen eine gefräßige Heuschrecke im eigenen Haus.
Der New Yorker Hedgefonds M2 Capital, der mit knapp neun Prozent zweitgrößter Aktionär von Cewe Color war, wollte das Unternehmen zwingen, einen hohen Kredit aufzunehmen und das Geld an die Aktionäre als Sonderdividende bis zu 120 Mio EUR auszuschütten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Um das zu erreichen, habe der Hedgefonds gedroht, auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die meisten Aufsichtsräte abzuwählen und den Vorständen das Misstrauen auszusprechen, erklärte Cewe-Chef Rolf Hollander: "Wir haben uns nicht erpressen lassen und werden uns auch zukünftig nicht erpressen lassen."

Das SDax-Unternehmen Cewe Color verfügte gerade einmal über 113 Millionen Euro Eigenkapital.
Das Ansinnen des New Yorker Hedgefonds M2 Capital kam für Cewe Color zur Unzeit.
Das Unternehmen befand sich in einem tief greifenden Umwandlungsprozess, ausgelöst durch den Siegeszug der digitalen Fotografie und das schrumpfende Geschäft mit klassischen Bildern.
Jährlich gingen laut Cewe Color die Filmentwicklungen um 30 Prozent zurück.
Cewe Color musste neun der einst 29 Fotogroßlabore in Europa schließen.

"Mit mir wird es keine Sonderausschüttung geben, wenn zugleich Mitarbeiter entlassen und Sozialplanverhandlungen geführt werden", versprach Hollander.
Der Fotodienstleister, der zuletzt mit dem Fotobuch erste Erfolge in der digitalen Fotografie verzeichnete, benötige das Geld "für Investitionen in die Zukunft sowie die Sicherung der verbleibenden Arbeitsplätze", erklärte der Cewe-Color-Chef.
In diesem Punkt sei man sich auch mit dem neuen Großaktionär, der Erbengemeinschaft des Firmengründers Heinz Neumüller, einig, der mehr als 27 Prozent der Anteile besitze.
*34)
http://www.abendblatt.de ergänzte am 07.02.2007 zum Fall CeWe Color in Oldenburg:
Die M2 Capital fand Anhänger für seine Melk-Strategie, sodass aus CeWe 5 EURO pro Aktie mittels Fremdkapital herausgepresst werden sollte:
Ein weiterer Finanzinvestor von CeWe, die K Capital aus Boston, hat sich in den vergangenen Tagen den Forderungen der M2 Capital angeschlossen.
Auf einer eigens angelegten Webseite http://www.fixcewe color.com warben die New Yorker bei weiteren Aktionären der Oldenburger für ihr Anliegen.
"Es wird knapp", fasst Finanzexperte Karl-Werner Hansmann von der Uni Hamburg das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Management und Kapitalgebern zusammen.
Letztlich werden auf der Hauptversammlung wenige Stimmen die Weichen stellen für die Zukunft des Fotoanbieters.
*35)
Und boerse.ARD.de online ergänzte am 16.03.2007, dass der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte beim Fotodienstleister CeweColor eingestiegen war.
Mehr als drei Prozent habe Pratte an dem Oldenburger Fotoentwickler erworben, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.
CeweColor hatte sich gegen hohe Dividendenforderungen zweier Hedge-Fonds behaupten können, aber Pratte war mit den anderen beiden Heuschrecken in der Lage die "Sonderforderung" nach einer "Sonderausschüttung von fünf Euro je Aktie" heftigen Nachdruck zu verleihen.
*39)



Und während bei Cewe Color scheinbar „Acting in Concert“ betrieben wurde, meldete die Frankfurter Rundschau online am 05.02.2007 die nächste Übernahme.

Die Zeilgalerie in Frankfurt, war als Einkaufszentrum vor allem bei Jugendlichen beliebt, wechselte Ende Februar den Besitzer.
Für 42,5 Millionen Euro ging die Immobilie aus den Händen des niederländischen Konzerns Rodamco in die Hände der irischen Heuschrecke Signature Capital, die eine stark an Rendite orientierte Kapitalgesellschaft war.
Diese art von Gesellschaften hätten europaweit in großem Stil Einkaufszentren in guter Lage gekauft, um damit Geld zu verdienen:
"Das ist ein starker Trend."
Immobilienfachleute erwarteten auch deshalb eine Erhöhung der Ladenmieten in der Zeilgalerie.

Die Zeilgalerie:
Das waren 57 Läden, übereinandergestapelt auf etwa 12 600 Quadratmeter Fläche an der westlichen Zeil nahe der Hauptwache.

1994, als sein Bauherr, der Kaufmann Jürgen Schneider (in Zynikerkreisen auch Serien-Bau-Pleiten-Schneider genannt), der die größte Immobilienpleite der deutschen Nachkriegsgeschichte hinlegte, untertauchte, und letztendlich geschnappt und verurteilt wurde, geriet das Bauwerk bundesweit in die Schlagzeilen.
Schneider, so stellte sich heraus, hatte Anfang der 90er Jahre mit falschen Angaben über Nutzfläche und Ertrag 415 Millionen Mark an Krediten für den Bau der Zeilgalerie erschwindelt.

Das Gebäude fand in der Immobilienszene wieder größte Aufmerksamkeit:
Wegen des Eigentumswechsels von Rodamco zu Signature Capital.
Die Rodamco war, wie ihr Sprecher Arie Bos in der Firmenzentrale in Rotterdam der Frankfurter Rundschau sagte, seit dem Jahre 2001 Besitzer der Zeilgalerie.
Der Konzern habe sich von der großen Immobilie getrennt, weil, so Bos, Rodamco alle Liegenschaften in Europa veräußere, "die nicht zu unserem Kernbesitz gehören".
Denn, so der Sprecher in aller Offenheit, die Zeilgalerie sei "relativ klein".
Tatsächlich schätzen Fachleute in Frankfurt das Gebäude als "schwierige Immobilie" ein.
Die 57 Läden an den schrägen Laufgängen, die sich durch das Haus ziehen, böten oft nur vergleichsweise wenig Nutzfläche.
Hohe Mieten seien mit diesem inneren Zuschnitt trotz der guten Lage an der Fußgängerzone Zeil nicht erzielen.
Nach Angaben des Center-Managements seien derzeit "alle 57 Ladenflächen vermietet - wir sind voll".
Immobilienfachleute vermuteten allerdings, dass die Mieten zum Teil nur sehr niedrig ausfallen seien, damit es keine sichtbaren Leerstände gäbe, da dies dem Image des Hauses habe schaden können.
*36)

Hier blieb die Frage, was aus den Einzelhändlern und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurde ?
War hier wieder Stellenabbau und eine Steigerung der Arbeitslosigkeit zu erwarten ?


Die Heuschrecken gingen unter dessen auch dazu über Firmen in die Pleite zu fahren.


http://www.rhein-main.net/sixcms/list.p ... id=3520716


19.02.2007
Frankfurter Neue Presse online bei http://www.rhein-main.net :

Wie auch schon weiter oben dargelegt, hatten die deutschen Banken in den vergangenen Jahren Milliardenschwere Krediten paketweise und mit hohen Abschlägen verkauft, vorzugsweise an so genannte "Heuschrecken".
Darunter waren faule Kredite, bei denen die Schuldner mit ihren Raten in Verzug oder gar komplett zahlungsunfähig waren.
Darunter waren aber auch „nicht-strategische“ Darlehen, die den Banken also schlicht nicht mehr ins Konzept passten – obwohl Zins und Tilgung stets pünktlich bezahlt worden waren.
Rechtsanwälte, Verbraucherschützer und auch die Bundesregierung haben erhebliche Zweifel, ob mit dem Verkauf nicht-notleidender Darlehen nicht gegen Datenschutz und Bankgeheimnis verstoßen wurde.

Einer dieser betroffenen Kreditnehmer war der Geschäftsmann Helmut Beerbaum aus Langen.
Er war zur Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung ("Offenbarungseid") im Prinzip genötig, und so wurde der 70-Jährige Unternehmer der ersten BRD-Stunde als Noch-Eigentümer des Langener Bürogebäudes per Haftbefehl gesucht.
"Man treibt uns in die Insolvenz.
Wir haben 50 Jahre geschuftet, nun verlieren wir auf halb-kriminelle Art und Weise unser Lebenswerk und unsere Wohnung", sagte der Unternehmer, der in den Kriegsjahren aufwuchs, und in eine höchst unsichere Rentnerzukunft blicken musste.
Ingolf Schubberts Eigenheim im sächsischen Löbau wurde schon 2005 versteigert und zwangsgeräumt.


Sein in den 90er Jahren eröffnetes "Hightech-Center Langener Stern" hatte er mit einem Darlehen der HVB-Tochter Nürnberger Hypothekenbank finanziert.
Der Kredit (19 Millionen Euro) landete nach deren Abspaltung bei der Hypo Real Estate, die ihn Ende 2004 als Teil eines Milliarden-Pakets an den texanischen Finanzinvestor Lone Star verkaufte.
Da die Texaner keine Bank sein wollten, sondern Abwickler, hatten sie – wie in einer Vielzahl vergleichbarer Fälle – kein Interesse, die Geschäftsbeziehung fortzuführen.
Beerbaums Kredit landete nach einer Reise um die halbe Welt bei der Lone-Star-Schwesterfirma fürs Grobe, Hudson Advisors aus Frankfurt. Als die Zinsbindung auslief, forderte der neue Kreditbesitzer statt vier plötzlich 9,3 Prozent Zins. Und als sich Beerbaum weigerte, zog die Frankfurter Niederlassung der Immobilienfirma aus Dallas sofort die Daumenschrauben an und ließ im Mai vergangenen Jahres seine Konten pfänden. Mittlerweile droht die Zwangsversteigerung.
Lone-Star-Deutschlandchef Karsten von Köller, früher Chef des Marktführers Eurohypo, plauderte zwar jüngst in Frankfurt locker mit HVB-Vorstandssprecher Wolfgang Sprißler; doch zu dem zwischen den beiden Unternehmen eingefädelten Geschäft oder seinen Geschäften allgemein möchte von Köller lieber nicht Stellung nehmen.

"Hier werden die Vermögenswerte der Schuldner möglichst geräuschlos, schnell und ohne Rücksicht auf dahinter stehende menschliche Existenzen verwertet beziehungsweise vernichtet", kritisiert auch der Rechtsanwalt Ulrich Ernst Büttner aus Hamburg.
Das Mindeste sei, fordert Franz Herrmann, der Chef des Bundes der Sparer (BDS, München), dass der Schuldner rechtzeitig von einem beabsichtigen Forderungsverkauf informiert werden müsse, um sich eine neue Bank suchen zu können.


Da mutete die Meinung des Cheffs der Deutschen Bank, Herr Josef Ackermann, sehr seltsam an.


Der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 16.03.2007 online vom dritten Zukunftskongresses der NRW-CDU in Düsseldorf.
Der Parteivorsitzende der CDU in NRW, Ministerpräsident des Landes NRW Jürgen Rüttgers hatte geladen, - auch Herrn Josef Ackermann - .
Zum Thema Heuschrecken hatte Ackermann auch was zu sagen.
"Innovationen gedeihen am besten in einer freiheitlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung."
Also mehr Freiheit für Bürger und Unternehmen.
Der Manager warb für eine bessere Aktienkultur in Deutschland.
Hierzulande hätten nur sieben Prozent der Bürger Aktien, in den USA seien es über 25 Prozent.
Und Ackermann warnte davor, Firmenübernahmen durch ausländische Investoren zu verteufeln.
"Wir sollten grundsätzlich offen sein für Impulse ausländischer Investoren, die Kapital und Expertise nach Deutschland bringen."
Das gelte auch für die in Deutschland umstrittenen Hedgefonds.
Die umstrittene Beschäftigungspolitik seiner Bank verteidigt er unterdess so:
Nur eine profitable Bank sei ein guter Arbeitgeber. Sein Haus zahle inzwischen wieder mehr Steuern (800 Millionen Euro) und stelle 85 Millionen für soziale Zwecke zur Verfügung.
*40)

Aber wieviele Arbeitslose der Ackermann mit seiner Beschäftigungspolitik und seiner Kreditanlagestrategie produziert hatte, darüber schwieg er sich aus.
Schliesslich war es auch die Deutsche Bank die "faule Kredite" loswurde.
Zudem veräusserte die Deutsche Bank "sich nicht lohnende Firmenbeteiligungen" per Aktienpaket - auch an Heuschrecken - .

Das sich Heuschrecken auf machten, um solide Firmen in die Pleite zu fahren, dass zeigte der Fall TMD Friction (voher TEXTRA) aus Leverkusen (NRW).
Unter *6) wurde dies bereits weiter oben angedeutet.


Tagesspiegel online am 12.04.2007

Das Beispiel aus Leverkusen zeigte, dass Heuschrecken kauften und plünderten.
Das am Ort ansässige Unternehmen TMD Friction (vorher TEXTRA), Weltmarktführer bei der Herstellung von Bremsbelägen, sei überschuldet gewesen, eine typischer Hinweis auf eine Heuschrecke.
Zudem war im November 2006 in der Lokalpresse zu lesen:
"Stadt verzichtet auf 100 Millionen Euro".
Es ging um einen geheim gehaltenen Beschluss Beschluss des Stadtrates von Leverkusen. Weil die Gläubiger der Firma bei der Sanierung Schulden erlassen hätten, sei ein Bilanzgewinn von 455 Millionen Euro angefallen, der eigentlich steuerpflichtig war. Um die Sanierung und die 950 Arbeitsplätze nicht zu gefährden, habe Leverkusens Stadtrat dem Antrag der Firma auf Steuererlass stattgegeben. Außerdem, so war zu erfahren, liege der Sitz des Unternehmens künftig im karibischen Steuerfluchtzentrum Cayman Islands.

Der 59 Jahre alte Unternehmensberater, Hauke Fürstenwerth, Chemiker und langjähriger Forschungsleiter beim Bayer-Konzern, kümmerte sich um diesen Fall.

In Leverkusen wurde gekürzt und gespart, und dann verzichtete die Stadt auf das Doppelte ihrer jährlichen Einnahmen aus der Gewerbesteuer?
Hier konnte was nicht richtig sein.
Es wurden Stadträte aller Parteien angesprochen, Abgeordneten der Finanzausschüsse in Land- und Bundestag angesprochen, sogar die Staatsanwaltschaft wurde informiert, und nichts geschah.

Es musste ein Motiv für das großzügige Steuergeschenk geben.
Hintergrund könnte ein perfekt organisiertes Netzwerk aus rund zwei Dutzend anonymen Kapitalgesellschaften mit Adressen von Singapur bis zu den Cayman Islands gewesen sein, die nicht einmal einen offiziellen Vertreter hatten, aber dafür die größten und teuersten Anwalts- und Beraterfirmen auf ihrer Seite.
Diese hatten für ihre Auftraggeber einen komplexen Deal ausgehandelt, der für die Kommunalpolitiker der Stadt Leverkusen gar nicht zu durchschauen war.

Als der britische Industriekonzern BBA im Jahr 2000 sein Geschäft mit Bremsbelägen abstieß, organisierten die vier leitenden Manager des in Leverkusen angesiedelten Konzernzweigs eine Übernahme durch den Bankenriesen HSBC.
Dessen Abteilung für "Private Equity" – also für Kapitalbeteiligungen –, die heute unter dem Namen Montagu firmiert, erwarb im Namen einer Gruppe individueller Anleger für 650 Millionen Euro den Bremsenkonzern.
Mit Produktionsstätten in zwölf Ländern von Brasilien bis China beschäftigt der Autozulieferer heute 4500 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte in Deutschland.
Über kurz oder lang werde man das Unternehmen unter dem neuen Namen TMD an der Börse wieder verkaufen, kündigte ein HSBC-Manager damals an.
Doch daraus wurde nichts.
Zwar war der Konzern hoch profitabel.
Aber das änderte sich nach dem Verkauf schlagartig.
Denn den finanzierten die neuen Eigentümer über Kredite, deren Zinsen und Tilgung fortan das Unternehmen aufbringen musste.
De facto bezahlte die Firma so ihren eigenen Kauf.
Folglich fiel fortan zumindest steuerrechtlich kein Gewinn mehr an, Stadtkämmerer und Finanzminister gingen leer aus, was eine erhebliche Schädigung des Gemeinwesen gewesen sein muss.
Gleichzeitig ging es in den Büros und Produktionshallen härter zu.
Textar, wie die Firma einst hieß, war zuvor ein sehr soziales Unternehmen gewesen.
Doch mit der Übernahme wurden alle Vergünstigungen gestrichen.
Jubiläumsprämien und der Zuschuss zur Altersversorgung fielen weg, und seit Juli 2006 arbeiten die Beschäftigten monatlich zehn Stunden mehr ohne Lohnausgleich.
Zugleich verzichteten sie für zwei Jahre auf Tariferhöhungen.
Trotzdem ging die Rechnung der Investoren nicht auf.
Sie brauchten weitere Bankkredite, und als die nicht zu haben waren, nahmen sie so genannte Mezzanin-Darlehen auf.
Solche Kreditgeber haben bei Ausfall der Zahlungen erst an zweiter Stelle Zugriff auf den Unternehmensbesitz, kassieren dafür aber umso höhere Zinsen.
Im Fall TMD sollen diese bis zu 20 Prozent betragen haben, berichtet ein früherer leitender Manager der Firma.
Das wurde den Eignern schließlich zum Verhängnis.
Wohl erwirtschaftet das Unternehmen operativ einen Jahresgewinn von rund 60 Millionen Euro, aber nur ohne die Bedienung der Kaufkredite.
Doch schon 2005 betrug die Zinslast 81 Millionen Euro, wie die Firma gegenüber den Finanzbehörden erklärte.
Wie genau es dazu kam, dazu gaben die Montagu-Investoren keine Auskunft.
Auch der englische Firmenchef Derek Whitworth, er war schon der dritte in fünf Jahren, blieb sprach -und erklärungslos.
Klar wurde, dass ganz andere Eigentümer das Sagen hatten.
Der Hebel dafür waren die Mezzanin-Kredite.
Schon Ende 2005 stellte sich heraus, dass diese eigentlich wertlos waren.
Die Firma sei gerade noch so viel wert gewesen, wie TMD an klassischen Bankschulden hatte, sagte Vorstandschef Whitworth.
Viele Risikogeldgeber hatten darum ihre zweitrangigen Mezzanin-Kredite mit erheblichen Preisabschlägen weiterverkauft.
Nun lagen sie in der Hand von gleich 21 so genannten HedgeFonds, Finanzinvestoren also, die mit hohem Risiko handelten.
Diese Gläubiger waren es, die nun die Regie übernahmen und Montagu aus dem Geschäft drängten – ein Phänomen, das in der Londoner Finanzszene "Piranha"-Strategie genannt wurde.
Die Gläubiger, darunter Fondsmanager der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs, kamen mit Montagu überein, alle alten Darlehen aus den Büchern zu streichen.
Im Gegenzug bekamen die Inhaber der Mezzanin-Darlehen 95 Prozent der Firmenanteile.
Dumm nur, dass durch die Löschung der Altschulden dem Konzern an seinem alten Sitz in Leverkusen ein Bilanzgewinn zuwuchs, der eigentlich steuerpflichtig war.
Neben den rund 100 Millionen Euro Gewerbesteuer wäre darum auch eine ähnlich große Summe an Körperschaftssteuer fällig gewesen.
Die richtige Lösung für das Problem fand der Beratungskonzern Price Waterhouse Coopers (PWC).
Im Auftrag der TMD-Eigentümer beantragten die PWC-Berater beim Düsseldorfer Finanzministerium den Verzicht auf die Steuer und beriefen sich dabei auf einen Erlass des Bundesfinanzministeriums.
Demnach können die Finanzbehörden auf die Besteuerung verzichten, wenn zuvor die Gläubiger einer in Zahlungsprobleme geratenen Firma ihrerseits auf Forderungen verzichten. Dies, so schrieben die PWC-Berater dem Leverkusener Finanzamt, sei im Fall der neuen TMD-Eigentümer bei der "CayCo" genannten Karibik-Gesellschaft ja eindeutig gegeben. Denn sie würden Kredite im Nennwert von 200 Millionen Euro abschreiben und bekämen dafür ein Unternehmen, das viel weniger wert sei.
Das kann so nicht richtig gewesen sein.
Erst hätten die neuen Eigentümer die Forderungen billig gekauft, und sie würden im Tausch dafür ein an sich völlig gesundes Unternehmen bekommen.
Ein Verzicht kam somit nicht in Frage, dafür stand die Steuerfreiheit im Vordergrund.
De facto müsste das die nachträgliche, staatlich begünstigte, Ausplünderung der Firma bedeuten.
Doch die Beamten des Düsseldorfer Finanzministers Helmut Linssen (CDU) hatten damit kein Problem.
Sie hielten es nicht einmal für nötig, einen unabhängigen Gutachter ermitteln zu lassen, ob die neuen Eigentümer tatsächlich einen Verzicht geleistet hatten, als sie ihre Schuldentitel gegen das Eigentum am Unternehmen tauschten.
Stattdessen winkten sie die Konstruktion im Oktober 2006 einfach durch.
Artig bedankte sich denn auch der TMD-Chef schriftlich beim zuständigen Ministerialdirigenten dafür, "dass Sie unseren Antrag sehr konstruktiv begleiten."
Nachdem so die Körperschaftssteuer erledigt war, geriet nun die Stadtverwaltung Leverkusen unter Druck.
Auf einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Finanzausschusses stellte Oberbürgermeister Ernst Küchler (SPD) die Abgeordneten vor vermeintlich vollendete Tatsachen.
Entweder man verzichte auch auf die Gewerbesteuer, oder das Unternehmen müsse Insolvenz anmelden und Leverkusen verliere 950 Arbeitsplätze, sagte Küchler bei der Sitzung in der ersten Novemberwoche 2006.
Der Beschluss fiel ohne Gegenstimme.
Ohnehin sei es ja nur um eine "fiktive Steuer" gegangen, rechtfertigt Küchler das Hau-Ruck-Verfahren, das Unternehmen habe ja nicht wirklich Geld bekommen.
Er gestand allerdings, dass nicht mal er weiß, wer eigentlich die Begünstigten sind.
"Wir wollten nur kein Risiko für die Arbeitsplätze eingehen", sagt er.
Dieses Risiko aber war gleichwohl gegeben.
Denn schon bald darauf kündigte TMD- Chef Whitworth an, dass 300 Arbeitsplätze zugunsten eines neuen Werkes in Rumänien gestrichen werden sollten.
Zudem hat TMD nach der Umstrukturierung sofort wieder 325 Millionen Euro Schulden aufgenommen, die nur zum kleinen Teil für neue Investitionen verwendet wurden.
250 Millionen dienten nur der Umschuldung.
Wäre da die Insolvenz besser gewesen ?
Auf einen Schlag wäre der Konzern alle Gläubiger losgeworden und hätte vom Insolvenzverwalter als im Prinzip grundsolides Unternehmen an einen industriellen Investor verkauft werden können.
Darum versuchten zumindest die Abgeordneten der örtlichen „Bürgerliste“, den Beschluss noch einmal in Frage zu stellen.
Doch bei der angesetzten Sondersitzung ließ die regierende Mehrheit aus SPD und CDU geladene Kritiker nicht einmal sprechen.
Der oben bereits genannte Unternehmensberater, Hauke Fürstenwerth, verständigte zuständige Abgeordnete im Bundes- und im Landtag.
Doch 16 der 18 angeschriebenen Mandatsträger interessierten sich für die angemahnte Steuergerechtigkeit wenig.
Und die beiden, die wenigstens nachfragten, ließen sich von den Ministerialen mit dem Verweis auf das "Steuergeheimnis" abspeisen.
Der sonst so kampfstarke Leverkusener Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) entschuldigte sich auf Nachfrage mit seinem aufreibenden Streit um die Gesundheitsreform und versprach dafür, dem Thema künftig nachzugehen.
Im Fall TMD sei "das Steuerrecht skrupellos zulasten der Allgemeinheit verbogen worden", sagt Lauterbach.
Dagegen müsse man vorgehen.

Aber gegen die Produktion von Massenarbeitslosigkeit eben auch.

Wie der wirksame Kampf jemals gegen die Heuschrecken aufgenommen werden konnte, war unklar.
Auch die Gerichte wussten nicht so recht ein und aus.

Ein Hinweis mehr lieferte der Onlinebericht vom 08.05.2007.
Das "Neue Deutschland" titulierte u. a.:
"Ex-Gewerkschaftsbank will Schadenersatz"
Die fünf Ex-Manager sollten Schadensersatz blechen.
Die Vorgeschichte in aller Kürze:
Für die Eigentümerin, die gewerkschaftseigene Beteiligungsgesellschaft BGAG, wurde die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) zur Belastung, weil die AHBR hohe Verluste einbrachte.
So wurde die zweitgrößte deutsche Bausparkasse BHW, an die Postbank für über 1,5 Milliarden Euro verkauft.
Das verschönerte die Bilanz der AHBR, und so konnte Ende 2005 die angeschlagene Hypothekenbank an die Heuschrecke Lone Star verkauft werden.
Das Frankfurter Institut kämpfte mit Altlasten weiter:
Für 2006 wurde ein Verlust von 575,1 Millionen Euro ausgewiesen.
Die später als AHBR/Corealcredit fimierende Bank, eine normale Immobilien- und Pfandbriefbank, die beispielsweise gewerbliche Immobilienprojekte finanzierte, versuchte, wenigstens einen Teil des Schadens von fünf Ex-Managern begleichen zu lassen.
Den Angeklagten wurde vorgeworfen, die Zinsentwicklung in den Jahren 2001 und 2002 vollkommen falsch eingeschätzt zu haben und durch Spekulationen im großen Stil für die anschließenden Milliardenverluste der Bank verantwortlich zu sein.
In erster Instanz scheiterte die Klage.
Das Oberlandesgericht hat dagegen in der Berufungsverhandlung Zweifel am erstinstanzlichen Urteil angedeutet.
Die Richter erklärten, es sei keineswegs so, dass hochriskante Derivate-Geschäfte, wie sie »Heuschrecken« lieben, grundsätzlich zulässig gewesen seien, nur weil die Finanzaufsicht (Bafin) sie nicht beanstandet habe.
Das Hypothekenbankgesetz erlaube solche Zinsgeschäfte nur in sehr engen Grenzen.
*42)


DER SPIEGEL online am 13.03.2008:

Beim Modekonzern Hugo Boss hat sich Permira im Streit um die Ausschüttungspolitik des Unternehmens durchgesetzt.
Permira hielt zum Zeitpunkt der Entscheidung ca. 80 Prozent der Aktien von Boss.
m Streit mit Permira um entsprechende Forderungen war Vorstandschef Bruno Sälzer Mitte Februar 2008 aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Permira hatte im Zuge der Übernahme höhere Dividenden und eine höhere Verschuldung des Unternehmens verlangt und war damit bei Sälzer auf Widerstand gestoßen.
Das Unternehmen will sich nun deutlich verschulden, um die geforderte Sonderdividende in Höhe von rund 350 Millionen Euro zahlen zu können.
Dafür beschloss der Aufsichtsrat, die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr kräftig um 22 Prozent auf 1,45 Euro (Stammaktien) und 1,46 Euro (Vorzugsaktien) zu erhöhen, wie das Unternehmen in Metzingen mitteilte.
Zusätzlich ist eine Sonderausschüttung von fünf Euro vorgesehen, wie das Unternehmen gestern Abend nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung bekanntgab.



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Frass der Heuschrecken , Quellen, Liste einiger Heuschrecken

Beitragvon Tom » Mo, 06 Nov 2006 3:13 +0000

Beitrag ins Wiki gestellt!

Es ist hier für mich zu schwer ihn zu bearbeiten :)


Und hier noch ein Fall:

RoteFahne news online am 01.02.2008:

Nordwest-Mecklenburg:

Dassower DVD-Werkes sollte geschlossen werden.
Die "Heuschrecke" Media Motion, ein holländisches Unternehmen, das das Kapital von Lone Star hatte, unddamit einen Hedge-Fonds, im Rücken hatte.
Media Motion wollte auf Kosten der Arbeitsplätze den lukrativen Vertrag mit dem Hollywood-Konzern Universal Pictures einverleiben.
Andreas Osthoff, einer der beiden ehemaligen Geschäftsführer, setzte sich für den Erhalt der Arbeitsplätze und den Erhalt des Werkes ein.

Der nächste Fall:
Heuschrecke kauft sich ins Altersheim ein !

Der Stern online Heft 05/2008

Der berüchtigte Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte hat sich in den deutschen Pflegemarkt eingekauft.
Weil es immer mehr Alte gibt, hoffen Anleger wie er auf satte Gewinne.
Kritiker: Die Pflege wird noch teurer und noch herzloser.
Seit Ende 2007 wurde Guy Wyser-Pratte fünf Prozent-Beteiligter an der börsennotierten Curanum AG in München, die mit 7638 Pflegeplätzen einen Jahresgewinn von rund acht Millionen Euro erwirtschaftete.
Wenig später kaufte der britische Hedgefonds Audley Capital zehn Prozent der Anteile.
Die Curanum- Chefs mussten sich anstrengen, um möglichst schnell Marktführer zu werden.
Denn Wyser-Pratte und Audley Capital wollen Wachstum sehen.
Je größer ein Heimanbieter sei, desto profitabler arbeite er, so das Kalkül.
Curanum-Finanzvorstand Bernd Rothe sagt:
"Das sehen wir genauso. Aber wir bestimmen das Tempo, in dem wir andere Häuser dazukaufen."
Die Curanum AG betreibt in ganz Deutschland 68 Pflegezentren, 14 davon in ihrem Stammland Bayern.
Ottilie Randzio, leitende Ärztin im Bereich Pflege beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Bayern und zuständig für die Kontrolle von Heimen, sie sagte:
"Keines der von uns geprüften Curanum-Häuser gehört zur Spitzenklasse, die meisten befinden sich im mittleren Drittel, einzelne sogar im unteren."

Zu Guy Wyser-Pratte, 67, :
Guy Wyser-Pratte kauft eAnteile von unterbewerteten Firmen, dann erklärt er dem Management, wie es den Wert möglichst schnell steigern soll, und wenn ein Vorstand nicht seiner Meinung ist, fliegt er raus.
Dem Chef des Reisekonzerns Tui, Michael Frenzel, drohte der Investor:
"Ich komme nicht zu einem Freundschaftsbesuch."
Und beim bayerischen Roboterproduzenten Kuka mussten gleich sechs Vorstände gehen.
Beim Geschäftemachen orientiere er sich an der "Gefechtstaktik der US-Marines", bekannte Wyser-Pratte.
"Das bedeutet, das Element der Überraschung zu nutzen, Koalitionen einzugehen und Waffen kombiniert einzusetzen."
Ausgerechnet dieser Mann hat sich nun in einen hochsensiblen Markt eingekauft - in das Geschäft mit der Pflege alter, hilfsbedürftiger Menschen.


Aachner Zeitung online am 11.04.2008:

Seit dem Kauf der Schumag aus der Babcock-Insolvenzmasse heraus tauchten Personen und Firmen auf, von denen kaum jemand vorher gehört hatte. Zuletzt übernahm beispielsweise eine Dame namens Denise Ribaroff ein Aktienpaket. Im Internet findet man diesen Namen vornehmlich in Bezug auf die «Bahamas Musical and Dramatic Society».
Eines der zuletzt aufgeführten Stücke: "Ali Baba und die 14 Räuber".
Weitere Aktienpakete gingen auf die Bahamas, Zypern war schon einmal im Spiel, Athen, Berlin und auch die Bank of Moscow.
79 Prozent der Schumag-Aktien sollten versteigert werden.
Mindestgebot des ersten Termins, am 19. Mai um 11 Uhr im Hilton in Frankfurt: rund 38 Millionen Euro.
Das drei Millionen Stück umfassenden Aktienpakets war bei der Sparkasse Krefeld eingelagert.
Dort haben es die Mehrheitsaktionäre des mehr als 1000 Mitarbeiter zählenden Unternehmens gelagert.
Doch verpfändet wurden die Wertpapiere als Sicherheit an die "Metage Funds Limited".
Die wiederum hatte sich auf den Grand Cayman Islands in der Karibik niedergelassen.
Offenbar hat das merkwürdige Aktionärskonstrukt, an dessen Spitze immer wieder der Name Andreas Kazinakis auftaucht, bei besagter Metage ein paar Schulden - knapp über zehn Millionen Euro, um es aus den Versteigerungsunterlagen zu zitieren.
Das Geld wollten sich die Gläubigerin zurückholen.
Weitere Informationen zu SCHUMAG hier


Financial Times Deutschland online am 16.04.2008:

Der US-Finanzinvestor Apax übernahm das Hamburger Unternehmen und Callcenter-Betreiber DS Europe .
Versprechen von APAX:
Der Firma sollen keine Schulden aufgeladen und keine Dividenden abgezapft werden.
Stattdessen begnüge sich der Käufer mit traditionellen Wachstumserwartungen.
Das Angebot sei mit Investitionszusagen verknüpft.
DS-Vorstandschef Achim Plate habe bereits mögliche Akquisitionen angedeutet.
Auch ein Jobabbau, den viele Arbeitnehmer bei Übernahmen durch Finanzinvestoren befürchteten, stünde den Angaben zufolge nicht auf der Tagesordnung.
Vielmehr habe DS-Chef Plate in Aussicht gestellt, die Zahl der Arbeitplätze auf mehr als 10.000 zu verdoppeln.
Zuletzt seien es 5500 gewesen.
DS Europe hatte den Umsatz im Jahr 2007 um über 40 Prozent auf 236 Mio. Euro gesteigert.
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte um 73 Prozent auf rund 33 Mio. Euro.
2008 habe der Erlöse nach früheren Aussagen auf 320 Mio. Euro steigen sollen.




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Beitragvon Tom » Mi, 13 Dez 2006 8:41 +0000

Hallo !

Hier noch ein Buchtipp zum Thema:

Daniel Schäfer:
Die Wahrheit über die Heuschrecken.
Wie Finanzinvestoren die Deutschland AG umbauen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung Buch, Frankfurt 2006, 216 Seiten,
24,90 Euro.
Quelle:


Und noch ne Info zum Thema Heuschrecken mit den Kapiteln:
- Geschichte der Deutschland AG
- Die wechselseitigen Beteiligungen
- Kapitalbeteiligung und Einflussnahme
- Vorstände und Aufsichtsräte
Umbau der Deutschland AG
- Die ersten Weichenstellungen
- Die Rolle der Banken
- Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen
- Folgen der Wirtschaftspolitik
- Gründe für den Abbau der Verflechtung
- Firmenwerte
- Die Shareholder-Orientierung
- Folgen für den Kapitalmarkt
- Private Equity
- Folgen für die Firmen
- Folgen für den Arbeitsmarkt
- Im Kontext der wirtschaftlichen Krise
- Chancen und Aussichten
- Probleme und Risiken
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_AG


Viel Spass beim Lesen

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Bundesdeutsche Finanzaussicht warnt vor Hedge-Fonds

Beitragvon Tom » Sa, 13 Jan 2007 4:49 +0000

Hallo 1

Berliner Umsschau Online am 13.01.2007:

Bundesdeutsche Finanzaussicht warnt vor Hedge-Fonds

Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, hat die deutsche Wirtschaft vor den zunehmenden Übernahmen durch internationale Finanzinvestoren gewarnt.
Besonders bei kreditfinanzierten Firmenkäufen sei das Risiko für Anleger groß, denn bei kreditfinanzierten Übernahmen bestehe die Gefahr von Pleiten, wenn es zu einem Abflauen der Konjunktur käme.
Der BaFin-Präsident warnte zudem davor, daß die Einführung der EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) zu Problemen bei der Marktaufsicht führen könnte.
Die MiFID betone die Zuständigkeit der Heimatlandaufsicht stärker, als andere EU-Richtlinien dies bisher getan hätten, hieß es.
Das führe unter anderem zu Änderungen beim Meldungswesen.
Bisher erhalte die BaFin auf direktem Weg Meldungen über sämtliche Geschäfte, die an inländischen Börsen abgeschlossen werden.
Anhand dieser überwache die BaFin den Markt.
In Zukunft werde die BaFin ein erheblicher Teil der Meldungen nicht mehr direkt, sondern über ausländische Aufsichtsbehörden erreichen.
„Sollte dies nicht reibungslos funktionieren, und danach sieht es im Moment fast aus, werden wir Probleme mit der Marktaufsicht bekommen“, sagte Sanio abschließend


Insbesondere viele Beschäftigte betrachteten das Phänomen kreditfinanzierten Firmenkäufen skeptisch.
Sie sahen sich den neuen Eigentümern hilflos ausgeliefert und fürchteten zu recht, daß ihre Arbeitsplätze dem wachsenden Effizienzdruck zum Opfer fallen.

Besonders kritisch wurden Hedge-Fonds gesehen.
Sie sammelten große Kapitalsummen an, um damit, ohne öffentliche Transparenz und Kontrolle, Finanz- und Kapitalmärkte zu beeinflussen.
Ihre Mittel waren in den letzten zehn Jahren beträchtlich gewachsen - und damit auch ihre Macht.
Die Instrumente von Hedge-Fonds werden immer vielfältiger und abstrakter, und ihre Wirkungen sind selbst für Fachleute nicht mehr vollkommen durchschaubar.
Neben Aktien werden heute in großem Stil Derivate gehandelt, die quasi Wetten auf Kursentwicklungen von Wertpapieren, Rohstoffen oder Währungen sind.

Inzwischen war eine Schwelle erreicht, bei der nicht nur Politikern, sondern auch Vertretern der Finanzszene die hohen Risiken ins Bewußtsein getreten waren.

[url=http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=13012007ArtikelWirtschaft1]
Quelle:[/url]


Anmerkung:
Ich fürchte, diese Warnung war zu spät.
Da hat die Aufsichtsbehörde voll geschlafen.

Wie oben belegt, kauften sich die Heuschrecken seit Jahren in deutsche Firmen ein, überschuldeten insbesondere kleinere Firmen vorsätzlich, und bereicherten sich mittels der Patente.
Die Arbeitsplätze gingen für immer verloren, denn die Produktion über die "geklauten" Patente fand irgendwo in Asien oder sonstwo statt.

Und ansonsten standen die Heuschrecken bestens da.
Überall, wo es sich lohnte, stiegen sie ein, und sie hatten eine Machtposition inne, die kaum mehr vorstellbar war.
Schliesslich sassen sie in Aufsichtsratssesseln oder Vorstandssesseln, oder hatten die Firma einfach mit dem Kredit fest in der Hand (sowie Kredit-Haie).

Da hätte der Gesetzgeber schon viel früher reagieren müssen, z. B. dass die Heuschrecken nur maximal 49% einer Firma besitzen dürfen, - so wie in Thailand, wo heute mittels deutscher Patente billig Markenware produziert wird - .


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Beitragvon Tom » Fr, 30 Mär 2007 10:00 +0000

Hallo !

Europolitan am 26.03.2007

Der Chef der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, befürchtete für den Fall der Schieflage eines großen weiteren Hedgefonds eine internationale Finanzkrise.
Als "klares Warnsignal" nannte er die Pleite des Hedgefonds Amaranth, der im vergangenen Jahr innerhalb weniger Tage sechs Milliarden Dollar verlor.
"Beim nächsten Fall dieser Größenordnung könnte der Blitz einschlagen und das Finanzsystem erschüttern", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Gespräch mit der "Welt am Sonntag".

Für diese Schlussfolgerung bedurfte es keines Expertenwissens, Grundkenntnisse in Mathematik reichten vollkommen aus:
Die ungefähr 9.000 Hedgefonds weltweit verwalteten schätzungsweise ein Vermögen von 1,3 Billionen US-Dollar.
Eine Transparenz gab es nicht, und Regelungen auch nicht.
Und so lies sich was an den Börsen bewegen.
Quelle:
http://www.europolitan.de/cms/?tid=3&aid=2882

Anmerkung:
Die Einsicht der BaFin kam, aber sie kam sehr spät.
Es war zudem so, dass einige Hedgefonds die Käufe der Aktienpakete auf Pump finanzierten, und die Schulden und Zinslast den "befallenen" Firmen aufbürdeten.
Die Zentralbanken (z. B. FED in Amerika) benutzten u. a. den Zinssatz zur Steuerung der Geldmenge und der Inflation.
Würden die Zentralbanken den Zinssatz anheben, um der Inflation entgegen zu wirken, würde dies bei einigen "befallenen" Firmen die Überschuldung und das "AUS" bedeuten.
Der "Insolvenz-Domino-Effekt" wäre ausgelöst.
Das bedeutet noch mehr Firmenpleiten, und noch mehr Arbeitslose, und noch mehr Patente könnten ins Ausland (z. B. China) verfrachtet werden.
Zusätzliche Konflikte am Arbeitsplatz + Mobbing, private Insolvenzen, noch mehr Zwangsversteigerungen von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, noch mehr Scheidungen und private Konflikte, wären der weiter Dominoeffkt.

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Ein Netzwerk von Korruption im Freistaat Sachsen?

Beitragvon harald » Sa, 26 Mai 2007 7:02 +0000

Nun wissen wir auch warum die Politiker immer so großzügig sind, wenn es um die Verjährung geht, schließlich ist das ja der Täterschutz per sè. In einem der neuen Bundesländer, in Sachsen, wurde ein mutmaßliches Netzwerk von organisierter Kriminalität bekannt. Die jetzt bekannt geworden Verfassungsschutzunterlagen zeigen auf, dass die Verstrickung hochrangiger Politiker und Justizbeamter in Straftaten wie Korruption, Amtsmissbrauch und Kinderprostitution über ein Jahrzehnt stattgefunden hat und der Verfassungsschutz auch Kenntnis davon hatte.
Die Brisanz dieses ungeheuerlichen Vorfalls liegt in mehreren bisher bekannten Details, einmal hat das sächsische Verfassungsgericht dem Verfassungsschutz am Schluss nur noch per Urteil zugestanden, dass alleine in Ausnahmefällen Daten über organisierte Kriminalität gesammelt werden dürfen. Warum wohl fragt man sich, wenn man den Kreis der Betroffenen kennt? Und viele Fakten scheinen schon über ein Jahrzehnt bekannt zu sein, so dass die Täter gerichtlich gar nicht mehr belangt werden können, es sollen ja auch Staatsanwälte und Richter im ehrenwerten „Netzwerk“ Mitglied gewesen sein, so lautet der Verdacht, und man versteht noch mehr, warum so lange ermittelt und gesammelt werden musste.
Und da nach den Worten von Sachsen Generalstaatsanwalt eine Anti-Korruptionseinheit namens INES nach Übergabe der Akten mit der Aufklärungsarbeit beginnen soll, läuft quasi die Uhr für die Täter weiter, so was nennt man einen Sieg, nur für wen bitte?
harald
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"Enteignen" Immobilien-Heuschrecken rechtmässig die kleinen Leute als Häuslebauer ?

Beitragvon Tom » Mi, 26 Sep 2007 12:33 +0000

Hallo !

Die Immobilien-Heuschrecken traten in Deutschland mit einer haarsträubenden Strategie auf.
Sie kauften Kredite im grossen Stil bei Banken und Sparkassen auf.
Diese Kredite waren sehr häufig mit Immobilien verknüpft.

Aber was lief verkehrt ?

Als die Zinsen vor einigen Jahren niedrig waren, schwatzten deutsche Bänker (vorher ähnlich in den USA) kleinen Leute Kredite auf, damit diese sich ein Eigenheim, ein Reihenhaus, oder eine Eigentumswohnung kaufen konnten.
Vielfach wurden solche Objekte auf diese Weise zu 100 % finanziert.
Die kleinen Leute zahlten jahrelang brav die Kreditratenzahlungen ab.
Das war schön für die Karriere der Bänker.

Alldings klärten die Bänker die kleinen Leute nicht so richtig auf, z. B. das die Kreditzinsen steigen könnten, das Jobverlust drohen könnte, oder das die Lebenserhaltungskosten für die Familie steigen könnten.

Die kleinen Leute verloren ihren Job, weil Heuschrecken "Rendite durch Rausschmeissen" (auch mittels Mobbing) betrieben, und es wegen des Lohndumpings zur Verlagerung der Produktion in andere Länder kam, weil es dort Billiglöhner zu Hauf gab.
Oft kam es wegen des Lohndumpings in Deutschland vor, dass die Familien nicht mehr genügend verdienten, und weil auf der einen Seite die Lebenserhaltungskosten für die gesamte Familie massiv stiegen, oder auf der anderen Seite nicht mehr genügend Geld in die Familienkasse floss, oder Beides.
Es entstanden Zahlungsrückstände bei der Ratenzahlung für die Immobilienkredite.

Die Bänker bekamen es mit der Angst zu tun, als in den USA die Immobilienkrise ihre Schreckenskreise zog.
Und so zogen die Immobilien-Heuschrecken aus, um den Bänkern die Angst vor Augen zu führen.
Die Immobilien-Heuschrecken waren die reinen Heilsbringer für die Bänker.
Sie kauften die Kredite und die "faulen Kredite" ab, und das häufig zu 20 % unter Wert, was eine Renditevorgabe von ca. 20 % für die Immobilien-Heuschrecken ausmachte.

Und nun der Trick:
Da die "faulen Kredite" zur Finanzierung des Eigentums gedacht waren, und die Immobilien-Heuschrecken nunmehr "Kreditgeber" waren, liessen sie sich in das Grundbuch als Mitbesitzer eintragen.
Jetzt konnten die Immobilien-Heuschrecken die Forderung an die überschuldeten Familien als Miteigentümer stellen, dass der übrig gebliebene Kredit "auszulösen" wäre.
Meist gelang das den Familien nicht, sondern ganz im Gegenteil, die Ratenzahlung kam weiter in den Rückstand, sodass die Immobilien-Heuschrecken als Kreditgeber eine erneute Hypothek an die Familien als "Zwangskreditnehmer" darlegen konnten, allerdings zu den Bedingungen der Immobilien-Heuschrecken.
Die Ratenzahlung kam weiter in den Rückstand, eine Umschuldung bekamen sie von anderen "Bänkern" auch nicht.
Die Immobilie wurde weiter "belastet".
Irgendwann reichten die Immobilien-Heuschrecken die Zwangsversteigerung beim zuständigen Amtsgericht ein, und sie machten so Kasse.

Die Familien hatten vom einen Tag auf den anderen Tag kein Eigentum mehr, obwohl sie jahrelang die Kreditratenzahlungen geleistet hatten.

Im Übrigen stellten die Immobilien-Heuschrecken als "Kreditgeber und Miteigentümer" auch dann einen Antrag auf Zwangsversteigerung, wenn die Kreditratenzahlungen überhaupt nicht im Verzug waren.
Wichtig war für sie nur, dass Kasse gemacht wurde, und das möglichst schnell !

Die regelnde Gesetzeslage gab es nicht.
Der Gesetzgeber hielt sich raus.
Die Frage war nunmehr, ob ein Immobilien-Preis-Dumping in Deutschland ausgelöst wurde ?


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Frass der Heuschrecken und die weltweite Finanzkrise

Beitragvon Tom » Di, 04 Nov 2008 4:24 +0000

Frass der Heuschrecken: - Wann ist die Deutschland-AG pleite ? Das war die Frage, die sich Deutschland angesichts der Bankenkrise stellen musste.


Weiter oben wurde über die Heuschrecken und deren Machenschaften informiert. Auffällig war die Überschuldung der Unternehmen mit Krediten, welche die Heuschrecken den Unternehmen aufbürdeten. Viele Unternehmen konnten nicht mehr umschulden, da sie keine Kredite von deutschen Banken wegen der sich damals abbahnenden Immobilien- und Bankenkrise bekamen.
Die Folge: massenhafte Insolvenz

Immobilienkredite war ein anderer Teil, welche zur zur Bankenkrise führte. Hierzu wurde umfangreich im
Blog informiert. Bei der KfW und anderen Landesbanken wurde endlich die Notbremse gezogen , - viel zu spät - . Es kam die IKB hinzu , - auch viel zu spät - .

Kein Wunder ...

Der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hoffte im Juni 2007 immer noch auf die Einsicht der ca. 9000 international operierenden Hedgefonds. Sie sollten Selbstkontrolle üben. Hier ein paar Infos.
Am 18.03.2008 hatte Steinbrück so langsam die Hosen voll ...Hier ein paar Infos.

Der Chefredakteur der Zeitschrift "Märkte & Zertifikate", Herr Jürgen Koch, hingegen sah die Politik als Versager, und er meinte in seinem Artikel in der Ausgabe November 2008, Seite 3, dass er den ökonomischen Sachverstand des Aktienstrategen Christopher Wood von Asia-Pacific Markets (CLSA) sehr schätze. Wood habe auch diese Krise vorhergesagt.
"Der fundamentale Grund für die Kreditkrise liegt bei den Regierungen, die in den vergangenen 20 Jahren einen marktbereinigenden Abschwung verhinderten und damit die disziplierende Wirkung des Marktes außer Kraft setzten."
Und Koch weiter ...
"Auf Krisen und Konjunkturabschwünge reagierten Regierungen und Notenbanken immer gleich. Mit Hilfe von Konjunkturprogrammen und expansiver Geldpolitik milderten sie die Krise ab und sorgten für eine schnelle Konjunkturerholung."
Erst Ende 2005 habe es eine Vorstellung über die schwerwiegenden Kreditprobleme im Finanzsektor gegeben.
Auf der Seite 6 wurde der Co-Vorstand von SAP, Herr Henning Kagermann, zum weltweiten Bösen-Crash Oktober 2008, Bankenkise, und Immobilienkrise, im Artikel "Finanzkrise: Auswirkungen auf die Realwirtschaft", zitiert:
"Niemand hat das, was in den vergangenen beiden Wochen passiert ist, vorhergesehen."
Wenn er das weltweite Ausmass der Finanzkrise meinte, dann hatte er sicherlich recht.
Abschätzbar war der sich anbahnende Börsen-Crasch schon. Am 21.09.2006 schrieb ich ganz oben:
„Der "Heuschrecken-Frass" geht schon lange um. Doch nun wird die Lage höchst bedrohlich. Firmen drohen durch Überschuldung pleite zu gehen. Auch ein Börsencrash ist nicht mehr auszuschliessen. ...“
Es wunderte mich damals nur, weshalb der Börsencrash so lange auf sich warten lies ...
Und ausserdem war zumindest die deutsche Notenbank und auch die europäische Notenbank genötigt eine moderate Zinspolitik zu betreiben, da die Heuschrecken die deutschen Unternehmen ausbeuteten, ausschlachteten, und zudem auch überschuldeten. Ausgangspunkt war aber, dass die deutsche Bundesregierung die Hedgefonds, die Heuschreckenmethoden, und auch andere deregulierende Massnahmen auf dem deutschen Finanzmarkt bereits 2001/2002 zugelassen hatte, und zwar auf Drängen der USA, Grossbritanien, und andere Staaten als Steuerparadiese. Der Kampf gegen Firmenbestatter wurde erst gar nicht aufgenommen. Da die deutsche Bundesregierung mal was ganz anderes ausprobierte, - ganz im Sinne des Aktienstrategen Christopher Wood von Asia-Pacific Markets (CLSA) - , und die Bundesregierung die Deregulierung des Marktes vollständig umsetzte, wurde die Deregulierung des Marktes zum Anfang vom Ende, und damit der Anfang der Banken- und Immobilienkrise in Deutschland.
Fatal dabei:
Die Deregulierung des Marktes sollte ursprünglich Geld in die deutsche Wirtschaft spülen, um so Arbeitsplätze zu schaffen, was aber erst einmal in der Internet-Seifenblase und Börsen-Chrash mündete. Die Armut und die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland stieg bis auf weit über 4.000.000 Arbeitslose an, es sei eine Erholung des Arbeitsmarktes auf 3.000.000 Arbeitslose im Oktober 2008 erfolgt, wobei aber immer unklar blieb, wieviele Menschen sich in Massnahmen, in ALGII, und in der Sozialhilfe befanden und der Arbeitslosenzahl hinzuzuzählen waren. Schätzungen gingen von insgesamt 6.000.000 bis 7.000.000 Menschen ohne wirkliches Einkommen aus steuerpflichtigen Jobs aus.
Und dann ... siehe von ganz oben ...
Es folgte im Oktober 2008 ein staatliches Finanzrettungspaket für den deutschen Bankensektor und Finanzsektor in Höhe von ca. 480.000.000.000 Euro. Andere Staaten hatten ähnliche Rettungspakete aufgelegt , - was aber überhaupt nicht im Sinne des Aktienstrategen Christopher Wood von Asia-Pacific Markets (CLSA) gewesen sein kann - . Die Rettungspakete sollten den weltweiten Börsen-Crash stoppen, was aber nicht so toll gelang.

Da waren die Rückforderungen in millionenhöhe eher lächerlich, - der Erfolg musste sich zudem erst noch einstellen - .
DIE WELT online am 23.10.2008:
Die angeschlagene IKB soll ihren Ex-Vorstandschef Stefan Ortseifen auf die Rückzahlung seiner Tantiemen in Höhe von 805.000 Euro verklagt haben. Auch von drei weiteren früheren Vorstandsmitgliedern habe das Geldinstitut insgesamt über eine 1.000.000 Euro zurückgerdert. Grundlage der Rückforderungen der IKB sei der infolge der Finanzmarktkrise geänderte Jahresabschluss der Bank für das Geschäftsjahr 2006/2007. In dem neuen Abschluss sei ein völlig anderes Ergebnis für das Geschäftsjahr zustande gekommen. Daher habe man die variablen Bezüge der Vorstände bis auf eine Mindest-Tantieme zurückgefordert.

Unterdessen musste die IKB billig verhökert werden, ... an eine Heuschrecke... , ... an die US-Beteiligungsfirma Lone Star (siehe auch weiter oben ) ... , ... und zur KfW und IKB noch ein paar Infos ...
Financial Times Deutschaland online am 23.10.2008:
Sie war da, wenn sie gebraucht wurde, finanzierte den deutschen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, verhalf dem Mittelstand zu zinsgünstigen Förderkrediten und dem Bund mitunter zu schnellen Einnahmen, indem sie die Börsengänge von Staatskonzernen vorfinanzierte.
Auch dem Finanzplatz war sie zu Diensten. 2001 zum Beispiel, als sie die Anteile von Allianz und Münchener Rück an der Mittelstandsbank IKB übernahm. Der überaus rührige KfW-Chef Hans Reich präsentierte damals auch gleich die passende "Investment-Story", indem er wuchtige Impulse für das Mittelstandsgeschäft versprach, die von den beiden Banken ausgehen sollten. Die Wahrheit, so raunten Beobachter seinerzeit, sei wohl eher, dass die Kreditwirtschaft 2001 in einem derart schlechten Zustand war, dass niemand sonst die IKB-Anteile haben wollte.
Auch in den Jahren danach blieb es meistens ruhig um die KfW - abgesehen von gelegentlichen Geplänkeln mit den Geschäftsbanken, die ihr von Zeit zu Zeit vorwarfen, in ihren Gewässern zu fischen, und sie ermahnten, ihre Aktivitäten auf das Fördergeschäft zu begrenzen.
Erst im Sommer 2007 brach das Unheil über die bis dahin tadellose KfW herein, die 1948 unter tatkräftiger Mithilfe des legendären Hermann Josef Abs, Chef der Deutschen Bank, gegründet worden war. Es war ausgerechnet die bis dahin ebenfalls eher betuliche IKB, die der KfW das Leben zur Hölle machte. Den Vertretern der Staatsbank im Aufsichtsrat der IKB war offensichtlich entgangen, dass die Manager der Mittelstandsbank längst nicht mehr ausschließlich in margenschwache Industriekredite investierten, sondern ihr Heil zunehmend in Anlageprodukten suchten, von denen sie nichts verstanden.
Die Folgen waren fatal. Mit fast 10.000.000.000 Euro musste die KfW für den Ausflug ihrer Tochter in die Welt amerikanischer Schrottimmobilien gerade stehen. Obwohl die IKB eine börsennotierte Geschäftsbank war, die dem Bundesverband deutscher Banken und seiner Sicherungseinrichtung angehörte, blieb der Löwenanteil der Verluste an der KfW in ihrer Eigenschaft als Großaktionärin der IKB hängen.
IKB-Chef Stefan Ortseifen wurde im Juli 2007 entlassen. Auch KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier stolperte über die IKB und trat im April 2008 nach nur 18 Monaten Amtszeit zurück. Schließlich landete die IKB für einen Erinnerungswert von 150.000.000 Euro bei der US-Beteiligungsfirma Lone Star.
Die Pannenserie war mit Matthäus-Maiers Ausscheiden jedoch nicht vorbei. Kaum im Amt, musste sich ihr Nachfolger Ulrich Schröder sagen lassen, dass er der Chef von "Deutschlands dümmsten Bankern" sei, wie die "Bild" schrieb. Der peinliche Grund: Am Tag, als die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmeldete, überwies die KfW 319.000.000 Euro in die USA, die prompt in der Konkursmasse landeten und damit geblockt waren. Mit der Entlassung der beiden Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer war es nicht getan. Die Staatsanwaltschaft wurde im Oktober 2008 mit einem Durchsuchungsbefehl bei der KfW vorstellig. Die Ermittlungen wegen Untreue richten sich auch gegen Bankchef Schröder.
Und weiter …
InfoRadio online am 23.10.2008:
Im Oktober 2008 trat Bayerns Finanzminister Huber seinen Rücktritt aus dem Kabinett an, - ebenso war er nicht mehr Verwaltungsratschef der Pleite-Bank BayernLB. Huber war immer stärker unter Druck geraten, nachdem klar wurde dass die angeschlagene Landesbank 5.400.000.000 Euro aus dem Rettungspaket des Bundes benötigt und eine weitere 1.000.000.000 von ihren Eigentümern, also dem Land Bayern und den bayerischen Sparkassen.

Und noch eine Meinung entschiedner Gegner der Korrupties und Selbstbereicherer … , hier : Herr Dr. Werner Rügemer, Publizist und Vorsitzender von "Business Crime Control" ...
MainRheiner / Allgemeine Zeitung online am 25.10.2008:
Die Bankenkrise ist das beste Beispiel: Die private Wirtschaft setzt Millarden Euro in den Sand, und der Staat und der Steuerzahler müssen dafür aufkommen. Das sorgt für Empörung. Doch dass die öffentliche Hand für die Privatwirtschaft bürgen muss, das geschieht nicht zum ersten Mal - meint zumindest Dr. Werner Rügemer, Publizist und Vorsitzender von "Business Crime Control".
"Den Gegensatz von `privat` und Staat gibt es immer weniger", sagte Rügemer. So auch bei der Bankenkrise. Denn die Bedingungen der Regierung an die Banken, wenn sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, habe zwar die Form der Verstaatlichung. "Die Vorgaben sind aber die der Banken", so der Referent. Die Rettungsmaßnahmen würden nach privatwirtschaftlichen Vorgaben erfolgen. "Die Prinzipien, nach denen das Geld verteilt wird, haben mit staatlicher Beteiligung nichts zu tun."
Die Haftung des Staates sei auch bei Privatisierungen schon immer gegeben gewesen - zum Beispiel bei der Privatisierung städtischer Wasserbetriebe. Dort seien Gewinngarantien und Risikozuschläge für die Investoren vertraglich festgehalten, die Stadt aber bekomme nur einen Bruchteil des Gewinns. Bei Verlusten müssten sie aufgrund der Gewinngarantie draufzahlen. "Solche Details werden geheim gehalten", sagte der Publizist. "Das ist in Verträgen so geregelt." So sei der Staat bei Privatisierungen in einer "schwachen Haltung". Auch die Korruption habe sich verändert: Heute gebe es neue Formen, die nicht strafbar seien. "Bei Beraterverträgen zum Beispiel, für die ich nichts tun muss - das würde ich als Bestechung bezeichnen", meint Rügemer. Doch dagegen gebe es keine rechtliche Handhabe. Die gebe es auch nicht gegen Politiker, die sich nach ihrem politischen Ausscheiden als Berater betätigen und ihre politischen Beziehungen nutzten.

Und noch eine Meinung ...

Frankfurter Rundschau online am 14.11.2008
Die Finanzmarktkrise in Deutschland führte die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung illegaler Geschäftspraktiken an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit.
"Wir haben in Deutschland einen Nachholbedarf an Personal und an Informationstechnologien", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) Jörg Ziercke.
Die Dimension der Vorgänge bei Landesbanken hätten die Ermittler nicht erwartet.
Obwohl das Bundeskriminalamt in den vergangenen Jahren spezielle Wirtschaftskriminalisten ausgebildet habe, reiche ihre Zahl nicht aus, sagte Ziercke.
Problematisch bei der Aufklärung krimineller Machenschaften in der Finanzkrise seien auch der Personalmangel bei der Staatsanwaltschaft sowie die unklare Gesetzeslage.
Strafrechtler Christian Schröder von der Universität Halle-Wittenberg kritisierte die Reformwut der vergangenen zehn Jahre beim Kapitalstrafrecht:
"Das Strafrecht kann nicht bestrafen, was das Bilanz- und das Kapitalmarktrecht zulassen."
Besonders fatal sei die unklare Gesetzessprache, sagte Schröder.
Innerhalb der Gesetze werde auf Formulierungen in anderen Gesetzen verwiesen, was am Ende auch kein Experte mehr durchschauen könne.
"Es gab durchaus Formulierungen der Gesetzesentwürfe, die uns eine bessere Handhabung erlaubt hätten", ergänzte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski, der als Mitglied des Direktoriums der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geführt wurde, und er meinte, dass jetzt nachgebessert werden müsse, insbesondere beim Wertpapierhandel.
BKA-Präsident Ziercke sprach von "territorialen und funktionalen Grenzen", vor denen die Ermittler in Deutschland stünden.
"Der Erfindungsreichtum in der Finanzbranche kennt aber keine Grenzen."
Deshalb sei eine Ausweitung der Kontrollen und eine Stärkung der Aufsichtsbehörde unverzichtbar.
Das BKA plane zudem eine Kooperation mit der Bafin, einen Zeitplan für die Umsetzung nannte Ziercke jedoch nicht.
"Wir befinden uns in einer Lernphase", sagte der BKA-Präsident.
Die Verfahren rund um die Mittelstandsbank IKB und einige Landesbanken seien Pilotprojekte.
"Ähnlich wie beim Terrorismus, als wir Islamwissenschaftler und Muttersprachler einstellten, brauchen wir auch Fachpersonal beim Thema Wirtschaftskriminalität."
Die Wirtschaftskriminalität in Deutschland halte sich seit einigen Jahren relativ konstant bei rund 88 000 Delikten im Jahr. Neben Anlagebetrug gehört eauch Geldwäsche, Subventionsbetrug und Insolvenzbetrug dazu.
Die erfassten Delikte verursachten im Jahr 2007 einen Schaden in Höhe von 4.100.000.000 Euro.
Der lukrative kriminelle Geschäftszweig locke zunehmend auch die organisierte Kriminalität, sagte Ziercke.
Denn: Zwar machen die Fälle von Wirtschaftskriminalität nur zwei Prozent aller Straftaten aus, sie verursachten aber rund 50 Prozent des gesamten Schadens.

Und noch eine Anmerkung:
Die Finanzkrise hatte auch seine hausgemachten Hintergründe.
Hier war in erster Linie die Stellenkorruption in der Finanzwelt, der oberen Managerebenen, und in der Politik, zu nennen. Hierzu gehörte eine sogenannte „Elite“. Diese „Elite“ waren die Töchter, Söhne, Neffen, Nichten, Tanten, Onkels, und deren nahe Bekannte, sowie Schwiegermütter und Schwiegerväter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter (usw.), welche das Heer der Verrichtungsgehilfen und der Erfüllungsgehilfen bildete. Diese Personenkreise rekrutierten sich für die Finanzwelt z. B. aus hohen Beamtenkreisen, Politikerkreisen, aus Managerkreisen, aus Lobbyistenkreisen, und auch aus höheren Professorenkreisen. Auf sogenannten „Eliteuniversitäten“ studierten sie vielfach angelsächsisch Wirtschaftswissenschaften in den USA oder in Grossbritanien. In den letzten 20 Jahren wurde so eine interlektuelle Inzucht, sowie wirtschaftswissenschaftliche Gehirnwäsche, betrieben, sodass eine geistige moralische Wende in den Finanzkonzernen nicht mehr möglich war. Vielmehr entstand eine Abhängigkeit untereinander, welche die Handlungsunfähigkeit auf der Politikebene und der Finanzebene gegen Null liefen lies, aber dafür wurde die Selbstbereicherung dieser gesellschaftlich operierenden Kreise um so mehr gefördert. Die Möglichkeiten der Selbstbereicherung für „Einzelkämpfer“ kann unter Korruption nachgelesen werden. Fehlentwicklungen in der Steuergeldverwendung und wegen der Staatsverschuldung taten das Übrige, und gaben der Finanzkrise den Rest.
Ich meine, Bulling, Korruption, und Arbeitsschutz muss Wahlkampfthema werden.
Wählt nicht die CDU, SPD, die Bauernpartei CSU, oder die FDP, denn diese Parteien, deren Lobbyisten, deren Beziehungsgeflechte bis in Wirtschaft und Justiz, sind es im Grunde Schuld, weil sie zu wenig gegen die Missstände in Deutschland taten, so dass solche Fälle möglich werden konnten.

Gruss
Tom
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Frass der Heuschrecken , die Insolvenz-Walze rollt an

Beitragvon Tom » So, 08 Feb 2009 1:35 +0000

Ganz oben schrieb ich am 21.09.2006:
„Der Heuschrecken-Frass geht schon lange um. Doch nun wird die Lage höchst bedrohlich. Firmen drohen durch Überschuldung pleite zu gehen.
Auch ein Börsencrash ist nicht mehr auszuschliessen. Sowas bringt massenhafte Arbeitslosigkeit und jede Menge Mobbing.“
Der Frass der Heuschrecken war das eine, sie zu stoppen das andere. Der Gesetzgeber, in der Verantwortung die SPD, CDU, und auch die FDP, blieb untätig, und damit die Justiz hilflos.
Dennoch: Die vorhersehbare Insolvenz-Walze rollte an. Die Politiker volksverdummten das Wahlvolk.
Wie oben schon angedeutet und über einen langen Zeitraum beobachtet:
Die Heuschrecken hatten die Deutschland AG im Wirtschaftskrieg gründlich angeschlagen. Die Unternehmen wurden überschuldet. Hochdotierte Beraterverträge taten das Übrige, um Unternehmen in die Insolvenz zu treiben. Übrig blieben die Schulden und arbeitslose Menschen. Mehr als 500.000.000.000 Euro wurden in den Sand gesetzt, und hatten keine Arbeitsplätze geschaffen, sondern nur eine weitere Massenarbeitslosigkeit ausgelöst.
Die ersten Auswirkungen ... , ... traurig auch der "Sanierungsfall" Märklin, der als weltweit führender Modelleisenbahnhersteller galt ... (Infos auch weiter oben) ... , … pleite …

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[url=http://www.handelsblatt.com/journal/presseschau/zulieferer-sind-verlierer-im-schuldenspiel;2140564]Handelsblatt online am 04.02.2009[/url]


Nachdem der Remscheider Autozulieferer Edscha im Februar 2009 Insolvenz angemeldete, war ein gefährlicher Dominoeffekt zu befürchten.
Der endgültige Zusammenbruch von Autozulieferern könnte schnell erhebliche Probleme auch für die Autokonzerne nach sich ziehen.
Ein Grund für die Krise der Zulieferer:

Sie sind offensichtlich in den vergangenen Jahren von den Konzernen ausgepresst worden, die Preise seien immer stärker gedrückt und gleichzeitig Risiken abgewälzt worden. Die Renditen schwanden, das Eigenkapital der meist mittelständischen Betriebe wurde knapp, die Banken gaben kein Geld mehr.
Ein deutlicher und plötzlicher Rückgang der Aufträge war nicht mehr so schnell aufzufangen. Nicht verwunderlich, dass in nur zwei Monaten vier große Zulieferer aus NRW Insolvenz angemeldet hatten: Tedrive, TMD, Plone, Henniges und Edscha. Ursache der Pleitewelle sei die Tendenz, dass die Autobauer teure Hightech-Entwicklungen wie ABS, Einspritzpumpen oder Kurvenfahrlicht an die Zulieferer ausgelagert hätten.

Die Kosten stiegen hoch. Hinzu komme die Bankenkrise, wo die Banken nicht einmal Top-Unternehmen Kredite einräumten, gleichwohl hatte der Steuerzahler den Banken einen 500.000.000.000 Euro schweren Rettungsschirm dargeboten.
An dem "Schuldenspiel" waren die Heuschrecken nicht unbeteiligt, sodass die Krise von Edscha & Co. ausgelöst werden konnte.
Statt in den guten Jahren Reserven aufzubauen, die in den dürren Zeiten abgetragen werden, haben die Finanzinvestoren gerade die guten Jahre dazu genutzt, die Verschuldung in den Unternehmen bis an die Schmerzgrenze zu erhöhen und so die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital in die Höhe getrieben.
Der Trost, dass der "fatale Fehler im Geschäftmodell" inzwischen den Verantwortlichen dämmere - so etwa Thomas Pütter, Chef von Allianz Capital Partners - sei schwach.

Über den "Sanierungsfall Märlin" Infos weiter oben ...

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[url=http://www.sueddeutsche.de/055380/398/2744475/Die-Pruefung.html]Die Süddeutsche Zeitung online am 05.02.2009 zum Desaster...[/url]


Erst Edscha dann Märklin ...

Das große Sterben hatte begonnen unter Firmen der Beteiligungsgesellschaften. Und nach der Pleite von Edscha dauerte es nur Stunden, da urteilte die Gewerkschaft IG Metall:"Carlyle hat Edscha ausgesaugt bis zur Blutleere."

Dabei hätten die Firmenkäufer und Heuschrecken längst einen Beitrag dazu leisten müssen, die Krise zu bewältigen.
Dazu müssten sie ihrer Wertsteigerungs-Rhetorik endlich Taten folgen lassen.
Die Rezession schaffte die Grundlage der Extremsituationen, die auch Familienfirmen und börsennotierte Konzerne an den Abgrund trieben.
Beispiel: Schaeffler und Continental
Warum Firmen von Finanzinvestoren unter den Folgen der Krise den Zusammenbruch vor Augen hatte, war an den Beispielen um das Familienunternehmen Schaeffler und der Dax-Konzern Continental abzulesen, denn sie haben die gleichen Fehler gemacht wie die Heuschrecken:
Sie übernahmen Firmen per Kredit, planten zu optimistisch und hatten im Abschwung keine Luft mehr zu atmen.
Nach dieser Logik verfuhren auch viele Beteiligungsgesellschaften.
Die Schulden, mit denen sie ihre Übernahmen finanzierten, bürdeten sie ihren Firmen auf, die sie aus den laufenden Erträgen abstottern mussten.
Wenn Wirtschaft und Gewinne wachsen, dann wäre die Rechnung aufgegangen.
Das Geld der Unternehmen reichte in der Regel, um die Schulden zu bedienen und dennoch in die Zukunft zu investieren.
Zwischen 2003 und 2007 wuchs zudem der Wert vieler Firmen automatisch, weil die Kurse stiegen und sich rasch ein neuer Eigentümer fand, der für das gleiche Unternehmen mehr zu zahlen bereit war.
Folge: viele Finanzinvestoren wurden Schön-Wetter-Spieler
Sie schießen noch das vierte Tor, wenn die eigene Mannschaft schon drei zu null führt.
Jeder Finanzinvestor hatte in den vergangenen Jahren das schöne Lied von der Wertsteigerung gesungen.
Die hohen Gewinne seien nicht das Ergebnis von Finanzakrobatik, sondern guten Managements.
Diesem Anspruch aber wurden viele Vertreter der Branche nicht gerecht.
Das war daran ablesbar, da den Unternehmen hohe Schulden aufgebürdet wurden, und den Firmen das Kapital entzogen wurde, sodass sie auch im Abschwung keinen Puffer mehr hatten.
Eine solide Unternehmensführung, die am der Entwicklung von Produkten und deren Verkauf orientiert war, genau diese Unternehmensführung gab es nicht mehr. Auch die an die wirtschaftliche Lage orientierte Weiterentwicklung der Unternehmensstruktur wurde nicht durchgeführt.
Vielmehr wurde im Aufschwung seitens der vielen Finanzinvestoren die Firmen bereits nach ein oder zwei Jahren weitergereicht.
Mehr denn je brauchten Firmen Kapital, und nicht noch mehr Schulden. Finanzinvestoren hatten Kapital, sie hatten mehr als 400.000.000.000 Dollar aufgehäuft.

Die Südwest Presse auch zum oben genannten Fall Märklin, der als weltweit führender Modelleisenbahnhersteller galt ...

Südwest Presse aktiv online am 06.02.2009
In drei Jahren versickerten 40.000.000 Euro Beraterhonorare.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta kündigte den Beratern.
Auf ihrem Sanierungskurs haben die Märklin-Eigner Kingsbridge Capital und Goldman Sachs viel investiert - vor allem in die Berater, die am Stammsitz in der Stuttgarter Straße aus und ein gingen.
Sie hatten sich fürstlich entlohnen lassen.
In den vergangenen drei Jahren flossen 40.000.000 Euro an Honoraren, gleichzeitig mussten die Finanzinvestoren Verluste in Höhe von 50.000.000 Euro verbuchen.
Im selben Zeitraum wurden die Werke in Sonneberg und Nürnberg geschlossen und 700 Mitarbeiter auf die Straße geschickt, um Personalkosten zu sparen.
Zuletzt forderte die Geschäftsführung bei der Belegschaft einen Lohnverzicht von 5.000.000 Euro ein, ebenfalls mit der Begründung, die Personalkosten seien zu hoch.
Der Betriebsrat verweigerte sich, weil er ein längerfristiges schlüssiges Konzept vermisste, das klare Aussagen macht über Ausrichtung, Personalplanung und Markenstrategie von Märklin.
"Wäre das geschehen, dann hätten wir die jetzige Situation nicht", ärgert sich der Betriebsratsvorsitzende Dieter Weißhaar.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta nach der ersten Bestandsaufnahme:
"Das hat alles nichts gebracht. Sinn solcher Beratertätigkeiten ist doch, eine Insolvenz zu verhindern. Das haben die nicht geschafft."
Weißhaar teilte diese Meinung:
"Es wäre uns lieber gewesen, wenn wir mit der Geschäftsleitung und den Banken eine Lösung gefunden hätten, ohne Insolvenz."
Nach Angaben von Pluta hatten die Kreissparkasse und Landesbank Baden-Württemberg, die Märklin Ende Januar 2009, die Kreditlinie von 50.000.000 Euro gekündigt hatten, "keine Handlungsalternative".
Der Ulmer Rechtsanwalt:
"Mit jeder anderen Entscheidung hätten sich die Banker wegen Untreue strafbar gemacht."
Auch beim Poker mit den Banken hatten die Finanzinvestoren auf eine Beratungsgesellschaft gesetzt:
Die KPMG war mit einem Sanierungsplan beauftragt.
Die Geldinstitute hatten nicht abgewartet, bis das Gutachten fertig war.
Die Kreditlinie wurde gekündigt, weil der Jahresverlust mit 20.000.000 Euro deutlich über dem vorhergesagten Wert lag.
Die 650 Mitarbeiter hatten immer noch kein Januargehalt 2009 erhalten, und dann war der Spuk zu Ende.
Der weltweit führende Modelleisenbahnhersteller hatte beim Göppinger Amtsgericht Insolvenz beantragt.
Für die Kreissparkasse und für die Belegschaft ein dringend notwendiger Befreiungsschlag.
"Das ist eine Chance, um Märklin zusammen mit dem Insolvenzverwalter neu auszurichten", so der Betriebsratsvorsitzende Weißhaar zuversichtlich.
Auch Renate Gmoser von der Göppinger IG Metall beurteilte das so.
Beide befürchteten aber auch, dass das nicht ohne schmerzliche Personaleinschnitte zu schaffen war (wie weiter oben: - schon wieder -).
Darauf wurden die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung im Hof des Märklin-Areals an der Stuttgarter Straße eingestimmt. (... na ja ...)



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[url=http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Hohe-Verluste-Fertighausbauer-Kampa-pleite/485971.html]Financial Times Deutschland online am 12.03.2009:{/url]


Das Unternehmen sah sich als "Hausbau-Marke Nummer eins" und war einer der bekanntesten Hersteller in Deutschland. Folge: Insolvenz. Der Fertighausbauer Kampa hatte 800 Mitarbeiter.

Das Management hatte zuvor noch Zuversicht verbreitet. Noch im November 2008 hatte Kampa-Vorstandssprecher Markus Schreyögg angekündigt, sein Unternehmen sei für die Krise bestens gerüstet. Das Jahr 2009 sollte bei einem Umsatz von 200 Mio. Euro "deutlich positiv" ausfallen, hatte er damals gesagt. Im Januar 2009 hatte es geheißen, Triton als wichtigster Finazinvestor wolle dem Fertighausbauer mit einer Eigenkapitalspritze in Höhe von 10 Mio. Euro sowie mit einem kurzfristigen Darlehen über 7 Mio. Euro aus der Krise helfen.

Wichtigster Aktionär des einstigen Familienunternehmens war der Finanzinvestor Triton, der 2006 eingestiegen war und inzwischen rund 75 Prozent der Anteile hatte. Der neue Eigner gewährte Kampa damals einen Kredit und ein Überbrückungsdarlehen über insgesamt 58 Mio. Euro. Das Geld sollte am Ende mit zehn Prozent pro Jahr verzinst zurückgezahlt werden.

Kampa hat mehrere verlustreiche Jahre hinter sich. 2008 verbuchte der Fertighausbauer ein Minus von rund 29 Mio. Euro nach einem Verlust von 36 Mio. Euro 2007. Als Gründe wurden unter anderem Rückgänge bei Absatz und Umsatz genannt sowie ein 9 Mio. Euro teures Restrukturierungsprogramm.

Wegen der schlechten Ertragslage hatte Kampa bereits 200 von zuvor insgesamt 1000 Stellen gestrichen und mehrere Standorte geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt sollen noch insgesamt sechs Produktionswerke in Deutschland und Österreich sowie Vertriebsbüros in Polen, Ungarn, Italien und den Niederlanden betrieben worden sein.





Anmerkung:
Frass der Heuschrecken, Wann ist die Deutschland AG pleite ?

Gruss
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Re: Frass der Heuschrecken: - Wann ist die Deutschland-AG pleite

Beitragvon RechtsNORM » Di, 10 Feb 2009 6:43 +0000

Zunächst ist "Deutschland" eine GmbH; genauer gesagt die BRD, was rechtlich betrachtet nicht Deutschland ist.
Diese "Legitimationsdebakel" ist auch Grund für das, was so "drumherum" passiert. Was unerklärbar erscheint. Aber nur zunächst.

Die alles zerfressenden Heuschrecken wird niemand aufhalten, sind doch alle Politiker aus BT und LT´s direkt oder indirekt auf deren Lohnlisten.

http://www.kfw.de/

Man sehe sich die ganzen Beiräte an.

http://www.ikb.de/content/de/

oder die LoneStar vertreter im Aufsichtsrat. Und das sind nur 2 Beispiele von vielen. Mit offiziell 20 Mrd. € aufgekauften Krediten, steht eine ganze Privat-Insolvenzen- Welle an, die sich schon eifrig aufbaut. Überall werden ahnungslose Kreditnehmer babiert und abgekocht. Selbst das TV berichtete. Allerdings wird immer nur berichtet. Konsequenzen hat es bisher für KEINEN !

Hier zum Verlußt von Immobilien:

http://www.rnsv.info/aktuell.html

ganz runter "scrollen" auf - "Möglicherweise ist ihr Haus schon verkauft"

Auch das ist eine moderne Form von mobbing, wenn "nie-in-Verzug-gekommene" Hypothekendarlehensnehmer plötzlich über die Hausbank (verwaltet i.d.R. noch das Darlehen) ihre Kündigung erhalten. Zwar gründen sich Vereine und Verbände gegen diese Bankenwillkür, aber gegen den von LoneStar direkt & indirekt mitgesponserten Moloch der BRD-Jurisprudenz haben so niedlich kleine Vereinchen natürlich keine Chance. Im Gegenteil: da werden für überflüssige Anwälte noch die letzeten Barmittel flüssig macht.

Einige Verzweifelte haben sich schon den Strick genommen. - Schöne neue Welt.
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Re: Frass der Heuschrecken: - Wann ist die Deutschland-AG pleite

Beitragvon RechtsNORM » Di, 10 Feb 2009 6:46 +0000

BRD Finanz GmbH Frankfurt ! - gegründet auf einer geklauten, insolventen Software-Firma, registriert am AG Berlin-Charlottenburg !

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