Früherer MVV-Manager wollte seinen Chef umbringen lassen

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Früherer MVV-Manager wollte seinen Chef umbringen lassen

Beitragvon Tom » Di, 05 Sep 2006 1:28 +0000

"(...)
Mordphantasien nach Mobbing-Attacke?
Früherer MVV-Manager wollte seinen Chef umbringen lassen/Urteil am Mittwoch

Vom 01.09.2006


FRANKENTHAL/MANNHEIM
Er wollte seinen Chef im Mannheimer Energie-Unternehmen MVV umbringen lassen, weil er sich gemobbt fühlte:
Der Fall des 45-jährigen Harald K. aus Neuhofen bewegte bereits die Gemüter.
Der Prozess wurde gestern vor dem Landgericht fortgesetzt.
(...)
K. schilderte nochmals die von ihm über 15 Monate erlittenen Demütigungen: Ihm, dem "geschätzten Mitarbeiter über Jahrzehnte", wurden Kompetenzen genommen und Infos vorenthalten, er wurde an Entscheidungen nicht mehr beteiligt und war schließlich in seiner Abteilung "ein König ohne Land", wie es Verteidiger Bernd Lütz-Binder ausdrückte.
Der Neuhofener trug schwer an dieser Last, sein Selbstbewusstsein erlitt Schaden.
Schließlich gipfelten die Ereignisse in einer ausgewachsenen Mordphantasie.

K. hatte einen früheren Hausmeister der MVV beauftragt, den unliebsamen Vorgesetzten aus dem Weg zu räumen.
(...)"


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Unter
http://www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2511695
war der Artikel vom 05.09.2006 zu lesen:


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Unter
http://www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2507342
war folgender Artikel vom 01.09.2006 zu lesen:


"(...)
Ex-Chef sagt über Angeklagten aus
(...)
Der Vorsitzende Richter Gerold Kraayvanger hörte eine Reihe von Zeugen, unter anderem den ehemaligen Chef des Angeklagten, der vom Hausmeister aus dem Weg geräumt werden sollte.
(...)
Der Richter, der in puncto "Mobbing" bisher nur die Sichtweise des Angeklagten kannte, versuchte durch die Befragung des Chefs Ralf R. Licht ins Dunkel zu bringen.
R. berichtete von Umstrukturierungen innerhalb der MVV:
So sollte die Abteilung, in der der Angeklagte als stellvertretender Abteilungsleiter arbeitete, geschlossen werden, Harald K. dafür als Gruppenleiter ins Finanzwesen versetzt werden:
"Es ist irgendwo klar, dass er so reagiert hat, denn da fallen Kompetenzen und Gestaltungsfreiräume weg", bekannte der Manager.

So, wie der Bereichsleiter seine Tätigkeit darstellte, war er der klassische Ausputzer, der auf Geheiß des Vorstands auch Personal freisetzen musste - in der Abteilung des Angeklagten allein 60 Leute.
Jedoch, Staatsanwalt und Richter hakten nach:
"Haben Sie über den Verteilungsplan hinaus Kompetenzen beim Angeklagten weggenommen?", wurde R. gefragt - was dieser zugab.
R. wurde außerdem mit seiner Aussage aus der Vernehmung konfrontiert:
K´s Arbeitsleistung sei bescheiden und er könne kein Personal führen.

Der Zeuge gab sich betont sachlich, bescheinigte dem Angeklagten sogar, "stets freundlich und ruhig" gewesen zu sein, was allerdings als Zwischenton ergab:
"Herr K. war sehr konsensorientiert und nicht so geeignet für Management-Aufgaben."

Zwei weitere Zeugen, Arbeitskollegen aus der MVV, sollten sowohl den Charakter des Angeklagten beschreiben als auch ihre Eindrücke schildern:
Gab es Mobbing oder nicht? Beide Männer sagten aus, dass die Situation für Harald K. sehr schwer gewesen sei und schilderten ihn als "friedliebend und sozial":
"Er hat darunter gelitten, dass nicht mit offenen Karten gespielt wurde", sagte einer.

"Er, der schon so lange dabei war, sollte nun vermittelt bekommen:
In der neuen Organisation findest du dich nicht wieder - und so gut war das auch gar nicht, was du so gemacht hast."
Immer wieder nachgefragt wurde auch nach K´s Verhältnis zu dem Hausmeister, den beide Zeugen als "Prahler und Angeber" bezeichneten.
(...)"


Unter
http://www.wormser-zeitung.de/rhein-mai ... id=2514979
war zu lesen, wie der Prozess ausging.

Der letzte von drei Verhandlungstagen war geprägt vom Gutachten über die Schuldfähigkeit des Angeklagten sowie den Plädoyers des Staatsanwaltes und der Verteidigung

Drei Jahre Gefängnis wegen Anstiftung zum Mord, dieses Urteil verkündete gestern der Vorsitzende Richter Gerold Kraayvanger vom Landgericht Frankenthal.

"(...)
Im Sachverständigengutachten von Professor Johann Glatzel attestierte dieser dem Angeklagten eine "sanfte Eitelkeit", eine "narzisstische Persönlichkeit" und eine "damit verbundene Schwäche: Die Unfähigkeit, mit Niederlagen umzugehen". Der Mann, der sich gern mit der "Aura des Schöngeistigen" umgab, indem er mit drei Vertrauten im Keller seines Hauses einen "Klub der toten Dichter" gründete, konnte die bevorstehende Degradierung in der Firma nicht verwinden. Trotzdem bescheinigte der Gutachter Harald K. keine eingeschränkte Schuldfähigkeit: "K. wusste zu unterscheiden zwischen Wunsch und Tat."

Dieser Argumentation folgte auch der Staatsanwalt.
Den Angeklagten zeichne eine gewisse Widersprüchlichkeit aus: "Sich nach außen hin stark zu zeigen, obwohl Sie eigentlich schwach sind". Harald K. habe in einer "subjektiv empfundenen Kränkung" Mobbing gesehen: "Sie waren stinkesauer auf die MVV und hatten kein Ventil" - da sei ihm der Hausmeister gerade recht gekommen, dem er den Mordauftrag gegeben habe.
(...)
Der Verteidiger kündigte an, in Revision zu gehen.
(...)"


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MVV fiel weiter auf ...

Beitragvon Tom » Fr, 22 Feb 2008 1:53 +0000

MorgenWeb.de online 22.02.2008:

Bereits im Dezember des Jahres 2005 hat die MVV Energie AG gegen Abteilungsleiter L. Anzeige wegen Untreue erstattet.
Aber erst im Oktober 2007 sprach das Unternehmen eine außerordentliche Verdachtskündigung aus.
Der Fall hat eine brisante Vorgeschichte:
Der Energieversorger hatte nämlich nicht nur gegen L., sondern gegen zwei weitere Mitarbeiter Anzeige erstattet.
Grund:
Die drei MVVler sollen beim Kauf von Büromöbeln in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Einer der drei Angeschuldigten sorgte später für einen spektakulären Prozess mit bundesweiten Schlagzeilen:
Er hatte nämlich einen Killer auf seinen damaligen Chef angesetzt.
Bekanntlich flog das Komplott vor dem geplanten Auftragsmord auf.
Abteilungsleiter L. - seit drei Jahrzehnten bei der MVV und damit praktisch unkündbar - wurde nach der Anzeige wegen Untreue zunächst freigestellt, aber nicht gekündigt.
Aus einem Aufhebungsvertrag in gegenseitigem Einvernehmen wurde nichts.
Als sich im Laufe der polizeilichen Ermittlungen herausstellte, dass eine Büromöbelfirma Geld an die Ehefrau von L. überwiesen hatte, sprach die MVV eine Verdachtskündigung aus - eine solche hat allerdings strenge Anforderungen zu erfüllen:
Der Verdacht muss sich auf eine Straftat oder schwere Vertragsverletzung beziehen und dadurch eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit unmöglich machen.
Arbeitsrichterin Dr. S. Bouwhuis in der Verhandlung am 21.02.2008 Folgendes zu bedenken: Die Ermittlungen gegen L. hätten bislang weder zu einem Strafbefehl noch zu einer Anklage geführt.
Außerdem sei keineswegs erwiesen, ob die fünfstellige Summe an die Ehefrau tatsächlich Auftragsentscheidungen seitens L. zugunsten der Büromöbelfirma befördert haben.
Die Verdachtskündigung, so führte Arbeitsrichterin Bouwhuis aus, hätte zeitnah zu der Strafanzeige ausgesprochen werden müssen - und nicht erst ein Jahr und zehn Monate später. Wenn ein Unternehmen die Staatsanwaltschaft wegen Untreuevorwürfen einschalte, dann habe es von Anfang an einen Verdacht über normale berufliche Verfehlungen hinaus gegeben. Die Kammer bestätigte die Kündigungsschutzklage.
Will heißen:
Abteilungsleiter L. gilt weiterhin als MVV-Beschäftigter - auch wenn er nach wie freigestellt ist.

Gruss
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Re: Früherer MVV-Manager wollte seinen Chef umbringen lassen

Beitragvon Gast » Do, 09 Jun 2011 10:44 +0000

Stellvertretender MVV-Abteilungsleiter wollte seinen Chef ermorden lassen

Am 8. Oktober bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankenthal, daß ein Mitarbeiter des Mannheimer Energieversorgers MVV im Verdacht stehe, einen Auftragskiller mit der Ermordung seines Chefs beauftragt zu haben. Der stellvertretende Abteilungsleiter wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Laut "Bild-Zeitung" (8.10.) soll der Festgenommene sich von seinem Chef gemobbt und unter anderem bei einer Beförderung übergangen gefühlt haben. Vor zwei Wochen habe er sich mit dem Auftragskiller getroffen. Dieser habe den Mordauftrag zu dieser Zeit allerdings bereits der Polizei gemeldet gehabt, weshalb das Gespräch mit einem Mikrofon an der Kleidung des Auftragsmörders aufgezeichnet und der Auftraggeber daraufhin festgenommen worden sei.

Laut "Rhein-Neckar-Zeitung" (22.10.) herrscht unter den MVV-Beschäftigten Angst, weil Vorstandschef Schulten durch einen harten Sanierungskurs jährlich bis zu 29 Millionen Euro einsparen will (siehe auch 050809). "Weil alle MVV-Beschäftigten Anweisung erhalten haben, keine Firmeninterna auszuplaudern, wächst der Frust am Arbeitsplatz. Immer mehr Beschäftigte, die anonym bleiben wollen, sprechen von einem miserablen Betriebsklima als Keimzelle für Unlust und Ärger."

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Quelle: http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/051009.htm
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