Mindestlohndebatte!

alles wo eine reine Zuordnung nicht möglich ist! :)

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Mindestlohn die Dritte, Klappe..zack!

Beitragvon harald » Di, 12 Jun 2007 6:13 +0000

Am Montag, den 18.06.2007 will der Koalitionsausschuss sich über den Mindestlohn verständigen, die CDU sagt ein klares Nein dazu. Gut, aus Sicht der CDU verständlich, beim Mindestlohn muss man rechnen können, und das haben Sie nun bewiesen, sie könne es nicht. Der Nachweis bei der gigantischen Staatsverschuldung ist ja wohl Beweis genug.
Sowohl die Damen Nr. Eins bei der SPD, Andrea Nahles –VW richtig am Parteihaus und Generalsekretär Hubertus Heil gehen schon davon aus, „(w)enn die Koalition hier nicht vorankomme, werde die SPD "weiter Druck machen, und zwar jeden Tag“* bis zur Bundestagswahl. Bekanntlich sagte schon Konfuzius, der Weg ist das Zie..
Um dann den Kombilohn, die teuerste Lohnvariante aller Zeiten zu verkaufen, kam Franz Müntefering auf die Idee der Ideen, nun sollen die „Geringverdiener durch eine Erwerbstätigenzulage“* entlastet werden. Das Wort wird wohl zum Kassenschlager in allen Kabaretts zwischen Tirol und Nordsee: Erwerbstätigenzulage!
Es kann aber auch sein, dass noch schnell ein neues Etikett gedruckt wird, „staatlicher Lohnanteil“, „Agenturzuschuss“ und Ideen sind noch gefragt zu diesem makaberen Spiel. Es soll ja auch noch das Grundgesetz in Restbeständen im Reichstagkeller lagern, nämlich die Würde des Menschen.
* Focus Online vom 11.06.2007
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Mindestlohn, die Vierte

Beitragvon harald » Di, 12 Jun 2007 3:10 +0000

Mindestlohn, die Vierte
Jetzt gehen die Meldungen Schlag auf Schlag durchs Internet, die Union will wohl jetzt beim „Entsendegesetz, ...... entsprechend dem Wunsch von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) die Zahl der Branchen“ anheben und deutlich ausweiten am Montag dann zustimmen. :(
Nur Bayern versucht mal wieder eine Gammelfleischstimmung zu erzeugen, denn „Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte indes, Mindestlöhne machten eine gigantische Kontrollbürokratie notwendig“*, von der Megabehörde zum Kombilohn schweigt er. :? Außerdem genügt eine Verbesserung des [url=http://wiki.mobbing-gegner.de/Arbeitsrecht]Arbeitsrecht[/url]s zur Einführung von Mindestlöhnen und eine staatliche Kontrolle könnte im Rahmen der Schwarzarbeiterkontrolle mitgemacht werden.
Nur eines ist klar, ein Mindestlohn ohne einheitliche Regelung im Gesetz ist Hartz IV Chaos im Lohnrevier! :shock:
*Focus Online, 12.06.07
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Beitragvon Tom » Di, 12 Jun 2007 5:27 +0000

Hallo !

Das die Regierung vor dem Mindestlohn Angst hat ist mir persönlich völlig klar.

Die Regierungen, beteiligt war hierbei CDU/CSU und SPD, schränkten das Tun und Handeln der Heuschrecken nicht ein.

Die Heuschrecken legten Abschlusszahlen für das Jahr 2006 vor.
Die Zuwachsraten waren Schwindel erregend.

Handelsblatt am 11.06.2007:
Aus den endgültigen Zahlen des Branchenverbandes EVCA ging hervor, dass 90 Prozent der Investitionen auf kleine und mittlere Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern entfallen würden, hob der EVCA-Vorsitzende Javier Loizaga hervor.
Die Mega-Deals beherrschten jedoch die Schlagzeilen.
Die Betonung auf Wachstumskapital müsse auf junge und mittelständische Unternehmen liegen.
In Deutschland und Großbritannien liefen politische Debatten über eine stärkere Kontrolle der Private-Equity-Transaktionen.
Hintergrund waren seit längerem die Befürchtungen, dass die teilweise hohe Verschuldung der übernommenen Firmen in Zeiten steigender Zinsen zu einer Häufung von Insolvenzen führen könnte.
Quelle:
Handelsblatt online am 11.06.2007


Jedem müsste klar sein, wenn der Mindestlohn kommt, dann steigt auch die Inflationsrate.
Die Inflationsrate wird aber auch mit dem Leitzins im Zaum gehalten.
Steigen die Löhne, steigt die Inflation, und damit der Leitzins, und damit die Verschuldung der Firmen.
Die Heuschrecken überschuldeten Firmen, und bei steigenden Zinsen sind Insolvenzen zu erwarten.

Also:
Mindestlohn ja oder nein ?

Gruss
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Lohnskala

Beitragvon harald » Di, 12 Jun 2007 5:59 +0000

Hallo Tom,
deine Betrachtungen der Heuschrecken und überschuldeten Firmen ist ein Problem. Die Ursache müsste zuerst mal genauer untersucht werden, warum gibt es überschudete Firmen?
Bei Kapitalfirmen und auch den Ameisen gibt es das Bilanzparadoxon, Eigenkapital (Habenseite) gleich den langfristigen Verbindlichkeiten. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stehen dem Fremdkapital gegenüber. Wenn man den Gewinn errechnet, hat man des Gefühl, nur das Fremdkapital kann Gewinn erzielen, also je höher die Schulden, desto höher die Gewinnchance (CashFlowAnalayse u.a.), so holen sich alle Fremdkapital auf dem Geldmarkt, das geht so lange gut, bis etwas kippt, der Zins zum Beispiel ansteigt.
Ich muss mich ransetzen und diese BWL-Theorien wieder zusammenstellen. In den USA spricht man im Augenblick von einer Immobilienblase, d.h. es wurden Unmengen von Geld in Häusern und sonstiges investiert, also Immobilien. Der Schlachtruf heißt wohl: Alt kaufen, billig sanieren und dann schnell verkaufen, klappt das nicht, weil sanieren durch die Zinsen zu teuer wird, dann kann einer der Großen nicht mehr verkaufen und löst den Mikadoeffekt aus, er geht Bankrott. Dann kommt die Eigendynamik zum Tragen, alle wollen verkaufen, die Preise fallen und fallen, also kann keiner mehr seine Kalkulation mehr aufrecht erhalten und die Krise ist da.
Nur der Mindestlohn ist mehr eine gesellschaftlich politische Veranstaltung. Warum? Maximial werden 10 bis 20 % in dem Segment betroffen sein, bei uns also 4 bis 8 Millionen Jobber. Die meisten kommen aus den Schwarzarbeitermarkt oder überleben dort, dann die mit den 500 Euro Jobs, die darf man nicht vergessen, mir fehlt der Begriff jetzt(Minijobs?). Weiterhin die aus dem Hartv IV Dilemma und manche aus dem Hausfrauenpool. Nur irgendwie erhalten die ihr Geld mal da oder dort, mal gehen Steuergelder verloren, mal gehen Agenturzuschüsse und Verwaltungsaufwand mit in die Rechnung ein. Die Summe bleibt am Ende fast gleich, nur die Machtfrage ist wichtig: Habe ich selbstbewusste Tagelöhner oder mächtige Unternehmer, die quasi den Pöbel aus human Gründen eben mitbeschäftigen.
80 - 90 Prozent der Löhne werden wie üblich in den Tarifrunden ausgespielt und da kennen wir ja die Regeln.
Der Mindestlohn wird sich auf die Inflationsrate so auswirken wie der Anstieg des Ölpreises auf dem Markt, maximal 1 %, mehr nicht. In die Schuhe wird man ihm alles schieben, das ist klar.
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Beitragvon Tom » Di, 12 Jun 2007 7:18 +0000

hallo harald !

Wir haben in Deutschland ca. 8 Mio. Menschen in der Abhängigkeit, weil sie durch Arbeit gerade mal HartzIV verdienen, und das ist das Einkommen zum Lebensunterhalt !

Würden ca. 8 Mio. Menschen wesentlich mehr als HartzIV mittels des (stufenlos eingeführten) Mindestlohns verdienen, dann würde dies den Konsum anregen, und das bedeutet mehr als 1 % Inflationsrate !

Die Inflationsrate steigt sehr schnell auf 3 – 3,5 % !
Und das ist die Gefahr für die Überschuldung der Firmen und die Gefahr der Insolvenzen !


Gruss
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Mag sein, aber

Beitragvon harald » Di, 12 Jun 2007 7:40 +0000

Hallo Tom,
mag sein, dass du mit 3 % Recht hast, was ich aber nicht glaube, denn man kann den zuschuss quasi über subventionsabbau ausgleichen. außerdem müsste die einführungs des mindestlohnes in stufen erfolgen, so dass die 3 % sich aufteilen. richtug sind deine annahmen und analysen, doch die sehe ich beim mindestlohn nicht für entscheidend an. die 3 % mehrwertssteuererhöhung zu anfang 2006 haben auch keine lawine in der inflationsrate ausgelöst, obwohl ja viele waren und dienstleistungen im preis stiegen.
Schlimmer wird sein, dass die rekordverschuldung der usa dazu führt, dass immer größere kapitalmärkte von den usa angezapft werden, der zins also steigt, die usa brauchen geld, egal wann und wo?
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Beitragvon Tom » Mi, 13 Jun 2007 2:26 +0000

Hallo harald !

Selbstverständlich hat die Mehrwerterhöhung Anfang 2006 keinen "Dominoeffekt" bei den Insolvenzen ausgelöst.
Die Ankündigung 2005 hatte bereits dazu geführt, dass die Schulden der überschuldeten Firmen etwas zurückgeführt wurden.
Zudem wurde der Leitzins nicht wesentlich erhöht.
Das ist bei dieser Debatte um den Mindestlohn (eigentlich) auch zu erwarten.
Dem steht tatsächlich die Schuldenmacherei in den USA und das riesige Handelsdefizit der USA entgegen, weil diese Komponenten Einfluss auf den Leitzins in den USA haben, und damit Einfluss auf den Leitzins in Europa bestehen könnte.

Ausserdem besteht bei mir der "Mindestlohn" nicht nur aus mehr Geld, sondern auch aus Steuersenkungen bei den Lebenserhaltungskosten.
Diese Verknüpfung macht keinen Sinn, wenn auf Lebenserhaltungskosten Steuern erhoben werden, wenn diese Steuern dazu führen, dass mehr Kindergeld, mehr Sozialhilfe, und mehr ALGII zu zahlen ist, wobei hier anzumerken wäre, dass ca. 70 % des Haushaltes mit Sozialleistungen belastet ist.
Hier stelle ich mir vor, dass Babynahrung, Babykleidung, Kinderkleidung z. B. bis zur Grösse 164 (etc.), usw., ohne jegliche Steuer belastet sind.
Hinzu sind Steuern auf Sozialwohnungen zu reduzieren, oder wenn möglich abzuschaffen.
Desgleichen gilt für Brennstoff für Wohnungen, sowie für Wasser und Strom.
Hinzu käme die Abschaffung jeglicher Steuern auf Grundnahrungsmittel, wie z. B. Brot, Nudeln, Mehl, Zuckerersatzstoffe (Sacharin), sowie für Obst und Gemüse.
Im Gegenzug ist das Kindergeld zu reduzieren, oder gar abzuschaffen.
Abschaffen wäre u. U. besser, das spart Bürokratie ein.

Falls eine Finanzierungslücke entstehen sollte, muss darüber gesondert geredet werden.

Gruss
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Viele Worte, denen keine Taten folgen.

Beitragvon harald » Mi, 20 Jun 2007 6:44 +0000

Nach einem 5-stündigen Gespräch der Koalitionsparteien ist Deutschland mal wieder Entwicklungsland geworden. Das Ziel der Sonntagsrunde war die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. Da den schon 20 EU-Staaten haben, angefangen mit den Topleadern Luxemburg (9,08 Euro pro Std.), dann folgt Irland mit 8,30 € pro Stunde, dicht gahinter kommt Frankreich mit 8,27 Euro für eine Arbeitstunde, fragen sich nun alle: Wo bleibt das Großmaul von Europa, der sogenannte Exportweltmeister Deutschland?
Doch die Runde um die Dame aus MäckPomm hat mal wieder bewiesen, das Ziel der EU hat man nicht verstanden, und so reiht sich nun Deutschland dort ein, wo es moralisch, sittlich und ethnisch hingehört in der Rankingliste der Sozialstaaen von Europa, nämlich auf einen Tabellenplatz hinter Rumänien mit 0,66 € und Bulgarien mit 0,53 € Bruttoarbeitslohn für eine Arbeitsstunde.
Dort befinden sich theoretisch nur die Schmuddelkinder, denn Länder wie Finnland, Dänemark, Norwegen und Schweden haben durch ihr ausgeprägtes Sozialstaatverständnis solche Regelungen nicht notwendig, denn kein Unternehmen würde dort auf abartige Ideen kommen und Löhne unter 12 Euro anbieten.
Nein, Deutschland ist dort angesiedelt in Europa wo es hingehört, nämlich außerhalb jeder sittlich und moralischen Norm, eben ein Schmuddelkind.
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Beitragvon Tom » Mi, 18 Jul 2007 5:54 +0000

Hallo !

Die ca. 500.000 bis 600.000 jährlich tätigen Praktikantinnen und Praktikanten, welche zu ca. 70 % zu einem "Mindestlohn" von 0,00 EURO ausgestattet wurden, müssen in die Mindstlohndebatte miteinbezogen werden.
Manche von Ihnen bekommen sogar eine Auszahlung in Höhe des 400 EURO-Jobs.
Hierbei muss bedacht werden, dass diese Leute für das Studium ein Praktikum absolvieren müssen.
Vielfach schlossen diese jungen Leute das Studium ab, und fanden sich monate- und jahrelang in kostenlosen Praktika in ihrem Berufsfeld wieder !

Ich meine, dass es "kostenlose" Arbeit überhaupt nicht geben darf.

Wie kann es da sein, dass bei uns kostenlose Arbeit für erwachsene studierte junge Menschen sein darf, und die gering bezahlte Kinderarbeit immer mehr um sich greift ?

Richtig ist daher, dass jede art von Arbeitsleistung zu vergüten ist, und zwar mit einem sozial adäquatem Mindestlohn !


Gruss
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Beitragvon Heike » Do, 15 Nov 2007 9:20 +0000

Ich denke, das die Mindestlohndebatten, den Münte zu fall gebracht haben. Natürlich ist seine Frau über 6 Jahre krank und was diese Krankheit bedeutet weiß ich persönlich sehr genau.
Aber wenn ich von allen Ämtern zurücktrete, gehe ich auch aus dem Parlament, doch dort will er bleiben.
Am vergangenen Sonntag ging es nur um den Mindestlohn für Briefträger, aber selbst dort macht die CDU/CSU alles schwer den durchzusetzen.
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Münte und Polit-Mobbing

Beitragvon macdet » Do, 15 Nov 2007 9:54 +0000

es war wohl auch Mobbing und einhergehender Frust dabei. Mal sehen ob er nicht doch mal ein Buch schreibt :?:
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Mobbing oder nicht

Beitragvon Heike » Do, 15 Nov 2007 6:29 +0000

Davon bin ich Felsenfest überzeugt ob nun Mobbing oder nicht, er war für die SPD wohl nicht mehr tragbar.
Eigentlich wurde schon vor dem SPD-Parteitag kurz angedeutet das Münte seinen Hut nehmen würde, was er aber strikt verneinte.
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Re: Mindestlohndebatte!

Beitragvon Tom » Mi, 16 Apr 2008 6:21 +0000

Hallo !

Der Mindestlohn besteht nicht nur aus mehr Geld, sondern auch aus weniger Steuerabgaben.
Ausserdem macht es keinen Sinn Grundbedürfnisse zu besteuern, um anschliessend die Sozialhilfe und HartzIV und Kindergeld zu erhöhen.
Deshalb keine Mehrwertsteuer, keine Umsatzsteuer, oder sonstige Steuer auf folgende Produkte:
Grundnahrungsmittel z. B. wie Brot, Mehl, Honig, Gemüse jeglicher Art und Weise, sowie Obst, müssen steuerfrei sein.
Auch die Kinderkleidung hat steuerfrei zu sein.
Ebenso hat die Babyernahrung und die Babykleidung steuerfrei zu sein.
Andere Produkte, wie Mineralwasser sind denkbar.

Im Gegenzug muss das Kindergeld gesenkt werden, ebenso die Sozialhilfe, und HartzIV, - und zwar in angemessenem Rahmen, und ggf. in Stufen - .

Zur weiteren Gegenfinanzierung kann ich mir die längst überfällige Reduzierung der Überversorgung der Beamten auf Bundes- , Landes- , und Städteebene vorstellen.
Immerhin sind es Beamte, welche die Höhe der Sozialhilfe, HartzIV, und Kindergeld bestimmen.

Gruss
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Mindestlohndebatte , staatliches geduldetes Lohndumping

Beitragvon Tom » So, 21 Dez 2008 3:10 +0000

Wieso gab es keinen gesetzlichen Mindestlohn ? Hatte wir in Deutschland etwa ein staatlich geduldetes Lohndumping ? ...

http://www.badische-zeitung.de/wirtscha ... 50767.html

Badische Zeitung online am 05.12.2008:

Die Zahl der Arbeitnehmer, die trotz ihres Jobs auf staatliche Zuschüsse angewiesen waren, sind im Verlauf des Jahres 2008 spürbar gestiegen.
Nach der von der Bundesagentur veröffentlichten Datenreihe stieg die Zahl der sogenannten Aufstocker, deren Arbeit mindestens 800 Euro brutto im Monat einbringt, von Januar bis Juli um 15.000 auf knapp 385.000 Menschen.
Dies waren 5000 mehr als im Juli 2007.
Die Zahl derjenigen mit einem Bruttoverdienst zwischen 400 und 800 Euro, die zusätzlich Leistungen nach Hartz IV bezogen, stieg seit Jahresbeginn bis Juli 2008 um knapp 12 000 auf knapp 243.600.
Gegenüber Juli 2007 bedeutet dies ein Plus von fast 25 000.
Die Zahl arbeitsloser Hartz-IV-Empfänger habe sich um etwa ein Fünftegesenkt, dabei habe sich die Zahl der Aufstocker auch langfristig auffallend vergrößert.
Da die Wirtschaft zuletzt floriert habe, hätte es seiner Auffassung nach eigentlich weniger Aufstocker geben müssen.
Das Gegenteil sei aber der Fall - die nicht existenzsichernde Arbeit habe zugenommen.
Für die Betroffenen sei dies demoralisierend.
Das Aufstocken von Löhnen sei vor allem in der Gastronomie, im Verkehrsgewerbe, bei Reinigungsdiensten und in der Leiharbeitsbranche verbreitet.
Ilona Mirtschin, die Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, sagte, die Zahlen seien nicht so leicht zu interpretieren.
Nach ihrer Kenntnis gebe es bislang noch keine für eine Interpretation nötige umfassende Untersuchung der Situation der Aufstocker.
So müsse es sich etwa bei dieser Gruppe gar nicht um Geringverdiener handeln. Vielmehr bezögen häufig auch Normalverdiener mit einer großen Familie zusätzliche staatliche Leistungen.
Eine Zunahme der Bezieher müsse auch nicht im Widerspruch zum Aufschwung stehen, sagte Mirtschin.
Vielmehr sei es den Arbeitsagenturen zuletzt häufig gelungen, besonders schwierige Fälle wie Langzeitarbeitslose oder gering Qualifizierte wieder in Arbeit zu bringen - nicht zuletzt durch die mit den Hartz-Gesetzen möglich gewordenen Sanktionen für den Fall, dass sie eine Arbeit ablehnen.
Der Lohn dieser Jobs reiche bei diesen Härtefällen aber häufig nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Deshalb seien zusätzlich zum Verdienst der vorher Arbeitslosen Leistungen aus den Töpfen von Hartz IV nötig.


Anmerkung:
Ich meine, Bulling, Korruption, und Arbeitsschutz muss Wahlkampfthema werden.
Wählt nicht die CDU, SPD, die Bauernpartei CSU, oder die FDP, denn diese Parteien, deren Lobbyisten, deren Beziehungsgeflechte bis in Wirtschaft und Justiz, sind es im Grunde Schuld, weil sie zu wenig gegen die Missstände in Deutschland taten, so dass solche Fälle möglich werden konnten.

Gruss
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Re: Mindestlohndebatte!

Beitragvon schnulli » Fr, 01 Okt 2010 11:06 +0000

Ich bin als Unternehmer auch unbedingt für einen Mindestlohn. Allerdings frage ich mich, woher ich dann selbst die Aufstockung bekomme. Beantragt man ergänzende Leistungen zur Grundsicherung, wird man schief angeschaut. Im übrigen ist das auch nicht so einfach, weil man aufgrund unregelmäßiger Einkommen erst bei der Gewinn-Verlust-Ermittlung am Jahresende erst weiß, was eigentlich drüber ist. Als ich mein freiberufliches Ein-Mann-Unternehmen mit einer Angestellten gegründet hat, sagte man mir, man würde sich das ein Jahr anschauen und dann entscheiden, ob ich das vielleicht wieder aufgeben müsste.
In meinem Fall sah das Jahr 2009 so aus:
Aus meinem Unternehmen verblieb mir ein Reingewinn (brutto) von 11.790 EUR. Davon habe ich monatlich 212 EUR Kranken-/Pflegeversicherung sowie 249 EUR zum berufsständischen Versorgungswerk löhnen müssen also blieben mir ca. 540 EUR monatlich. Als Unternehmer weiß man nie, wann man sein Geld bekommt und ob überhaupt. Dabei ist die Zahlungsmoral staatlicher Stellen als Schuldner noch mieser als die der Privatleute. Wo bitte wird uns kleinen Unternehmern ein Ausgleich geschaffen? Wir müssen schließlich alles allein tragen ... Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegepflichtversicherung ... wir bekommen keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bei Urlaub oder an Feiertagen. Dabei stellen kleinere und mittlere Unternehmen die meisten Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt, sicher im Billiglohnbereich aber das ist oftmals mehr als der Unternehmer selbst am Monatsende netto in der Kasse hat. Brutto kann man ja nicht vergleichen, denn der Arbeitgeber trägt zwar knapp 50% der Anteile der Pflichtversicherungen des Arbeitnehmers, nicht jedoch umgekehrt.
Daher finde ich Mindestlohn für alle, auch für Unternehmer!!!
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